April 27th, 2010 by Daniel Leicher

Gestern dominierte nur ein Thema die Twitterwelt: Diesmal war es ein Viral Video von Germanwings.

Als Viral Videos bezeichnet man Videos, die sich sprichwörtlich wie ein Virus im Netz verbreiten sollen. In vielen Fällen werden solche Kurzfilme direkt von Firmen erstellt, um die eigenen Produkte zu bewerben. Es gibt jedoch zwei Arten von Virals:

1. man sieht nicht auf einen Blick, von wem das Video stammt, die Markenbotschaft wird unterschwellig vermittelt wie beim folgenden Beispiel:

2. man setzt die Marke bewusst ein.

Germanwings wählte Variante Nummer 2 und hat sich nicht versteckt und hat so vermutlich auch erst den großartigen Viral-Effekt erzielen können.
Das Video wurde in einem EasyJet Flugzeug gedreht. Während eine wackelnde Videokamera auf die Sitzreihen vor sich hält, werden dort immer wieder Schilder hochgehalten, um ein Gespräch nachzustellen. Somit kann man eine Konversation nachlesen, die unter normalen Umständen sehr geräuschvoll hätte geführt werden müssen. Am Ende erfolgt die Auflösung in Form der eigentlichen Werbebotschaft .

Aber wir wollen ja nicht zu viel verraten…

Januar 19th, 2010 by Sabrina Panknin

Foursquare – und wie es die Welt veränderte…

Der Titel sollte aufmerksamen Lesern bereits bekannt vorkommen. Gestern erschien auf Mashable der Artikel „5 Ways Foursquare is changing the world“ und, von uns aufgegriffen, wurde dieser gefühlte 100 Mal retweetet (aber 20 mal bestimmt) . Das heißt, dass  großes Interesse an dem Thema Foursquare und seinen (möglichen) Funktionen und Sinn dahinter besteht. Ich persönlich bin noch kein Fan des Location Based Service und bin deshalb gespannt, wie 4sq denn die Welt verändern könnte

CC von borman818CC von missRougeCC von LOLrenCC von Hamed_SaberCC von Tim Sackton

Foursquare könnte ein neue Währung einführen und etablieren

Die amerikanische Dessert-Kette Tasti-D-Lite schenkt jedem Kunden, der sich über 4sq einloggt, einen Bonuspunkt für die Kundenkarte. Dadurch kommt man schneller an seinen Extra-Nachtisch. Mashable vermutet hinter dieser Symbiose von „technology, business, and social media awareness“ die Zukunft und, eingeschränkt, kann man der These durchaus zustimmen. Ein solches Punktesystem kann für einzelne Geschäftsfelder wie Restaurants sicherlich verkaufsfördernd wirken, allerdings ist 4sq zusätzlich an einige andere Faktoren gebunden, was den Erfolg auf lange Sicht und bei der breiten Masse wahrscheinlich nicht bringen wird.

Foursquare könnte unser Leben bedeutsamer machen

Foursquare besitzt durchaus einen spielerischen Charakter, der im Erreichen des Mayor-Status gipfelt. Mashable bringt den spielerischen Effekt auf eine andere Ebene und stellt eine Frage, auf die ich z.B. so  nie gekommen wäre: „Wer führt das interessanteste Leben und besucht die coolste Location?“. 4sq inspiriert also die Leute dazu, sich an interessante Plätze als gewöhnlich zu begeben und so ihr Leben ein wenig bunter zu gestalten, um in den Augen der Öffentlichkeit bestehen zu können.

Foursquare könnte den Begriff „Stammgast“ neu definieren

Mayor zu werden, scheint das höchste Ziel des „Spiels“ Foursquare zu sein. Diese Identifikation mit den Lieblingsplätzen befindet zumindest Mashable für pädagogisch wertvoll. Von diesem unterbewussten Ur-Bedürfnis profitieren die Lokalitäten, die den gesamten Identifikationsprozess in Gewinn umsetzen. Ein kleiner Tipp fürs Geschäft: Sonderkonditionen für Mayors anbieten, das schürt den Kampfgeist!

Foursquare könnte das Online-Erlebnis in die Offline-Welt tragen

Im Prinzip nimmt Foursquare eine ähnliche Funktion im Feld der Kundenbindung ein, die Twitter bietet. 4sq treibt die Beziehung noch einen Schritt weiter: Während bei Twitter auf Dialog und eine soziale Bindung zu Unternehmen gesetzt wird, geht es bei 4sq um eine Bindung zwischen einem Ort und einer Person (online), hat aber durch die öffentliche Verortung die Möglichkeit, Leute in der Offline-Welt zusammenzubringen, um sie an ihren Lieblingsplätzen zu vereinen.

