Februar 2nd, 2010 by Sabrina Panknin

Foursquare sinnvoll nutzen oder wie ich meine Freunde nicht in die Flucht schlage it's annoying von cc_von_Whatsername

Location Based Service-Apps scheinen mittlerweile total wichtige Dienste zu sein, sozusagen der Hype der Zeit. Zwar kann man sie noch als Avantgarde-Phänomene bezeichnen (zurzeit etwa 200.000 Nutzer), aber diese Nutzer machen zu viel Lärm! Leider nicht nur auf Foursquare, Gowalla oder Brightkite (oder wie sie alle heißen), sondern auch auf allen anderen Social-Media-Plattformen. Im Folgenden meine ich natürlich nicht die Hunderte von Marketing-Möglichkeiten, die einem dadurch offen stehen, sondern ich spreche von den gefühlten 100 Bürgermeistern in der Timeline. Versteht mich nicht falsch, jeder, der diesen Dienst mag, soll ihn nutzen. Damit ihr aber alle, die vielleicht nicht mit soviel Engagement bei der Sache sind, als Freunde und Bekannte in euren Netzwerken behaltet, hier einige Tipps, wie man sie nicht vertreibt:


1) Sag bitte nicht jedem ständig, wo du bist!

Gerne kann man sich ja überall einloggen, wo es möglich ist, das macht den Sinn der Anwendung  letztendlich auch aus. Aber bitte posaune nicht 20 Mal/Tag über all deine sozialen Netzwerke heraus, wo du isst, arbeitest, schläfst oder mal kurz die Toilette benutzt hast. Gezielter Einsatz seiner Positionsangabe führt außerdem zu einer größeren Beachtung, was mich auch schon zum nächsten Punkt führt

2.) Muss das jetzt sein?

Zu deiner eigenen Sicherheit überlegt dir vor jedem Check-in, ob deine Kontakte das jetzt wirklich wissen müssen oder vielmehr auch wollen. Manche Orte sollte man vielleicht doch eher für sich behalten. Hätte ich einen Worst Case vorliegen, ich würde ihn glatt berichten. Doch ich warne nur schon mal vor, denn was nicht ist, könnte ja noch werden.

3.) Bietet Mehrwert!

Am Anfang bin ich ziemlich oft auf deine Links reingefallen, nur um mir dann nackte Koordinaten anzusehen. Selbst Schuld. Ich wäre vielleicht etwas toleranter, wenn du zu deinen Positionsangaben kurze Shouts, Bilder oder Links mitschicken würdest, um die Sache an sich interessanter zu machen und wirklichen Mehrwert zu bieten.

4.) Foursquare-Verbot in der Bahn!

Bitte vermeide S-Bahn-Streaming. Nicht jede (S-/U-) Bahnstation, die man auf der Durchreise aus dem Fenster sieht, ist eine Kurzmitteilung wert!

5.) Lebe lieber ungewöhnlich!

Also wenn du schon jedem berichten möchtest, wo du bist, dann zeig ein richtig aufregendes Leben! Besuche nur Orte, mit denen du Eindruck schinden kannst! Lieblingsitaliener, Vodafone-Flagshipstores und Stammkneipe sind ab sofort tabu!

6.) Sei ein Trendscout!

Wenn schon Location based, dann nutze die Möglichkeit, Tipps oder Kommentare zu den einzelnen Orten anzulegen. Auf diese Weise entsteht ein Social-Media-Stadtführer, der jedem auch wirklich etwas bringt. Als Bonus erwirbt man sich selbst nicht nur eine Reputation als hypermobiler Nomade, sondern gilt darüber hinaus als Insider und Trendscout.

25 Kommentare
Ragnar2. Februar 2010 um 10:56 Uhr

sehr gelungene Tipps!
wichtiger Punkt ist auch:
Nutze Foursquare nur, wenn Du Dich länger aufhälst. Ich berichte also über den Besuch beim Lieblingsitaliener nur, wenn ich Gesellschaft wünsche. Der dreiminütige Abstecher bei Metzgerei wird nicht “gefoursquared”.

