September 30th, 2009 by Tobias Kärcher

The Coca-Cola Company bietet seit einigen Monaten eines der Leuchtturmprojekte überhaupt, wenn es darum geht, Social Media in Großunternehmen zu integrieren. Als eines der weltweit umsatzstärksten Unternehmen im Food-Sektor hat es Coca-Cola geschafft, sich auf diversen Kanälen ansprechend zu präsentieren. Die User danken es mit reger Beteiligung: Der offizielle Facebook-Account ist heute laut Inside Facebook mit über 3,7 Millionen Fans die insgesammt zwölftgrößte Facebook-Fanpage überhaupt. Im Corporate-Blog Coca-Cola Conversations bietet Phil Mooney, Archivar und Unternehmenshistoriker, Spannendes und Kurioses aus über hundert Jahren Konzerngeschichte.

Enjoy Coca Cola

Und auch die einzelnen Markenprofile auf Twitter, Flickr etc. können sich sehen lassen. Verantwortlich für diese Entwicklung zeichnet sich Michael Donnelly, der letzte Woche bei Advertising Age vorgestellt wurde. Er war es, der sich mit den privaten Initiatoren der Coca-Cola Fanpage zusammengesetzt hat, um mit ihnen ein gemeinsames Konzept zur Weiterführung des Facebook-Accounts zu entwickeln. Im Herbst 2008 gegründet, wuchs dieser unter der Leitung von Dusty Sorg und Michael Jedrzejewski schnell auf zweieinhalb Millionen User an. Doch auch der offizelle Einstieg des Unternehmens tat dem Erfolg keinen Abbruch – die 4-Millionen-Marke steht an, um geknackt zu werden.

Enjoy Coca Cola

Was macht Coca-Cola also richtig? Donnelly dazu:
“For years brands built [web] pages and expected people to come to them. Then you had Second Life and brands went out and built islands and expected people to come to them. Well, people don’t actually do that. Whatever they’re doing on the web, they’re not there to be hijacked and taken to wherever you want to take them.”

Wenn also User zum Mitmachen animiert werden sollen, ist dieses Grundkonzept in Social Media entscheidend. Engagement will hier auf freiwilliger Basis geschehen, frei von Zwang und Bevormundung. So bekommt der User letztendlich wirklich das Gefühl, an einer Commmunity selbst gestaltend mitwirken zu können. Dabei entwickelt sich der Spieltrieb und somit auch Lust, die nötige Kreativität zu entwickeln und zu investieren. Völlig umsonst ist das Mitmach-Netz nämlich nicht. Es kostet Zeit.

In diesem Sinne:

Enjoy Coca Cola

(Pics: Facebook, Coca-Cola)

September 30th, 2009 by Sabrina Panknin

Für alle Interessierten und für alle, die keine Gelegenheitbekommen haben, den Vortrag “Social Media Marketing & Erfolgsmessung von Social Media Kampagnen” am 23.09.09 auf der dmexco 2009 von Dr. Benedikt Köhler zu verfolgen: Enjoy!

September 29th, 2009 by Alexander Becker

Es braucht viel Mut, wenn eine Marke beschließt sich auf Social Media-Aktiviäten einzulassen. Noch mehr Courage wird verlangt, wenn ein Unternehmen die Kontrolle einer Kampagne den Nutzern überlässt und selbst in den Hintergrund tritt. Genau zu diesem Vorgehen hat sich Procter & Gamble entschlossen, um seine Tampon-Serie Tampax bei Teenies zu bewerben.

Die Zielgruppe pubertierender Mädchen ist für eine konservative Marke wie Procter & Gamble sowieso schon schwer zu erreichen. Will das Unternehmen allerdings ein Produkt promoten, über das heranwachsende nicht sprechen wollen und das ihnen peinlich ist, wird es fast unmöglich mit klassischer Werbung auf den althergebrachten Kanälen erfolgreich zu werben.

Social Community statt Tampon Werbung

Also entschloss sich Procter & Gamble zu einem ungewöhnlich mutigen Schritt. Die Company nahm sich komplett zurück und startet die Community Beinggirl.com. Auf der Plattform können sich heranwachsende Girls vernetzen unterhalten und nebenbei informieren. Alles dezent, alles spielerisch und die P&C-Labels wie Alldays oder Always sind zwar immer präsent, aber stets dezent.