Foursquare könnte den Blick auf höhere Bildung lenken

Mashable berichtete bereits, dass die Elite-Universität Harvard das Prinzip von 4sq begrüßt und adaptiert hat:Dieser Umstand alleine verleitet Mashable zu der Aussage, dass FS einen höheren Sinn verfolgt als Abzeichen zu sammeln (?)!

P.S. Und das hat noch was mit Bildung zu tun.Im Großen und Ganzen überzeugen die Gründe nicht wirklich, auch wenn Foursquare sicherlich den ein oder anderen Vorteil, auch im Business-Bereich, hat, steht doch für viele der Spieltrieb und das Erreichen eines Status im Vordergrund.

November 2nd, 2009 by Alexander Becker

Das gab es noch nie.
Bislang galt beim Thema Twitter und Zeitungen: Jede vermeintlich moderne Zeitung hat einen offiziellen Twitter-Stream. Bei besonders fortschrittlichen Titeln gibt es sogar mehrere Zwitscher-Kanäle. Diese Redaktionen sind jedoch die absolute Ausnahme, anstatt die Regel. Dazu kommen bei jeder Zeitung ein paar Kollegen, die Privat twittern.

Springers „Weltkompakt“ geht jetzt einen Schritt weiter und hat weite Teile der Redaktion davon überzeugt selbst unter dem eigenen „Weltkompakt“-Kürzel „WK“ zu Zwitschern. So entsteht ein spannendes Experiment: Die erste twitternde Redaktion, der man beim Entstehungsprozess einer Ausgabe aus über 20 Perspektiven beim „Zeitungsmachen“ zusehen kann.
„Weltkompakt“ Experiment: Hier twittert fast die ganze Redaktion

Die Liste wk_master umfasst bislang 29 Nutzer, die alle vor ihrem Nachnamen einen Unterstrich und die Abkürzung WK tragen. Einziges Manko an dem spannenden Experiment ist das Versäumnis, das bei den wenigsten WK-Zwitscheren zu erkennen ist, welchen Ressort sie angehören oder was ihr Job in der Redaktion ist.

Der Twitter-Angriff ist Teil der “Innovationsoffensive” (Eigenwerbung), die sich Springers Metropolen-Blatt gerade gönnt. Die kleine Tabloid-Schwester der “Welt” wird ab sofort auch in Frankfurt, Köln und Düsseldorf mit regionaler Berichterstattung präsent sein. Des weitern hat die Zeitung „Lifestyle“ und „Internet“ zwei neue Ressort. Zudem startet „heute“ – laut Werbeblogger – „eine groß angelegte, bundesweite Werbekampagne, um potenzielle Leser auf einen neuen thematischen Fokus aufmerksam zu machen“.

Oktober 20th, 2009 by Alexander Becker

Kein YouPorn-Schrott, sondern seriöse Erotik: So glaubt Christian Lang, Geschäftsführer von Lomex Media, Verlagen eine ernsthafte Finanzierungsalternative bieten zu können. In einem spannenden Beitrag auf Gründerszene schreibt der Berliner: „Derzeit bieten sich großen Medienmarken zur Refinanzierung ihrer Redaktionen vor allem fünf Geschäftsmodelle, die trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage weiterhin eine verlässliche Aufwärtsentwicklung vorweisen können: Die Rede ist von E-Commerce, performancebasierten Werbeformen, Gaming-/Gamblingangeboten, Datingplattformen und dem Geschäft mit hochwertigen Erotikangeboten.“

Natürlich ist es so, dass sich keine seriöser Medien-Anbieter gerne die vermeintlichen Hände mit Erotik-Content – wie hochwertig auch immer er sein mag – schmutzig machen will. An diesem Punkt kommt Lang und seine Lomex Media ins Spiel. Denn die Berliner stellen den Verlagen einfach fertige Portale zur Verfügung, die diese nur noch in ihre Web-Angebote integrieren müssen. Zu den Kunden gehören Bild.de, Bauer, Sat.1 genauso wie Sevenload oder GMX.

Hochwertige Erotik als Medienretter?

In seinem Beitrag für Gründerszene benennt Lang fünf Gründe, wie ein Publisher ohne Beigeschmack am Erotikgeschäft verdienen kann:

1. Die Inhalte müssen sich geschmackvoll, hochwertig und glossy präsentieren. Erotik ist längst zu einem akzeptierten Bestandteil der Alltagskultur geworden, wenn die Verpackung stimmt.

2. Alle hinführenden Elemente müssen individuell an das redaktionelle Portalumfeld angepasst werden und sich nahtlos einfügen.

3. Moderne Erotikangebote sollten nachgefragte Trendthemen wie aktuell zum Beispiel Frauenerotik besetzen.

4. Die Trennung zwischen Medienmarke (jugendfreier Content) und Erotikplattform (Ü18-Inhalt) muss klar erkennbar bleiben.