Sabrina Panknin2. Februar 2010 um 11:00 Uhr

Hallo Ragnar,

danke, richtige Einstellung!
Viele Grüße, Sabrina

Schiedi2. Februar 2010 um 11:15 Uhr

Wunderbare Zusammenfassung, vielen Dank. Hoffentlich nehmen sich das auch die User zu Herzen!

Benedikt Köhler2. Februar 2010 um 11:22 Uhr

Ich fühle mich als leidenschaftlicher S-Bahn-Broadcaster ertappt. Für mich sind die Foursquare-Punkte, die ich mir an S-Bahnstationen “dazuverdiene” eine Art Entschädigung für die ständigen Fahrpreiserhöhungen.

Dirk2. Februar 2010 um 11:27 Uhr

Schön, dass es mal einer ausspricht. Unbedingt auf die Tabuliste gehören auch Tankstellen und Bäckereifilialen ;)

Bernhard Jodeleit2. Februar 2010 um 11:46 Uhr

Am wichtigsten finde ich die Frage, welche Check-Ins getwittert und bei Facebook veröffentlicht werden. Wer sich hier auf die spannenden Locations beschränkt, der darf auch gern jeden Sonntag beim Bäcker und jeden Tag in seinem Firmen-Headquarter einchecken.

Mittelfristig werden die Location Based Games nur erfolgreich sein, wenn sie Mehrwert und wirklich nutzbare Informationen aggregieren. Das ist bislang noch keinem der Anbieter gelungen. Ob am Ende Google auch dieses Match gewinnt?

Sabrina Panknin2. Februar 2010 um 12:59 Uhr

Eine Ergänzung zu Punkt 2: Worst Case http://twitpic.com/110bru
Vielen Dank an Yannick Lott über Twitter (@yannicklott)

Mike Schnoor2. Februar 2010 um 15:18 Uhr

Interessante Aspekte, aber ich muss gestehen, ich kann mich mit keiner deiner Thesen identifizieren. Ich nutze #4sq aus Spaß, und nicht um irgendwem dort draußen einen Mehrwert zu bieten. Für mich gehören U-Bahn-Stationen, Postbank, Real, REWE, Aldi, Flughäfen und sonstige einfache Dinge genauso zum Leben wie die ach so wunderbare Cocktailbar. Apropos Cocktailbars – ich finde es absolut peinlich, wenn gewisse Damen und Herren regelmäßig zu gewissen Tageszeiten in die Schuppen einkehren und damit von ihrem Besäufnis offenkundig berichten. Und wer konsequent seine Foursquare-Locations verschleiert, hat definitiv etwas zu verbergen. Dann lieber drauf verzichten.

Sabrina Panknin2. Februar 2010 um 15:30 Uhr

Hallo Mike,
danke für dein Kommentar. In einem Punkt stimmen wir aber doch überein: Punkt 2. Natürlich ist der Text auch mit einem Augenzwinkern geschrieben, aber in jeder Übertreibung steckt auch ein Quentchen Wahrheit drin…

Viele Grüße, Sabrina

Verena2. Februar 2010 um 15:33 Uhr

Absolut richtig, was Du schreibst! Für mich zentral sind 2 Punkte:

1. Check gerne den ganzen Tag überall ein, aber teile das bitte nicht sämtlichen Netzwerken á la minute mit. Es interessiert nämlich tatsächlich gar keinen, ob Du täglich ins Büro gehst.

2. Was das Kern-Problem an all diesen Diensten ist, dass sie lediglich auf der Besucher, nicht aber auf der Anbieter-Seite genutzt werden. Wenn Starbucks an den Bürgermeister also (wie in US) kostenlosen Kaffee ausschenken würde, man bei der Tankstelle einen Kinderriegel umsonst bekäme und Kamps eine Streuselschnecke für den Bürgermeister springen lässt, dann hätte das ganze Einchecken auch endlich einen wirklichen Sinn. Denn dann würde man gezielt locations ansteuern, weil man einen Mehrwert hätte. Solange die Anbieterseite schläft, bleiben es tote one-way-tools.