Zumindest in den USA scheint das Portal ein großer Erfolg zu sein. Zahlen sind allerdings nicht bekannt.

Via Bigtrends.de

September 27th, 2009 by Alexander Becker

Auch wenn es Verlagsmanager wie Bernd Buchholz noch immer nicht wahrhaben wollen. Aber Fakt ist: Das Internet verändert alles. Nicht nur die Kommunikation, sondern auch das Verhältnis vieler mündiger Bürger mit ihrer Privatsphäre und bürgerlichen Errungenschaften wie dem Wahlgeheimnis.

Das Ende des Wahlgeheimnisses

Für Menschen, die in Diktaturen und anderen unfreien Systemen leben, ist das Wahlgeheimnis eine der wichtigsten Bürgerrechte. In Web 2009 allerdings ist es mittlerweile Ausdruck der denkbar größten persönlichen Freiheit selbst zu entscheiden, ob man sein Wahlgeheimnis preisgibt oder nicht. Der heutige Wahltag wird als das Datum in die Web-Historie eingehen, an dem viele Surfer – via Twitter – das Wahlgeheimnis bewusst beendeten.

Erstes Beispiel:
Das Ende des Wahlgeheimnisses

Zweites Beispiel
Das Ende des Wahlgeheimnisses

Einige User haben sogar Twitpics von ihren ausgefüllten Stimmzetteln gemacht. Laut kritischer Leser (siehe Kommentare) ist das sogar verboten.

Disclosure: Auch ich twitterte meine Entscheidung

Das Ende des Wahlgeheimnisses

September 25th, 2009 by Sabrina Panknin

Das ging aber  schnell: Die erste dmexco 2009 in Köln ist nun schon wieder vorbei! 14.200 Besucher fanden den Weg zur Messe zu 290 Ausstellern zum Thema digitales Marketing.

Der Messestand von ethority war mehr als gut besucht und so sind viele interessante Gespräche entstanden:

Das Miniposter des Social Media Prismas fand reißenden Absatz und auch der Social Media Kompass kam sehr gut beim  Fachpublikum der Messe an.

Hier sehen wir Benedikt Köhler im Dialog mit Stefan Zilch, Director Sales von MySpace , der die Teilnehmer der Guided Tour am Stand von ethority über Social Media Vermarktung informiert.

dmexco 2009: Ein voller Erfolg Teil 1

Die dmexco bot nicht nur Raum für Aussteller, sondern auch die Möglichkeit an spannenden Seminaren und Vorträgen teilzunehmen. Sten Franke, Managing Director von ethority, sprach in ausgebuchten Hallen zu den Themen „Social Media: vom Massenphänomen zum Massenmedium“ und „Engagement Marketing im 360 Grad Social Media Marketing Mix“. Für außerordentliche Resonanz sorgte der Vortrag „Social Media Marketing und Erfolgsmessung von Social Media Kampagnen“ von Dr. Benedikt Köhler. Aufgrund zahlreicher Anfragen nach der Präsentation wird sie Anfang nächster Woche auf unser Blog gestellt und auf slideshare geladen.

dmexco 2009: Ein voller Erfolg Teil 1

Unser persönliches Kamerateam hat fleißig gefilmt und interessante Gesprächspartner gewinnen können. Die Interviews von der dmexco 09 gibt es dann in Teil 2 unseres Erfahrungsberichts!

Hier noch ein Bericht von „außen“, wo bereits Bilanz gezogen wird: www.kress.de

P.S.: ethority dankt dem gesamten Tunnel-Team für die Unterstützung!

September 24th, 2009 by Nicole Pingel

Keine technische Erfindung hat die weltweite Ökonomie in der Vergangenheit so geprägt wie der PC und mit ihm das Internet. Die wachsende Bedeutung des Social Web beginnt sich nun ebenfalls immer mehr sich auf die Geschäftswelt auszuwirken.
Diesem Umstand widmete sich kürzlich auch Soren Gordhammer (@SorenG), Autor des amerikanischen Blogs mashable.com. Dabei konzentriert er sich auf vier Bereiche, in denen Social Media und dessen ideeller Hintergrund Veränderungen im Geschäftsleben nach sich ziehen.