5. Sämtliche deutschen Jugendschutzregelungen müssen kompromisslos eingehalten werden.

Der Erotik-Bereich bietet den Verlagen vor allem einen Vorteil. In diesem Segment ist es der Kunde gewohnt zu zahlen. Das ist der große Unterschied zu klassischen Nachrichten-Angeboten.

Oktober 18th, 2009 by Alexander Becker

Es ist nicht so einfach mit der modernen Unternehmens-Kommunikation. Fast könnte man meinen: Wie man es macht, macht man es falsch. Ein gutes Beispiel dafür ist der Datendiebstahl bei SchülerVZ.

Offene Kommunikation im Fall des SchülerVZ Datendiebstahls

Aber der Reihe nach:
- Am Freitag veröffentlichte Netzpolitik.org, eine Meldung, dass man im Besitz von über einer Million Daten aus SchülerVZ-Profilen sei. Schnell stieg Zeit Online in die Story ein und beschwerte sich gleich, dass es keine Stellungnahme der VZ-Netzwerke gebe.

- Nicht jedes Unternehmen kann an einem Freitagnachmittag eine Stellungnahme zu einem vermeintlichen Datendiebstahl liefern. In diesem Fall sind die Berliner entschuldigt.
Gegen 18.30 brach man dann auch das Schweigen und postete eine erste Erklärung: „Wir haben am heutigen Nachmittag Kenntnis über folgenden Vorgang erhalten: Ein SchülerVZ-Nutzer hat eine Vielzahl von Profilen aufgerufen und Kopien einzelner der für alle SchülerVZ-Nutzer sichtbaren Daten angelegt: Name, Schule, Geschlecht, Alter, Profilfoto.“ Das Unternehmen zeigt sich ehrlich und gab den vermeintlichen Diebstahl gleich zu.

- Nur Stunden später folgt die nächste Erklärung. Im Unternehmens-Blog werden die vier wichtigsten Fragen zum illegalen Datenkopierer beantwortet. Ich finde, dass ist ein vorbildliche Kommunikation.

- Stunden später scheint der Fall erledigt. „Die Daten, die ein SchülerVZ-Nutzer illegal und entgegen der VZ-AGB kopiert hat, sind wieder in Sicherheit: Dank der schnellen und erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Blog Netzpolitik.org und dessen Gründer Markus Beckedahl, wurde die Liste der kopierten Informationen nicht in Umlauf gebracht und inzwischen gelöscht“. Dieses Posting ging Freitagnacht beziehungsweise Samstagmorgen online.

- Samstagmittag gab es wieder einen neuen Stand: „Unsere weiteren Ermittlungen haben ergeben, dass es sich bei der Quelle von Netzpolitik.org nicht um den tatsächlichen Verursacher sondern um einen „Trittbrettfahrer“ handelt, der Zugang zu den Daten des eigentlichen Täters hatte.“
Jetzt sucht man in Berlin weitere User, die im Besitz von Dateien mit unzähligen Datensätzen sind.

Stand Sonntagabend ist nun, dass mittlerweile zu befürchten ist, dass mehrere Datensätze im Umlauf sind, und es ist völlig unklar, in wessen Besitz sie sich befinden. Wie geht die VZ-Gruppe in der Kommunikation mit dieser neuen Situation um?

Bis Samstag wurde über jeden Schritt im Firmen-Blog berichtet. Seit dem kam nur noch ein Update dazu. Das Problem an den Wasserstandsmeldungen des Freitags ist nämlich, dass – trotz vorbildlicher Kommunikation – der Eindruck entstehen kann: Hier ist ein Unternehmen, das ziemlich planlos in der aktuellen Krisensituation agiert. Dieser Eindruck wäre falsch! StudiVZ wies uns richtigerweise daraufhin, dass der Fall in den Händen der zuständigen Ermittlungsbehörden liegt und somit bis auf Weiteres nicht mehr darüber gesprochen werden darf.  Diese Reaktion beweist, dass die VZ-Gruppe diesen Fall durchaus beobachtet und einer Krisensituation mehr als gewachsen ist.

Dazu kommt, dass  die Verunsicherung bei den Nutzern noch größer geworden wäre, wenn die VZ-Netzwerke nicht jeden einzelnen Schritt dokumentiert hätten.

In dem Datenklau liegt sogar eine Chance für die VZ-Netzwerke. Haben die Nutzer jetzt das Gefühl, dass die Company jederzeit offen und ehrlich mit ihnen zusammenarbeitet, kann das ungemein die Loyalität der Community steigern. In Zeiten, in denen der Rivale Facebook immer mehr Nutzer gewinnt, ist kein schlechter Nebeneffekt.

