März 10th, 2010 by Daniel Leicher

der kampf um die position des nutzers

Ortsbasierte Statusnachrichten sind der neue Trend. Google stellt Buzz vor, Twitter experimentiert mit Ortsverknüpften Tweets. Mit Foursquare und Gowalla gibt es sogar eigene Netzwerke, bei denen es lediglich um das „Sagen wo man ist“ geht. Klar, dass dort in Zukunft auch das weltweit größte Social Network Facebook mitmischen will. Wie und ob überhaupt wusste man bis vor kurzem noch nicht.

Die New York Times hat nun jedoch etwas Licht ins dunkle gebracht. Laut der Zeitung soll auf der hauseigenen Entwicklermesse f8 ein neues Feature für die rund 100 Millionen mobilen Facebook Nutzer vorgestellt werden. Zum einen sollen die Facebook Nutzer selbst den Vorteil erlangen, dass sie schnell und einfach ihren Freunden sagen können wo sie gerade sind.
Über eine API sollen zusätzlich auch externe die Möglichkeit bekommen ihre eigenen Unternehmen durch zum Beispiel Suchanfragen wo der nächste Bäcker sei zu vermarkten.

Aber nicht nur bei Facebook gibt es gerade neue Gerüchte rund um Geolocation Features. Techcrunch berichtete gestern über ein neues Feature bei Twitter. Hier soll bei Tweets, die mit einer genauen Positionsangabe verschickt wurden, zusätzlich ein kleines Symbol erscheinen. Wenn man mit der Maus über dieses fährt wird man eine kleine Umgebungskarte zu dem Tweet angezeigt bekommen.

Ob Facebook und Twitter diese Features genau so einführen ist noch offen. Bleiben wir gespannt.

März 9th, 2010 by Nicole Pingel

Brand Experience ist ein oft unterschätzter Faktor in der direkten und indirekten Kommunikation zwischen Unternehmen und (potenziellen) Kunden. Dabei steht Unternehmen heute ein großes Potenzial zur Erweiterung der Brand Experience offen: das Social Web.

Eine Studie von Razorfish ergab, dass 65% der befragten Konsumenten schon einmal eine Digital Experience hatten, die ihre Meinung über eine Marke umfassend verändert hat.

Auch die Erkenntnis, dass knapp die Hälfte aller Studienteilnehmer Fan oder Freund einer Marke auf Facebook oder MySpace sind, zeigt, dass der heutige User Werbebotschaften und Unternehmensnachrichten durchaus aufgeschlossen gegenüber steht – so lange er selbst die Entscheidungsmacht darüber inne hat, welche er empfängt.

Das legt die Vermutung nahe, dass in Zukunft das Schaffen von Brand Experience klassische Werbemaßnahmen immer weiter verdrängen könnte.

Wie lässt sich nun eine wirkungsvolle Brand Experience aufbauen?

Die bereits etwas ältere Studie von J. Joško Brakus et al.* “Brand Experience: What is it? How is it measured? Does it affect loyalty?” nennt vier Erfahrungsdimensionen, in denen sich Brand Experience auswirkt: sensory, behavioral, affective, intellectual.

Die Brand Experience wächst dabei in ihrer Intensität, je mehr Dimensionen der Erfahrung angesprochen werden.

Übersetzt würde das für ein Social Media Engagement heißen: Eine Kampagne entfaltet dann ihre volle Wirkungskraft, wenn alle vier Dimensionen angesprochen werden:

Sensory – Die Sinne

Keine Frage: Eine Kampagne muss sich von anderen abheben, um im digitalen Zeitalter die Aufmerksamkeit der Nutzer auf sich ziehen zu können. Dabei muss je nach Zielgruppe abgesteckt werden, wie auffällig eine Kampagne optisch gestaltet werden kann, ohne abschreckend zu wirken. Wichtig ist aber: Gesicht zeigen. Während im Social Web ein unternehmensinternes Wording für den Kundenkontakt zu Gunsten der Authentizät und Glaubwürdigkeit immer mehr an Bedeutung verliert, ist das Corporate Design das Aushängeschild einer Marke, das in Erinnerung bleibt – und bleiben sollte.

Affective – Die Gefühle

Die Erfahrung zeigt: Kampagnen, die Gefühle auslösen sind oft die, denen die meiste Aufmerksamkeit zu Teil wird. Viele werden jetzt vermutlich an schockierende Werbe-Clips wie diesen von einem Modeunternehmen denken oder an Werbung mit Kleinkindern und Babys wie der bekannte Evian-Clip.