1.  Vom Fokus auf den Abverkauf hin zum professionellen Netzwerken

Unternehmen im Social Web konzentrieren sich heute nicht mehr nur auf das Verkaufen ihres Produkts. Sondern darum einen persönlichen Dialog auf Augenhöhe mit dem potenziellen Käufer zu führen und diesen Kontakt möglichst längerfristig aufrecht zu erhalten. Dies mag im Sinne der BWL zunächst sinnlos und geschäftsschädigend erscheinen, stellt aber eigentlich nur einen Umweg hin zum Verkaufsabschluss dar. Dieser Umweg bringt für das Unternehmen keinesfalls Nachteile mit sich, da es genau dieser Prozess ist, der eine Vertrauensbasis zwischen Kunden, Unternehmen und Produkt schafft, welche als Folge einen zufriedenen Kunden hervorbringt, der auch seinen Freunden und Bekannten positiv von seinen Erfahrungen berichten wird.

2.  Von großangelegten Kampagnen hin zum ganzheitlichen Social Media Engagement

Wie auch Gordhamer ganz klar deutlich macht, bietet Social Media die Chance Marketing Maßnahmen durchzuführen, die langfristig von Erfolg gekrönt und dabei nicht wie großangelegte Kampagnen zeitlich begrenzt sind. Social Media Marketing ersetzt klassische Werbekampagne zwar nicht gänzlich und kann auch selbst im Kampagnenrahmen stattfinden, aber es bietet die Möglichkeit potenzielle Kunden auf einer viel persönlicheren und natürlicheren Ebene anzusprechen und auf subjektive Wünsche und Probleme zielgerichtet eingehen zu können. Mit einem verhältnismäßig geringen Kostenaufwand verbessert ein Unternehmen so gleichzeitig seine Außenwahrnehmung und die Kundenbindung.

3.  Von der glattgebügelten Corporate Identity hin zu einem Unternehmen mit Gesicht und Persönlichkeit

Schon oft haben wir an dieser Stelle auf die wachsende Notwendigkeit von Social Media Policys hingewiesen. Solcherlei Richtlinien scheinen im Konflikt mit der Anforderung zu stehen, dass Mitarbeiter von Unternehmen sich in Social Media frei bewegen dürfen und eventuell auch als offizielle Vertreter auftreten sollten. Dieser Widerspruch besteht jedoch nur scheinbar. Mitarbeitern sollte bei ihrem Weg durch Social Media bewusst sein, was sie preisgeben können und was nicht, um nicht sich selbst und/oder die Reputation des Unternehmens zu gefährden. Dabei sollten allerdings keine konkreten Handlungsvorgaben gemacht werden, sondern durch Social Media Guidelines das Bewusstsein dafür gestärkt oder geschaffen werden, welche Reichweite Social Media entwickeln kann und welche Folgen unsachgemäßes Handeln nach sich ziehen kann. Im Optimalfall gehen Mitarbeiter somit vertrauensvoll mit beruflichen Informationen um, verleihen dem Unternehmen aber durch ihre Webpräsenz ein persönliches und menschliches Profil, mit dem sich potenzielle Kunden besser identifizieren können.

4.  Von outgesourceten Kundenhotlines hin zu einer Vielzahl von Support-Kanälen

Unternehmen sprechen oft mit ihren Produkten viele verschiedene Zielgruppen an, die unterschiedliche Hintergründe und Voraussetzungen mitbringen. Support-Kanäle über Social Media zu integrieren, ermöglicht es Kunden, selbst den Weg zu wählen, über den sie mit dem Unternehmen in Kontakt treten wollen. CRM wird so flexibler und effizienter und führt zu zufriedeneren Kunden.

Neben den von Gordhammer genannten Punkten gibt es noch eine Vielzahl anderer Bereiche, in denen Social Media sich auf das Business von Unternehmen auswirkt oder in Zukunft verstärkt auswirken wird.

Wichtig ist hierbei meiner Meinung nach, dass Social Media Unternehmen die Möglichkeit eröffnet, ihre Produkte mehr an den Kundenwünschen auszurichten. Sei es, in dem Kundenmeinung mittels Monitorings aus dem Netz gefiltert werden und als Anreize für die Produktoptimierung genutzt werden, oder ob eigens Portale geschaffen werden, in denen User allein oder gemeinsam mit anderen Produktideen ausarbeiten können wie es zum Beispiel Tchibo mit Tchibo Ideas eindrucksvoll zeigt.