Oktober 14th, 2009 by Sabrina Panknin

Es gibt nicht viele gute Virals, aber Volkswagen hat mit der neuen Kampagne ins Schwarze getroffen! Über 2.000.000 Millionen Abrufe binnen einer Woche sprechen für sich. The Fun Theory widmet sich dem Phänomen, dass man am Einfachsten durch  spaßbringende Aktionen eingefahrene Verhaltensweisen der Menschen  zum Besseren, im folgenden Video zum Gesünderen, ändern kann. Immer unter dem Motto: Be it for yourself, for the environment, or something entirely different, the only thing that matters is that it’s change for the better!

Die Klaviertreppe erinnert mich an den Film “Big” (1988) mit Tom Hanks, der dort als 12 jähriger Junge im Körper eines Mannes fasziniert von dem Klavier zum Drauftreten in einem Spielzeugwarenladen ist (F.A.O. Schwarz, New York, wenn ich mich recht erinnere). Fazit: Die Aktion weckt das Kind und den Entdecker in vielen Erwachsenen und gibt somit natürlich Anlass zum Verbreiten!

Wir sagen: Daumen hoch für Volkswagen, die durch ein dezentes Branding in Social Media punkten konnten.

Oktober 8th, 2009 by Sabrina Panknin

Die Chicago Tribune veröffentlichte im Rahmen einer Kooperation mit Comscore die aktuellen US-amerikanischen Nutzerzahlen und Geschäftsmodelle von MySpace (64,2 Mio), Facebook (92,2 Mio) und Twitter (20,8 Mio). Auffällig dabei ist, dass nur Facebook sein ungebremstes Wachstum auf dem internationalen Markt fortsetzt, während Twitter und MySpace eher stagnieren.

US-Nutzerzahlen von Facebook, MySpace und Twitter

September 16th, 2009 by Alexander Becker

Die bittere Wahrheit ist noch immer: Die wenigsten Unternehmen wissen, wie man erfolgreich Kampagnen in sozialen Netzwerken fährt. Das trifft offenbar auch auf Ikea zu. Doch im Gegensatz zu den meisten anderen Companys machen die Schweden nun aus der Not eine Tugend und fragen ihre Kunden: „How can IKEA use social media to generate a stronger relationship with internet and social media users?“
Vorbildlich 2.0: Ikea bittet Kunden um Hilfe

Um diese Frage zu beantworten sammelt die norwegische Agentur Vizeum nun alle User-Ideen per Blog ein. Die Köpfe hinter der Kampagne glauben, dass sich nur via Crowd Sourcing das „ultimative Produkt“ entwickeln lässt.

Vorbildlich 2.0: Ikea bittet Kunden um Hilfe

Damit sich die Nutzer nicht in grundsätzlichen Debatten verlieren, haben sich die Jungs von Vizeum zu eines smarten Kniffs bedient: Sie stellen ihren Lesern Fragen und bitten direkt um konkrete Antworten.

Die Fragen lauten unter anderem:
- Do you have any other sites, platforms and brands that can inspire us?
- What role should IKEA play in social media and what role would their presence in social media play for you?
- What kind of content would you like to have on the platform?
- In what way would you connect with the IKEA brand and other IKEA fans?

Die bisherige Beteiligung ist akzeptabel, aber nicht überragend. Das beweist: Einfach eine Seite ins Web stellen und glauben, dass jetzt tausende von begeisterten Kunden mitmachen, ist falsch. Online-Kunden-Kommunikation ist ein Marathon. Wenn Ikea in sechs Monaten oder einem Jahr noch immer über diese Seite mit seinen Kunden spricht, dann haben die Schweden wirklich vieles richtig gemacht.

September 11th, 2009 by Sabrina Panknin

Google hat leise, still und heimlich eine neuen Service gelauncht: Die Google Internet Stats. Wie gewohnt im minimalistischen Layout und mit sehr schnellem Interface. Google ist durch den User Generated Content, u.a. in Form von 77 Milliarden Suchanfragen im Monat, zu einer „Datenbank der Wünsche” geworden.

Nun bietet die Suchmaschine auch expertengenerierte Daten und Statistiken.

Google Internet Stats: das neue „Statistisches Bundesamt für das Web?!

Die Seite verspricht nach eigener Aussage „[that the service] brings together the latest industry facts and insights together in one place”. Google bündelt hier also Daten und Statistiken aus dem Netz in kurze und prägnante Aussagen und stellt diese zur allgemeinen Verfügung, klassifiziert in fünf Schwerpunktbereiche:

Macro Economic Trends

Technology

Consumer Trends

Media Consumption

Media Landscape

Die einzelnen Schwerpunkte sind jeweils eingeteilt in Unterkategorien: So kann man unter dem Punkt “Technology” statistische Zahlen  und Fakten aus den Bereichen Broadband, Devices, Mobile und Speed einsehen.