Aber auch hier muss die Botschaft zur Marke passen. Beispielsweise ist ein Gefühl, das zu beinahe jeder Marke passt, wohl die Neugier. Wenn es gelingt mit einer Kampagne dieses Gefühl anzusprechen, ist bereits viel gewonnen.

Behavioral – Das Verhalten

Marken, die den User zu Aktionen anregen, haben im Social Web die Nase vorn. Denn hier dreht sich alles um Interaktion. Die Bandbreite an Möglichkeiten ist auch hier vielfältig: Viral Clips über Brand Events, die offline stattfinden und online begleitet werden oder Gewinnspiele einer Marke – all das kann User dazu führen, sich aktiv mit dem Unternehmen oder der Marke auseinander zu setzen. Das verstärkt die Brand Experience und auch den Erinnerungseffekt an den Initiator. Mission erfüllt.

Intellectual – Der Geist

Der Kunde im Web 2.0 ist kein passiver Empfänger von Werbebotschaften mehr. Er sucht nach geistiger Stimulation. Je nach Marke können also auch anspruchsvollere Inhalte in Betracht gezogen werden. Möglich ist es auch Gewinnspiele zu gestalten, in denen ein höherer geistiger Anspruch erfüllt werden muss. Jedoch sollten auch solche Maßnahmen stets in Hinblick auf die Zielgruppe geplant werden.

Welche Vorteile bietet eine Intensivierung der Brand Experience für ein Unternehmen?

Die Brand Experience Studie kommt zu dem Schluss, dass sich Markenerfahrung direkt auf Kundenloyalität und Kundenzufriedenheit auswirkt. Zudem entsteht aber auch ein indirekter Effekt, der sich sogar stärker auswirkt: Brand Experience hat einen Einfluss auf die Wahrnehmung der Markenpersönlichkeit und schafft so viele Möglichkeiten für das aktive Branding.

Die Ergebnisse von Razorfish gehen sogar noch einen Schritt weiter: Digital Brand Experience generiert Kunden. Aus der Befragung ging hervor, dass nahezu 100% der Befragten, die online mit einer Marke vernetzt sind, es seit dem Kontakt mit der Marke für wahrscheinlicher halten ein Produkt dieser Marke zu kaufen oder es an Freunde und Bekannte weiter zu empfehlen.

Es wird deutlich: Es gibt mehr als einen guten Grund für Unternehmen, sich zukünftig mit dem Thema Brand Experience im Web stärker auseinander zu setzen

* Eine Zusammenfassung der Studie ist hier zu fnden. Die komplette Studie ist im Journal of Marketing im Mai 2009 erschienen

Februar 23rd, 2010 by Sabrina Panknin

Ohne Worte, aber mit einem dicken Grinsen!

Cartoon_Foursquare

Der Cartoon stammt aus der Feder von jobtweet und illustriert den Artikel “Social Media Berater im Employer Branding”

Februar 15th, 2010 by Sabrina Panknin

So oder so ähnlich fragt sich die Isarrunde, diesmal in Person von Michael Reuter, Michael Praetorius und Christoph Elzer, ob Kontakte, Follower oder Freunde in diversen Social-Media-Netzwerken zur Beschädigung der eigenen Online-Reputation beitragen können?! Ich persönlich finde die Frage hoch interessant, wenn auch eher im positiven Umkehrschluss: Bin ich interessanter für die Menschen, wenn mir eine bestimmte Person auf Twitter folgt? Oder kontaktieren mich die Leute auf XING, weil ich durch viele hunderte Kontakte sehr gut vernetzt und bekannt wirke? Diese und andere Fragen in der Richtung sind diskussionswürdig, wenn auch von Netzwerk zu Netzwerk differenziert zu betrachten. Hier erst einmal die Meinung der Isarrunde:

Februar 10th, 2010 by Alexander Becker

Ein weiterer Beweis, dass Social Networks längst in der ganz normalen Mainstream-Welt angekommen sind, liefert die Tatsache, dass die Klassiker der Offline-Pupertät längst auch über die modernen Online-Kanäle funktionieren.

Um gepflegt eine Party eskalieren zu lassen, brauchte es früher komplizierte Mundpropaganda- und Telefonketten, um genügend „Freunde“ zusammenzubekommen. Heute reicht ein Eintrag bei Facebook oder StudiVZ.