Es ist also eindeutig, dass Social Media heute einen festen Platz in verschiedenen Geschäftsabläufen von Unternehmen einnimmt. Und die Relevanz des Social Web wird sicher auch weiterhin zunehmen. Somit ist es wichtig für Unternehmen den Anschluss nicht zu verpassen, da andernfalls wichtige Wettbewerbsvorteile vergeben werden.

September 23rd, 2009 by Alexander Becker

Jetzt geht es in Köln los. Die wichtigsten Mediendienste haben sich bereits Gedanken über die Messe gemacht. Hier eine Übersicht:

MEEDIA schreibt: „Erstmals findet Deutschlands größtes Branchen-Treffen der Online-Vermarkter in Köln statt. Die Dmexco ist die Nachfolgeveranstaltung der OMD in Düsseldorf. Der Trend der diesjährigen Messe: Online-Werbung wandert auf’s Handy. Zahlreiche Mediengrößen wie Gruner+ Jahr-Chef Bernd Buchholz, Burda-Vorstand Philipp Welte sowie internationale Internet-Leader wie AOL-Chef Tim Armstrong diskutieren über das Neueste in Sachen Online-Marketing.“

Presseschau: Vorberichte zur Dmexco

Wuv.de glaubt: „Auf der Online-Werbemesse Dmexco am Mittwoch und Donnerstag wird Video-Werbung eines der großen Themen sein.“

Horizont kommt zu dem Schluss: „Trotz Wirtschafts- und Werbekrise – die Erwartungen der dmexco-Macher könnten kaum größer sein. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), ideeller und fachlicher Träger der dmexco, will das Event als internationale Leitmesse für digitales Marketing etablieren, neue Standards setzen und den Online-Werbemarkt so auch insgesamt voranbringen.“

Turi2 schreibt: “Deutsches Web 2.0 als Landkarte: Die Forscher von ethority präsentieren StudiVZ, Qype und Co in einem optischen “Social Media Prisma”, dass es auf der Dmexco auch als Poster gibt.”

Auch wir sind auf der Dmexco. Sie finden uns am Stand A030.

September 22nd, 2009 by Tobias Kärcher

Taktiken beschreiben das koordinierte Vorgehen, das zum Erreichen eines konkret definierten Zieles führt. Jene Ziele sind, von Unternehmen formuliert, in der Regel monetär messbar: Sales. Verständlich also der Wunsch nach verlässlichen Kennzahlen, KPIs und ROIs, sobald das Thema Social Media auf den Tisch kommt. Social Media als taktisches Mittel soll zeitnah konkrete Erfolge liefern und klare Antworten auf aktuelle Fragen geben. Hier sind keine Gesamtkonzepte oder weiterführende Perspektiven gefragt. Es geht um Views, Akquise und allenfalls noch um Brand Awareness. Integere Ziele, die jedoch weit hinter den Potentialen der sozialen Netzwerke zurückbleiben.

Erst nachhaltige Konzepte verdienen den Namen der Social Media Strategie wirklich. Dauerhafte Kontakte werden, ein entsprechendes Portfolio vorausgesetzt, zwangsläufig zu den entsprechenden Verkaufszahlen führen. Nicht jedoch als Reaktion auf die einzelne Kampagne, sondern vielmehr aus der Überzeugung heraus, es mit einem Unternehmen zu tun zu haben, das für den Kunden mehr sein möchte als ein Produktlieferant – nämlich ein Partner.

Auch wenn der User bereits zum Client geworden ist, muss das Gespräch gesucht werden. Und jenes geht über das selbstverständliche Angebot von Support und Service hinaus. Wenn man seinen Kunden über einen längeren Zeitraum begleitet, wird man über seine Erwartungen und Wünsche mehr erfahren, als das über Einzelkontakte je möglich wäre, und Social Media lädt zu eben diesem beständigen Dialog ein.

Jede Taktik ist Teil einer Strategie, weswegen taktisches Denken im Umgang mit Social Media unbedingt notwendig ist: Wo halten sich meine Kunden auf? Wie wecke ich ihr Interesse? Wie spreche ich sie an? Aber jede dieser Fragen muss projektbezogen einer Gesamtstrategie untergeordnet werden: Was will ich, gemeinsam mit meinen Kunden, erreichen?