Grundlage und Input gibt es unter anderem von B2Bonline.com, BusinessWeek, Commission of the European Communities, Comscore, The Economist, eMarketer, Enders Analysis, Eurostat, Financial Times, Forrester, Google Insights for Search (natürlich!), HarvardBusiness.org, Hitwise, Internetworldstats.com, KMPG, Mindshare, New York Magazine und PriceWaterhouseCoopers.

Hier stellen sich nun die Fragen: Was sind Googles Ziele? Möchte Google eine Art von „Statistischem Bundesamt” auf der Online-Ebene werden? Zu beachten ist, dass die Auswahl der Zahlen und der Statistiken es Google ermöglichen, die eigene subjektive Sicht als Realität darzustellen, die auch noch durch Zahlen und Daten belegt werden kann. Der Knackpunkt ist: Sind wohl auch Google-kritische Zahlen dabei?!

Der unauffällige Launch der Seite wirft außerdem die Frage auf, ob sich diese Angebot in einer (ausbaufähigen) Testphase befindet. Darauf könnte auch die Verwendung der UK-Domain hindeuten?!

Auf jeden Fall ist es wert, Google Internet Stats weiterhin zu beobachten.

September 3rd, 2009 by Sten Franke

Durch die gesellschaftlichen Veränderungen spielen heutzutage immer mehr das Web 2.0 und Social Media eine tragende Rolle. Somit ist es besonders wichtig, Entscheidungsträger eines Unternehmens an die Materie heranzuführen.
Zu diesem Zweck veröffentlicht der Arbeitskreis Social Media im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) pünktlich zur dmexco, die neue Messe für digitales Marketing, den “Social Media Kompass”. Als AK-Leiter habe ich natürlich keine Kosten und Mühen gescheut, um nicht nur informierende Inhalte zu liefern, sondern auch dafür zu sorgen, dass alles rechtzeitig fertig wurde.

Wenn sich also in genau 19 Tagen die Pforten der dmexco öffnen, gibt es aus der Feder von ethority und weiteren Mitgliedern des Arbeitskreis Social Media den Leitfaden für den Bereich Social Media. Exemplare gibt es kostenfrei beim BVDW und selbstverständlich am ethority Stand A030 in Halle 8 (Eingang Nord).
Im Social-Media-Kompass gibt es neben einer allgemeinen Einführung in den Bereich Social Media, einen Einblick in das Nutzerverhalten, sowie Tipps für den Einsatz von Social Media Kampagnen, aber auch wichtige Hinweise auf Kennzahlen und das geltende Recht in Social Media. Somit richtet sich das Nachschlagewerk an alle interessierten Einsteiger, aber auch an fortgeschrittene im Bereich Social Media.

Hier vorab ein exklusiver Einblick:

Der Kompass gibt Antworten auf die Fragen in Hinblick auf die Anwendungsfelder im Bereich Social Media: Wie kann ich im Marketing, PR oder Vertrieb von Social Media profitieren? Welche Branche hat den meisten Buzz im Netz? Es wird schwarz auf weiß gezeigt, welche Branchen den meisten Buzz-Anteil im Netz haben.

Social Media Kompass: Wir helfen bei der Orientierung!

Auch die praktische Nutzung von Tools wird nicht vernachlässigt:

Individualkampagnen mit Weblogs und Mircoblogging

[…]Weblogs und Microblogging-Profile können sowohl als Online Publishing Tools als auch als Kanäle für den direkten Kontakt beziehungsweise Dialog mit Kunden dienen. Im Kampagnen-Kontext eignen sie sich besonders deshalb für die gemeinsame Verwendung, da beide ähnliche Eigenschaften haben und sich gleichzeitig in ihren Funktionen ergänzen.

In einem Blog bestimmt der Autor die Themen und liefert den passenden Content dazu. In den Dialog mit seinen Lesern tritt er über die Kommentare. Gehen aus diesen Anmerkungen neue, relevante Informationen hervor oder wurden Hinweise auf eventuelle Fehler gegeben, kann der Blogger seine Postings entsprechend anpassen oder das Thema in einem neuen Blogpost vertiefend aufgreifen oder aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Bei der Nutzung von Microblogging Tools verschiebt sich das Verhältnis von Kommunikator und Rezipient noch stärker in Richtung der anderen Microblogging User. Zwar können über diesen Kanal ebenfalls Informationen wie Hinweise auf Blog-Beiträge, interessante Kampagnen, das eigene Unternehmen oder über andere Nachrichten aus dem definierten Themenbereich verbreitet werden. Die anderen Nutzer haben aber verstärkt die Möglichkeit, selbst Dialog-Anstöße zu liefern. […] Entscheidet sich ein Unternehmen dazu, für Marketing-Zwecke ein Blog und einen Microblogging-Kanal einzusetzen, bauen sie eine Art digitalen Zweigstandort in dem Umfeld auf, in dem die potenziellen Kunden einen Großteil ihrer Zeit verbringen – im Social Web. So werden diese Marketing-Elemente im verkaufsrelevanten Umfeld positioniert. Sie werden zur zentralen Anlaufstelle für Kunden und Prospects, die Informationen zum Unternehmen oder zum Produkt erhalten wollen. […]