3. Das Schlimmste, das man meiner Meinung nach machen kann ist in locations einchecken, in denen man gerade gar nicht ist, um Punkte zu sammeln. Das ist natürlich in erster Linie ein grobes App-Problem von Foursquare, aber ein ebenso großes Armutszeugnis der Falsch-Einchecker.

Mike Schnoor2. Februar 2010 um 15:52 Uhr

@Sabrina – Kein Thema, das Thai-Beispiel war ja einschlägig.

Ich glaube, man kann den Informationflow außerhalb von 4sq gut eingrenzen, wenn man die Einstellung deaktiviert, jedesmal Twitter und Facebook zu benachrichtigen. Für Badges und Mayorships ist das ganz nett, doch jeder Stop ist überflüssig. Wer aber alles von 4sq zu Twitter jagt, der soll lieber schnellstmöglich Besserung geloben. Der Info-Stream bei 4sq selbst ist vollkommen egal, denn wer liest schon diese Infos? Als “nicht-app” User komme ich gar nicht in den Genuß, auch nur mehr als das Mobile-Portal von 4sq anzuschauen – da hält sich alles rudimentär in Grenzen und ist absolut ertragbar. Vielleicht ein Problem für App-Freaks? :)

Raventhird2. Februar 2010 um 17:08 Uhr

Ich melde mich grundsätzlich nur von Penny oder mitten in der Nacht von der Aral-Tanke! Wenn ich Bahn fahre, dann wird sowieso jede Haltestelle gepostet, ich muss ja schließlich auf der Fahrt was zu tun haben. Sonst verlasse ich ja auch eher selten das Haus, zumindest so lange es nocht bei iPad gibt, dass nicht nur ein großes iPhone ist!! ;)

Automatisches Lektorat2. Februar 2010 um 17:09 Uhr

“nocht bei” -> “noch kein”, Fingerverknotung beim Tippen.

[...] zu übertragen. Zum Beispiel wären manche Zeitgenossen ja sogar bereit, über Foursquare die Verkehrsbetiebe wissen zu lassen, wo sie gerade sind und alles reibungslos läuft. Dass die [...]

René Fischer2. Februar 2010 um 20:50 Uhr

Und für alle die es immer noch nicht kapieren, gibt es ja auch eine Blacklist oder Unfollow.

Tim2. Februar 2010 um 21:08 Uhr

zeig ein richtig aufregendes Leben!

Wer eins hat, benutzt keine Location Based Service-Apps.

[...] ewigen Besserwisser, die meinen, Benimmregeln fürs Internet aufstellen zu müssen. Könnt ihr eure Klicks nicht origineller [...]

[...] besser für seine Freunde machen sollte. Die liebe PR-Kollegin Sabrina theoretisiert in ihrem aktuellen Blogeintrag, dass man durch ein paar Guidelines die Nutzung von Foursquare wesentlich besser für seine [...]

Sabrina Panknin3. Februar 2010 um 16:51 Uhr

Als Nebenwirkung zu meinem Blogartikel hab ich eine neue Erkenntnis gewonnen: Nennt es Tipps und sie werden zu Regeln.;-)

Daniel3. Februar 2010 um 18:10 Uhr

@ Verena: einzelne Locations nutzen das schon: im Berliner St. Oberholz gibts für den #4sq-Mayor eine Coffee-Flatrate und für Besucher der Social Media Week, die sich im 4010-Store um die Ecke einchecken, kostenlose Getränke. Mit der Zeit werden sicherlich auch andere, weniger geekige Orte Ähnliches anbieten.

Ulrich Glemnitz3. Februar 2010 um 18:54 Uhr

Danke für die guten Tipps für alle 4sq Nutzer :)

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Sabrina15. Februar 2010 um 07:53 Uhr

Passt noch so schön zum Thema:

http://bit.ly/9ws7AL

Gefunden bei mashable.

Sabrina Panknin17. Februar 2010 um 14:26 Uhr

Und noch eins :-)

http://pleaserobme.com/

aufmerksam geworden durch @nico. Vielen Dank!

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