September 22nd, 2009 by Alexander Becker

Im gewissen Sinne sind die beiden großen christlichen Kirchen eine der ältesten und größten Social Communitys, die wir kennen. Zumindest in der offline Welt. Ergo macht es auch ganz viel Sinn, die stofflichen christlichen Netzwerke, in die nichtstoffliche Welt der Bits und Byts zu transformieren.

Evangelische Kirche entdeckt das Web und startet Evangelisch.de

Über zehn Jahre, nachdem eindeutig abzusehen war, dass das Internet kein Kurzzeit-Hype, sonder eine Umwälzung von der Größenordnung der Erfindung des Buchdruckes darstellt, hat es jetzt endlich auch die evangelische Kirche geschafft einen Online-Ort zu bauen, in dem sich Christen, Laien, Pfarrer und Interessierte Treffen, Vernetzen, Austauschen, Diskutieren und Informieren können.

Offizieller Start des neuen Angebotes Evangelisch.de ist am 24. September. Den zu erwartenden Inhalt beschreibt die Seite selbst: „Von aktuellen Geschichten, über hintergründige Reportagen und Filmbeiträge finden Sie dann alles Wissenswerte über das evangelische Leben und Erleben.“

Hinter dem Portal steht die evangelische Kirche in Deutschland (EKD). „Für Aufbau und Redaktion ist das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) in Frankfurt verantwortlich, das auch die Zentralredaktion des Evangelischen Pressedienstes (epd) und die Redaktion des evangelischen Monatsmagazins “chrismon” beherbergt“, schreibt Kress.de. Projektleiterin ist die ehemalige Zeit Online-Redaktionsleiterin Melanie Huber.

September 21st, 2009 by Sabrina Panknin

DIE NEUE VERSION (APRIL 2010)  DES SOCIAL MEDIA PRISMAS (VERSION 2.0) FINDEN SIE HIER:

http://www.ethority.de/weblog/social-media-prisma/

 ethority präsentiert: Das erste Social Media Prisma für den deutschen Markt

Social Media wird hierzulande häufig als US-Phänomen verstanden. Von Obama über Zappos bis Ashton Kutcher – die großen Geschichten stammen immer wieder aus den USA. Und auch Darstellungen wie das vielzitierte Social-Media-Prisma von Brian Solis konzentrieren sich auf die Softwarelandschaft der USA: So fehlen zum Beispiel in der Kategorie Social Networks Xing, VZ-Netzwerke, die Lokalisten oder Wer-kennt-wen, da diese in den USA weitgehend unbekannt sind. Diese Unterschiede hatten wir bereits in unserer Internationalen Social-Network-Studie festgestellt.

Deshalb hat das Team von ethority in Anlehnung an Brian Solis und JESS3´s Conversation Prism: The Art of Listening, Learning and Sharing eine Version speziell für den deutschen Markt entwickelt. Das Prisma zeigt die Landschaft der Social Media in Deutschland mit allen relevanten Konversationskanälen.

Darauf basierend sind die einflussreichsten deutschen und internationalen Anbieter in den einzelnen Kategorien mit ihrem Logo vertreten. Hinsichtlich der Kategorisierung von Solis und JESS3 sind kleine subjektive Anpassungen an den deutschen Markt vorgenommen worden: Die Kategorie „Costumer Service Networks“ aus dem Original wurde z.B. ersetzt durch die Kategorie „Social Shopping/Social Commerce“, die eine immer größere Rolle im Bereich Social Media spielen. Hinzugekommen ist auch die Kategorie „Questions & Answer Sites“, welche trotz Knowledgepools, wie beispielsweise Wikipedia, im Social Web nach wie vor eine bedeutende Position einnimmt.

Das Social Media Prisma wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlich und steht damit zur Verwendung eines jeden Interessierten für Präsentationen und Visualisierungen zur Verfügung. Dabei ist lediglich zu beachten, dass die Quellennennung erfolgt und eine Veränderung untersagt ist.

An dieser Stelle möchte ethority die einzelnen Konversationskanäle zur Diskussion stellen und dazu auffordern, aktiv an der Reifung des Prismas zu einer umfassenden Darstellung der Social-Media-Landschaft in Deutschland beizutragen. Anmerkungen und Vorschläge bitte an prisma@ethority.de oder natürlich als Kommentar auf das Blog.