Bei Interesse empfehle ich den Besuch des Seminarslots des BVDW am Donnerstag, den 24.09.2009, von 13.00-14.00 Uhr, in dem die Inhalte des Social Media Kompass ausführlich im Seminarraum 3 vorgestellt werden.
Ich bin stolz darauf, dass mein Team und ich Teil des Autorenpools sind und freue mich auf Reaktionen!

September 1st, 2009 by Alexander Becker

Hintergrund:
Kai Pahl erklärt: „Mitte April veröffentlichte Trainer Baade einen Blogeintrag der sich mit dem neuen Logo von JAKO (Sportbekleidung) beschäftigte. Weil dieser Blogeintrag der Marke JAKO so offensichtlichen Schaden zufügte, dauerte es nur knapp vier Wochen, bis Iris Sanguinette von der Kanzlei Horn & Kollegen eine Abmahnung an Trainer Baade schickte. Die Abmahnung richtete sich gegen vier Formulierungen aus dem Blogeintrag. Es gab mehrere Vergleiche der Marke JAKO und eine Bewertung des Logos, die als “unzulässige Schmähkritik” gegen das Wirtschaftsunternehmen(!) bewertet wurden. Ein weiterer Vergleich wurde als unwahre Tatsachenbehauptung eingeschätzt, die JAKOs wirtschaftlichen Interessen gefährdet. Der Gegenstandswert der Auseinandersetzung wurde auf 25.000,- Euro veranschlagt.“
Blog Schau: JAKOs PR Desaster

Seit dem Blog-Eintrag von Kai Pahl hat sich – innerhalb eines Tages – für den Sportbekleidungs-Herrsteller ein wahres PR-Desaster entwickelt. Laut Rivva haben sich mittlerweile 33 Blogs mit dem Thema befasst. Sucht man via Google nach JAKO finden sich die Schmäh-Texte bereits innerhalb ersten zehn Treffer. Ob JAKO mit diesen Ergebnis zufrieden ist?

Blog Schau: JAKOs PR Desaster

Anschaulich beschreibt Marcel Weis, dass JAKO für einen sogenannten Streisand-Effekt sorgte: „2003 wollte Barbara Streisand verhindern, dass ihr Strandhaus in einem Buch eines Fotografen neben anderen Strandhäusern abgebildet wird. Ihr Rechtsstreit mit dem Verfasser des Buches führte zu mehr Aufmerksamkeit im Internet als es das Buch selbst je erregt hätte. Streisand hat das Gegenteil von dem erreicht, was sie wollte: Ihr Strandhaus möglichst aus der Öffentlichkeit heraushalten.“

Stefan Laurin konnte immerhin bereits mit JAKO reden: „Andrea Hay von der Jako-Pressestelle räumt im Gespräch mit den Ruhrbaronen ein, dass sie den Imageschaden den Jako durch die laufende Berichterstattung erlitten habe, nicht abschätzen könne und will auf Trainer Baade zugehen um mit einer gemeinsamen Erklärung die “Sache richtig zu stellen.” Für sie ist das alles ein Mißverständis. Für Trainer Baade allerdings einen finanzielle Belastung. Näher auf den Fall eingehen wollte Hay aber am Telefon nicht. Man wolle andere Wege der Kommunikation suchen. Ein solcher Weg wäre eine Erklärung, aus der hervorgeht, dass man sich eine andere Anwaltskanzlei nimmt und Baade in Ruhe lässt.“

Olaf Kolbrück macht auf einen PR- Kollateralschaden aufmerksam. Er fragt: „Und dann wäre da noch die Frage. Was sagen eigentlich Eintracht Frankfurt-Fans dazu? Jako ist dort Ausrüster.“

Passend dazu zitiert das Eintracht-Fan-Blog Blog-g.de aus einer Pressemitteilung des Clubs aus dem Dezember 2006: “Wir sind sehr froh, auch in Zukunft auf einen derart verlässlichen und engagierten Partner wie JAKO bauen zu können und hoffen, die Erfolgsgeschichte der letzten vier Jahre gemeinsam weiter schreiben zu können.”

Das Blog Kommentiert: „Als ‚verlässlicher Partner’ hat sich die Firma Jako nunmehr auch gegenüber den Blogger Frank Baade gezeigt.

