Juni 16th, 2006 by Alexander Becker
Seit dem Opel einigen Bloggern einen Astra zum Testen und zum darüber Bloggen vor die Tür stellte, diskutiert sich die Blogwelt die Finger wund: Dürfen die das? Ist das moralisch Richtig? Was bringt es Opel? Wird jetzt über den Astra besser geredet, hat sich sein Image via blogweiter Mund zu Mund-Propaganda verbessert?
Als erstes brachte der Fall den Bloggern – u.a. Don Dahlmann – viel Ärger ein: „Was mich ja an der ganzen Geschichte schon betrübt, ist die Art und Weise, wie das Wort „Glaubwürdigkeit“ benutzt wird. Und vor allem, mit was für einer atemberaubenden Geschwindigkeit einem die „Glaubwürdigkeit“ entzogen wird.“
Als Zweites wurde wohl noch nie in der deutschen Blogwelt so viel über Opel geredet. Damit hat die Automarke zumindest ein wichtiges Marketing-Ziel sicherlich erreicht.
Auch Simyo hat einigen Bloggern über das Mundpropaganda-Netzwerk trnd eine SIM-Karte mit 10 Euro Startguthaben geschickt. Mit dabei auch der Marketingblogger. Die Bedingung von Simyo: „Testen und am Ende einen Online-Umfragebogen ausfüllen. Bloggen über die Aktion ist zwar gern gesehen, aber kein Muss. Ich werde also ehrlich berichten. Viel Negatives wird nicht dabei sein, weil ich von dem Produkt einen sehr positiven Eindruck gewonnen habe.“
Sein Fazit: „Für Unternehmen können solche Marketing-Aktionen durchaus ein zweischneidiges Schwert sein. Immerhin ist eine positive Resonanz nicht von vornherein sichergestellt. Die Qualität der Produkte ist hier ebenso wichtig wie eine absolut offene Kommunikation. Die testenden Blogger dürfen nicht an die Kette gelegt werden, sondern müssen auch über Fehler und Macken schreiben dürfen.“
Für Unternehmen lohnt ein Bloggertest also nur, wenn sie ein wirklich gute Produkt haben, von dem sie wirklich überzeugt sind. Dann allerdings sind Testberichte und Word of Mouth von seriösen Weblog ein Werbemittel, daß sich sicherlich in Zukunft durchsetzten wird.
Weitere Texte zum Thema von Klaus Eck, Martin Oetting und Robert Basic. ethority