Das Prisma gibt es hier zum Download oder kostenlos als Miniposter an unserem Stand auf der dmexco (Stand A030). Dort besteht auch die Möglichkeit ein kurzes Statement in einem Vodcast abzugeben.

 ethority präsentiert: Das erste Social Media Prisma für den deutschen Markt

September 21st, 2009 by Sabrina Panknin

Das Blog von ethority erscheint von nun an in einem neuen Look! Als Vorgeschmack auf den Relaunch unseres gesamten Unternehmensauftrittes erscheint das Blog von ethority im brandneuen Design: Im puristischen Weiß und Grau gehalten, bieten übersichtliche sechs neue Kategorien einen Einblick in und um die Welt von Social Media:

Brands & Markets: Hier dreht sich alles um die Frage: Wie bewegen sich Unternehmen und Brands in der neuen digitalen Welt? In „Brands & Markets“ findet man Artikel, die die Veränderung der Märkte durch den Kommunikationswandel der Gesellschaft dokumentieren. Es ist die Rubrik, in der die Best und Worse Practices der einzelnen Branchen und Märkte gezeigt und bewertet werden.

The Lab: Hier plaudert ethority aus dem Nähkästchen und berichtet von innovativen Online-Forschungsmethoden wie z.B. Netnography, semantische Textanalyse oder Trendmonitoring, die bei ethority zum Tragen kommen. Gastbeiträge aus dem Research- und Strategie-Bereich finden hier ihren Platz.

How to: In den Artikeln dieser Kategorie werden Tipps & Tricks verraten, wie sich professionelle Kommunikatoren und Marketer in Social Media optimal bewegen und was beachtet werden muss, um aus dem eigenen Social Media Engagement eines Unternehmens eine Erfolgsgeschichte entstehen zu lassen.

Online Trends: Hier geht es um alles, was neu und innovativ ist und sich schon heute als Trend abzeichnet und um die Frage, wie lsich die neuen Trends in Marketing und PR von Unternehmen einbinden lassen?

The Big Picture: In dieser Kategorie werden die Entwicklungen in Social Media in Weitwinkelperspektive betrachtet: Was verändert sich im Laufe des Wandels von der Gutenbergära zur digitalen Netzwerkgesellschaft? Wie verändern sich Kommunikation, Politik und Mediennutzung? Befinden wir uns inmitten einer medialen Revolution?

Weekender: Der Weekender ist eine Zusammenfassung der vergangenen Woche. Im Laufe jeder Woche wird über unseren ethority Twitter-Stream bereits auf interessante Fundstücke aus dem Netz hingewiesen. Die vier Linktipps, die am häufigsten geklickt wurden und sich somit als „Trending Topics“ erwiesen haben, finden sich auch im Weekender wieder. Außerdem werden wir jeden Freitag noch einmal auf den beliebtesten ethority Blog Artikel der vergangenen Woche hinweisen. Zusätzlich küren wir das Social Media Fundstück sowie das Zitat der Woche.

Events: Unter „Events“ finden sich Beiträge zu wichtigen und interessanten Events aus dem Social-Media-Bereich.

P.S.: Auch unser Twitter-Stream kleidet sich neu!

September 19th, 2009 by Sabrina Panknin

Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt im Jahr 2008 bringt „die medienakademie” mit 60 Studenten das Filmfest Hamburg (vom 24.09.09-03.10.09) mit 50 Videobeiträgen in 10 Tagen (Respekt!) erneut ins Internet. Die Studenten haben es sich zum Ziel gesetzt, die Qualität ihres Angebots dieses Jahr noch zu verbessern, um vor allem noch mehr User anzusprechen.

Das Projekt geschieht in Zusammenarbeit mit dem Filmfest Hamburg , das somit den jungen Medienmachern die Chance bietet, sich zu beweisen und auszuprobieren.

Auf der Plattform www.filmfestblog.de findet man ab Donnerstag, d. 24.09.2009, Berichte direkt vom roten Teppich des Hamburger Filmfest, Interviews mit den Schauspielern und Filmemachern sowie zahlreiche Hintergrundinfos der Filmszene Hamburgs.

Die neuesten Beiträge und Nachrichten gibt’s natürlich auch bei Twitter .