September 1st, 2009 by Sabrina Panknin

Web 2.0 -Affine kennen ihn schon seit langem, aber im Zuge der vielen Social Media Songs und einem Retweet von Demi Moore ist er wieder in allen Ohren: “You´re no one if you´re not on twitter” von Ben Walker.

So ironisch die Aussage des Songs in Bezug auf den einzelnen Nutzer vielleicht sein mag, umso treffender ist sie aus Unternehmens- und Markensicht. Unternehmen und Brands, die im Web nicht präsent sind, erreichen viele Kunden nicht mehr. Das Web 2.0 eröffnet Unternehmen viele Möglichkeiten, sich und ihre Produkte zu präsentieren, aber vor allem auch, präsent zu sein. Meinungsbildung findet heutzutage immer mehr in der nutzergenerierten Medien statt. Jeden Monat werden Millionen von Beiträgen und Kommentaren von Usern über ein Produkt und Unternehmen ins Netz gestellt. Dadurch beeinflussen sich die Nutzer gegenseitig in ihren Kaufentscheidungen User tauschen sich aus und werden dadurch zu einem hohen Multiplikator. Viele neue Produkte, Filme, Songs kursieren bereits im Netz, bevor das Offline-Marketing begonnen hat, sie zu vermarkten. Das heißt, man bekommt Angebote offeriert, die einem zusagen, ohne konkret danach gesucht zu haben. Der CTO der Unternehmensberatung Capgemini Ron Tolido hat diese Erkenntnis in einem Blogpost folgendermaßen formuliert: We no longer look for products or services, products and services will find us!”

Umgekehrt: Zeigt man Interesse an einem bestimmten Produkt, informiert man sich im Netz und stößt dabei unweigerlich auf Erfahrungsberichte und Meinungen. Sollte das Unternehmen und ihre Produkte dann nicht präsent sein – „you might as well not have existed”!

August 26th, 2009 by Alexander Becker

Zusammen mit der Cologne Business School hat die Unternehmensberatung Brain Injection den „Social Media Company Monitor 2009“ druchgeführt. „Die Ergebnisse sind zum Teil niederschmetternd. Über die Hälfte haben kaum oder gar kein Wissen über Web 2.0“, fasst das Brain Injection-Blog die Ergebnisse zusammen.

Social Media Company Monitor 2009

Unter der Leitung von Prof. Dr. Klemens Skibicki wurden 350 deutsche Führungskräfte zu ihren Kenntnissen und Strategien im Social Web befragt. Zentrale Fragen an die Führungskräfte waren ihre Kenntnisse und Nutzung von Blogs und Communities in Unternehmen, Erzielte Vorteile von Social Media im Unternehmenseinsatz und die Zukünftige Planung von Social Media Aktivitäten.

Die wichtigsten Erkenntnisse und Details der Studie:
15 Prozent der Unternehmen steigern heute den Umsatz durch Einsatz von Social Media.
51 Prozent der Unternehmen planen auch in Zukunft keinen Einsatz von Social Media.
75 Prozent der Unternehmen haben kein Blog.
12 Prozent wissen nicht, was ein Blog ist.
40 Prozent der Entscheider haben kein Community Profil.

Die gesamte Studie gibt es hier

August 12th, 2009 by Alexander Becker

Linkverkürzer wie Tinyurl.com oder Bit.ly gehören zum absoluten Grundwerkzeug eines jeden Social Media-Freundes. Ob bei Twitter oder in einer Facebook-Statusmeldung, gilt es immer wieder lange Internet-Adressen in kurze URLs zu verwandeln.

Im Laufe der letzten Jahre und Monate hat jeder von uns unzählige kurze Links in das eigene Firmenblog, Kommentarfeldern oder den Company-Twitter-Channel gesetzt. Für viele Firmen verbirgt sich hinter den ShortURL-Adressen mittlerweile ein gewichtiger Teil der Online-Reputation.

Nur logisch, das ein Verschwinden der Links einem Kommunikations-Gau gleichkommen würde. In der Regel geben sich die unzähligen Verkürzer aller größte Mühe den Eindruck zu erwecken, dass ihnen nichts passieren kann und dass ihre Links auch in zehn Jahren noch aktiv sind. Die bittere Wahrheit ist jedoch: Das ist natürlich eine Lüge. Wer kann im Web schon garantieren, was in zehn Jahren ist.

Großgefahr Linkverkürzer: Schützen Sie Ihren Social Media Content

Wie schlimm das Ende eines solchen Anbieters sein kann, zeigte gerade der Fall Tr.im. Vor drei Tagen gab das Unternehmen bekannt, den Dienst einstellen zu wollen. Ein panischer Aufschrei ging durch das Web. Denn möglicherweise wären tatsächlich alle Links flöten gegangen. Jetzt folgt allerdings der Rückzieher. Techcruch.com berichtet: “Nambu will keep tr.im operating going forward, indefinitely, while we continue to consider our options in regards to tr.im’s future.”