September 19th, 2009 by Sabrina Panknin

Heute wie versprochen einige Slides aus der Präsenstation von Dr. Benedikt Köhler zum Thema “„Wenn Kunden mit Kunden (über Sie) reden: Wie Unternehmen im Web 2.0 erfolgreich kommunizieren”, präsentiert am 10.09.2009 in München auf dem Colloquium der Trurnit-Gruppe:

September 18th, 2009 by Administrator

Mittlerweile dürfte es jeder, der an irgendeinem Punkt ab und zu Berührung mit Social Media hat, gesehen haben – den folgenden viralen Nachsatz zu einer Wahlkampfankündigung:
Und Alle so: Was steckt dahinter?
Auf den ersten Blick sieht man wieder einmal, wie schnell sich in Social Media Inhalte verbreiten können, die sich von dem üblichen Bilder- und Themenrauschen herausheben und dem Betrachter etwas unerwartetes bringen. Ruckzuck wird dieses Bild auf Twitter verlinkt und schafft es in Blogs wie Spreeblick, Nerdcore oder Pop64 (und natürlich auch auf das ethority-Blog). Von diesen Blogs aus wird das Bild dann noch weiter verlinkt und so entsteht eine erweiterte Reichweite, die die Zahl der ursprünglichen Abrufe des Bildes auf Flickr (bislang 15.255) weit übertreffen. Auch Spiegel Online erwähnt diesen Internet-Mem schon.

Aber die Kreativität der Crowd geht noch weiter. Es entsteht die Idee, bei der angekündigten Wahlkampfveranstaltung einen Flash-Mob zu veranstalten, der jede Aussage mit “Yeaahh!” kommentiert, in den Kommentaren wird darüber gestritten, ob man das “Yeaahh!” auch mit nur einem “a” schreiben darf oder ob das dann nicht mehr das echte “Yeaahh!” wäre. Ach ja: Und-Alle-so-T-Shirts sowie einen Und-alle-so-Yeaahh-Song gibt es auch schon.

Natürlich zeigt dieser Mem einmal mehr, wie gut sich das Internet für die schnelle Verbreitung (Viralität) von Botschaften eignet. Aber ich finde eigentlich einen anderen Punkt daran sehr viel spannender:

Im Grunde wird hier eine Offline-Kampagne (= Der Nutzerkommentar auf dem Plakat) in ein Online-Medium hinein “verlängert”, wie das Marketingverantwortliche ausdrücken würden. Dabei leuchtet sofort ein, dass der Spruch seine Verbreitung ganz wesentlich dem schnellen Onlinemedium verdankt. Das Plakat ist räumlich gebunden und wird nur von denjenigen Leuten wahrgenommen, die tatsächlich an diesem Ort vorbeikommen. Es ist also stationär und kann nur schwer auf Wanderschaft gehen, allenfalls in der mündlichen Überlieferung: “Ich habe dort ein Plakat gesehen, und da stand …”

Online geht das alles sehr viel schneller und in Gestalt einer digitalen Fotographie dreht sich dieses Bild so schnell durch Deutschland, dass Vilém Flusser dabei schwindlich werden dürfte. Aber es ist eben nicht nur die massenmediale Verbreitung, die zählt. Nein, die Botschaft wird von den Nutzern verändert, sie verwandelt ihre Gestalt, mutiert in immer neue Formen. Der Spruch “und alle so: yeaahh” wird auf alle möglichen Themen bezogen und nicht nur auf den ursprünglichen Event. So heißt zum Beispiel die hyper-zeitgemäße Gratulation: “…und alle so: Happy Birthday”.

Was an Social Media so faszinierend ist, sind also zwei Dinge, das eine ist die hohe Geschwindigkeit. Ganz gewöhnliche Leute tragen zu einer Verbreitungsgeschwindigkeit bei, die jeden Nachrichtendienst abhängen. Twitter hat mittlerweile Radio, TV und klassische Onlinepublikationen als schnellstes Medium hinter sich gelassen (mit RSSCloud und pubsubhubbub könnten Blogs allerdings noch einmal einen Gang zulegen und zu einem echten Push-Medium werden). Das andere ist aber die hohe Mutationsrate, mit der eine ursprüngliche Botschaft sich immer wieder verändert.

September 18th, 2009 by Sten Franke

Ausgehend vom gestrigen Artikel werde ich heute die komplexeren Social-Media- Monitoring-Technologien und Auswertungsmöglichkeiten näher beleuchten und die Pros und Cons aufzeigen:


Social Media Monitoring Technologien (gridmaster)

Social-Media-Monitoring-Technologien wie gridmaster blicken auf einen langen -Entwicklungszeitraum in den unterschiedlichsten Anwendungsszenarien zurück. Bis 2005 waren das Marken-Monitoring und das Issues-Tracking (Themen-Beobachtung zur Krisen-Prävention) Haupteinsatzgebiete der Technologie.
In dieser Zeit wurden sehr umfangreiche Algorithmen für die Crawler (eigene Suchroboter), die Data-Mining-Fähigkeiten (Textanalyse) besitzen, entwickelt, um für die Krisenprävention exakte und verlässliche Ergebnisse in „Echtzeit“ zu generieren. Mit der Verbreitung von Social Media und der exorbitanten Zunahme der Ergebnismenge durch User Generated Content wurde insbesondere die Infrastruktur und die Performance mittels IBM-Blade-Server-Systeme ausgebaut. So ist es möglich, ein Sample von mehreren Hunderttausend oder Millionen von Marken-Erwähnungen und Nennungen auf eine sinnvolle und erkenntnisliefernde Größe je Themengebiet in kürzester Zeit zusammen zustellen. Das ist Echtzeit-Monitoring!
Im Gegensatz zu vielen anderen Monitoring-Methoden, arbeitet gridmaster mit einer eigenen semantischen Such-Technologie, die nicht von Schnittstellen oder den Datenbänken anderer Anbieter abhängig ist. Zusätzlich werden Harvester (Micro-Searches) eingesetzt, um Social Networks (s. Nutzungsbestimmungen), Foren und Communities bis in die letzte Hierarchie-Ebene untersuchen zu können

Vorteil: hohe Erkenntnistiefe, Geschwindigkeit (real-time od. Echtzeit), Genauigkeit,  uneingeschränkte Anwendungsmöglichkeiten und Performance

Nachteil: höhere Kosten, aufwendigeres Setup

Social Media Research & Netnographie

Meist wird der Gedanke zum Aufbau eines Social Media Monitorings nicht zu Ende gedacht und man beschränkt sich auf das „Was“ und das „Wie“ untersucht wird. Vernachlässigt wird in meinen Augen eine der wichtigsten Komponenten – die Evaluation der Ergebnisse:
Wer hat die nötige Zeit und, nicht zu vergessen, das nötige Fachwissen, die Daten richtig zu interpretieren?! Hierbei geht es beispielsweise nicht um die Aussage „Hier ist ein Beitrag in einem Blog mit hohem Influencer-Potenzial“, sondern vielmehr darum, Referenzpunkte und Marktinformationen zu haben, um das Ergebnis in einem Kontext beurteilen zu können.
Zusätzlich braucht man das marktforscherische KnowHow, um die Verhaltensweisen und Nutzungsmotive der User zu beschreiben, Bindungsmechanismen und deren Bedeutung festzustellen, um eine Empfehlung im Marken-, Produkt-, CRM- oder unternehmensstrategischen Kontexten aussprechen zu können. Genau dieser Punkt beschreibt die Bedeutung der Auswertungsdimension.
Fazit:
In den USA sehen wir schon seit einiger Zeit eine Abkehr von traditionellen Methoden und Vorgehensweisen, da die unternehmensrelevante Bedeutung von Social Media so stark zugenommen hat, dass man auf umfängliche, verlässliche und gültige Informationen in Echtzeit zurückgreifen möchte und das KnowHow von Spezialisten nutzt, um relevante Consumer Insights zu generieren, welche umgehend in Kommunikationsstrategien einfließen können.
Der Einsatz einer dauerhaften Social-Media-Monitoring-Technologie in der Kombination mit erfahrenen Research-Spezialisten bringt beim Einsatz von Social Media
•    nachhaltigen Erfolg in den operativen Einheiten
•    strategische Vorteile gegenüber den Wettbewerbern
•    ein enormes Kosteneinsparungspotenzial
Es geht also nicht um Mehrausgaben, sondern um die Umschichtung von bestehenden Budgets zu Lasten veralteter Methoden. Hier gilt das neue kommunikative Momentum: Statt Mehrausgaben sollte eine Umschichtung der Budgets in die Zwei-Weg-Kommunikation stattfinden. Diese Vorgehensweise ist sinnvoller als Erfahrungskosten meiden zu wollen und sich somit mit jedem verstrichenen Tag den Zugang zu den Konsumenten zu verschließen.