Das Problem der meisten ShortURL-Anbieter ist, dass ihre Dienste nur sehr wackelige Businesspläne haben, da immer noch nicht klar ist, wie ihr Geschäftsmodell eigentlich aussehen soll. Eine interessante Idee verfolgt bit.ly. „Der URL-Verkleinerer bit.ly hat ambitionierte Pläne. Der Dienst verzeichnet jede Woche 150 Millionen Klicks und kann dadurch Stimmungen und Trends mehr oder weniger in Echtzeit registrieren. Auf Bit.ly Now werden die populärsten Links bald aggregiert und semantisch annotiert“, schreibt netzwertig.com.

Eine besonders elegante Lösung für das Problem Linkverkürzer präsentierte gestern Erik Hauth: “Frei nach der Devise, host yourself what belongs to you, habe ich eben shorty testweise installiert. Ein Script, das einen eigenen URLshortener ermöglicht. Unter s.ring2.de werden nun meine Links gekürzt und ihre Übersetzung zurück in echte Adressen verwaltet. Immerhin bin ich dann selber Schuld, wenn was schiefgeht.“

Jedes Unternehmen, dass sowieso einen eigenen Server unterhält, sollte sich tatsächlich in Zukunft gut überlegen, ob man nicht einen eigenen URLshortener installieren will.

August 11th, 2009 by Nicole Pingel

Gestern, in den späten Abendstunden deutscher Zeit, ging die Nachricht durch die globalen Twitter Streams und Blogs wie ein Lauffeuer: Facebook kauft FriendFeed.

FriendFeed ist ein Echtzeit-Feed-Aggregator mit derzeit etwa einer Million registrierten Nutzern, der es ermöglicht jegliche Form von Social Media Content mit anderen Nutzern zu teilen und darüber in Echtzeit zu diskutieren. Obwohl das Online-Portal schon im Oktober 2007 gelaunched wurde, gelang der tatsächliche Durchbruch hierzulande allerdings erst in diesem Jahr, wahrscheinlich im Zuge des Starts der deutschen Version. In Folge der Integration einer Realtime Search Engine und anderer interessanter Funktionen erlangte es in den letzten Monaten in Deutschland eine immer größere Popularität. Mittlerweile wird in der Blogosphäre FriendFeed in einem Atemzug mit Twitter genannt, wenn es um den neuen Trend des Realtime Streaming geht.

Facebook wiederum war ursprünglich ein klassisches Social Network, dessen Bedeutung vordergründig darin bestand, den Mitgliedern der Community die Möglichkeit zu bieten, sich zu vernetzen und auszutauschen. Auf globaler Ebene ist Facebook heute mit 250 Millionen aktiven Nutzern eines der größten und einflussreichsten sozialen Netzwerke. Auffällig ist allerdings, dass das internationale Facebook Team rund um Gründer Mark Zuckerberg sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen will; zu groß ist die Angst, den nächsten großen Social-Media-Zug zu verpassen oder – noch beängstigender – unter die Räder einer anderen großen Social-Media-Plattform zu geraten.

Eine der einschneidensten Veränderungen, die in diesem Zusammenhang in jüngster Zeit von Facebook initiiert wurden, war wohl die Generalüberholung der Startseite. Auf dieser stehen seit dem Relaunch nicht mehr die Neuigkeiten aus dem Netzwerk im Mittelpunkt, sondern ein Live-Stream a lá Twitter, der vordergründig die Statusnachrichten der eigenen Freunde abbildet.

Diese offensichtliche Neuordnung der Prioritäten und nun auch die Übernahme von FriendFeed zeigt eines ganz deutlich: Facebook will nicht nur ein Social Network sein, sondern – wenn irgend möglich – an allen wichtigen Social-Media-Fronten mitkämpfen. Das Ziel: Sich zu der Plattform zu entwickeln, auf der die Nutzer alle Fäden ihrer Social-Media-Aktivitäten zusammenlaufen lassen. Zurzeit gibt es einige bedeutsame Trends im Bereich Social Media. Dazu gehören unter anderem Realtime Search, Streaming und die Aggregation von Informationen. Im Bereich Streaming soll die Übernahme von FriendFeed und dessen kompetenten Mitarbeitern zu Verbesserungen des bestehenden News Feed führen. Zudem folgte eine Neuerung im Bereich Search dem Kauf von FriendFeed auf dem Fuße, in dem Facebook kurz darauf den Start einer verbesserten Suchfunktion ankündigte, welche auch den persönlichen News Feed der Mitglieder integriert.

Ein Rundum-Schlag gegen Twitter und Co.? Sieht beinahe danach aus… ; )