Ein aktuelles Beispiel liefert heute die „Rheinische Post“: „Eigentlich wollte eine 15-Jährige in der 1385-Einwohner-Gemeinde Nübel im Kreis Schleswig-Flensburg nur zehn Freunde zu einem “Sit-In” in ihr Elternhaus einladen. Die Gelegenheit schien günstig, waren ihre Eltern doch im Urlaub. Die Einladung in die “sturmfreie Bude”, die das Mädchen auf die Internet-Plattformen “Facebook” und “SchülerVZ” stellte, lasen auch andere. Statt der erwarteten zehn Gäste kamen etwa 80, von denen die 15-Jährige mehr als die Hälfte nicht kannte.“

Die Folge: „Die Feier geriet außer Kontrolle. Die Gäste plünderten die im Haus vorhandenen Vorräte – Speisen und Getränke. Sowohl Nachbarn als auch die 15-Jährige alarmierten die Polizei. Den Streifenbeamten bot sich ein chaotisches Bild. Der Fußboden des Untergeschosses war übersät mit zerbrochenen Flaschen, die Teppiche ruiniert, die Tapeten mit Bierspritzern übersät.“

Was lernen wir daraus? Platziert man die richtige Botschaft an der passende Stelle in einem Social Network, entsteht ein kaum mehr zu stoppender viraler Schneeball-Effekt. Ein Marketer kann also nicht oft genug an die 15-Jährige aus Nübel denken.

Februar 7th, 2010 by Alexander Becker

Der Super Bowl ist nicht nur das größte Sport-Ereignis der USA, sondern auch der wichtigste Werbe-Event. Während die meisten Zuschauer diesmal das Duell zwischen den New Orleans Saints und den Indianapolis Colts genießen, warten die meisten Ad-Profis und Marketer gespannt auf die Spielunterbrechungen.

Zwei Fragen beschäftigt seit Tagen die Werbebranche:

1. Welche Unternehmen leisten sich einen der sündhaftteuren Werbeplätze?

2. Wie gut ist der gezeigte Spot? Denn fast jede Company, die sich entschließt einen Reklame-Slot zu kaufen, nimmt noch Bares in die Hände und lässt extra für den Super Bowl einen neuen, besonderen Spot drehen.

Längst gibt es einen regelrechten Kult um die besten Super Bowl Ads. Wie bereits erwartet startet YouTube heute Nacht einen extra Adblitz-Kanal in dem die TV-Zuschauer die gezeigten Spots bewerten können.

Besondere Gerüchte ranken um die Frage, ob Google möglicherweile während des Super Bowl auch einen Spot für das Nexus One schaltet. Quelle für die Vermutung ist ein Tweet von Google-CEO Eric Schmidt. Der Company-Boss zwitscherte: „Can’t wait to watch the Superbowl tomorrow. Be sure to watch the ads in the 3rd quarter (someone said “Hell has indeed frozen over.”)“

Einen anderen Weg geht Pepsi. Zum ersten Mal seit 23 Jahren wird der Cola-Konzern keine Werbung beim Football-Endspiel schalten. Stattdessen soll das Geld in Social Media-Kampagnen gesteckt werden.

Im Laufe des Montags stellen wir die besten Spots des Super Bowls online.

Januar 28th, 2010 by Tobias Kärcher

“Es herrschte Wahnsinn in jeder Richtung, zu jeder Stunde, man konnte überall Funken erzeugen. Es herrschte ein fantastisches, universelles Gefühl, dass, was immer wir taten, richtig war, dass wir gewinnen würden.”

Das Gefühl, mit Social Media in eine neue Ära zu treten, haben viele. Da neuen Zeitaltern meistens gesellschaftliche Revolutionen vorausgehen, setzt man auch Social Media gerne in Relation zu anderen grundlegenden, gesellschaftlichen Umstürzen: Ist Social Media der größte Shift seit der industriellen Revolution, oder die neue Punk-Bewegeung? Andere Vergleiche drängen sich auf: Haben wir etwa nur einen schnellen Goldrausch wie zum Beispiel 1849 in Californien? Erleben wir die Aufklärung 2.0? Oder bekommen gar die 68er eine zweite Chance? Mal sehn:

Die industrielle Revolution war zwar eine massive soziale Umwälzung, aber sie wird dem Approach des Web 2.0 nicht gerecht. Auch wenn die Reaktionen so mancher Vertreter der klassischen Medien ein wenig an die Maschinenstürmer erinnert – die Technologie steht hier als Mittel zum Zweck im Hintergrund. Sie ersetzt nicht den Menschen, sondern ermöglicht ihm zu handeln, seine Persönlichkeit herauszubilden und auszuleben. Sie gibt Raum für Experimente und Ideen, ohne auf maximale Effizienz zu achten. Für Unternehmen jedoch mag der Vergleich mehr Bedeutung haben: Wie sich damals die Produktionsweise und das Verhältnis zum Arbeiter gewandelt hat, so müssen sich die Unternehmen heute auf eine neue, konstruktive Ebene mit den Kunden begeben. Bleibt abzuwarten, wie die Unternehmen reagieren werden und wie Social Media auf die Unternehmen reagieren wird.

Der Reiz für diese ist groß: Als im Januar 1848 bei Sutter’s Mill einige Goldnuggets gefunden wurden, dauerte es knapp zwei Jahre, bis San Francisco von einem beschaulichen Städtchen mit 1.000 Einwohnern zu einem Moloch mit 25.000 Einwohnern anschwoll und mit Ratten, verheerenden Bränden und Seuchen zu kämpfen hatte. Nur fünf Jahre später war der Goldabbau in der Hand der großen Minengesellschaften, die Zeit der Claims und Goldwäscher vorbei, und die Natur bis heute belastet durch den massiven Einsatz von Quecksilber zur Goldgewinnung. Droht dem neuen sozialen Netz ein solches Schicksal?

Wohl kaum. Der moderne User ist anders gestrickt als der typische Fourty-Niner. Er hat keine Goldader gefunden, die er ausbeuten könnte. Er selbst ist die Quelle, wie die Millionen Anderer, mit denen er gemeinsam am Web 2.0 partizipiert. Er hat zwangläufig mehr Interesse an Nachhaltigkeit. Er konsumiert nicht nur passiv. Er produziert selbst, oder er beteiligt sich zumindest aktiv am Schaffen von Neuem, und sei es nur durch das Mitteilen und Verbreiten seiner Meinung. Mit der Aufforderung, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, schuf Kant 1784 einen der wichtigsten Grundsätze der Aufklärung. Eben dieser Anspruch wird an den Internetnutzer dieses Jahrzehnts im besonderen Maße gestellt. Er muss Informationen filtern, eigenständig bewerten, seine Quellen sorgsam auswählen und dennoch die Augen offen halten nach Frischem und Unbekanntem. Und wie schon damals, geht eine neue Qualität der weltweiten Demokratisierung mit dem neuen Drang nach Offenheit einher.

Und wie passt dann Punk in diese Reihe der Analogien? „No Future“ ist keine Einstellung die man Social Media nachsagen könnte. Wohl aber die Abkehr von etablierten Kanälen. Genau wie in HipHop, der den Punk als Subkultur letztendlich ablöste, liegt in Social Media die Aufforderung zu kreativem Schaffen. „Zeigt euch, werdet laut, tut euch zusammen, macht etwas, sagt eure Meinung, vertraut nicht auf veraltete Systeme sondern schafft etwas Eigenes!“ Und nicht zuletzt: „Gründet eigene, alternative Vertriebswege und Monetarisierungsmodelle!“

Und genau hier liegt vielleicht auch der Punkt, warum ich in Social Media kein Revival der 68er sehe. Bei aller Träumerei, bei allem Idealismus, bei aller Bereitwilligkeit zu Teilen und zum Miteinander: Social Media ist mehr als eine Idee und der Wille, etwas besser zu machen als die vorherigen Generationen. Man bekommt nicht nur die Aufforderung etwas zu verändern, sondern gleich ein machtvolles Werkzeug dazu, das Menschen verbindet – und auf diese kommt es letztendlich an. Wer das einleitende Zitat bereits erkannt hat, wird wissen, wie es endet:

“Dieses Gefühl des unvermeidlichen Sieges über das Alte und das Böse, nicht in einem fiesen oder militärischen Sinne, das hatten wir nicht nötig. Unsere Energien würden sich einfach durchsetzen. Wir hatten den Moment auf unserer Seite, wir ritten auf den Kamm einer hohen und wunderschönen Welle. Und jetzt, nicht ganz 5 Jahre später, kann man auf einen steilen Hügel in Las Vegas klettern, und nach Westen sehn, und wenn man die richtigen Augen hat, kann man die Hochwassermarke sehn, den Ort, wo sich die Welle schließlich brach und zurückrollte.” Raoul Duke

Arbeiten wir alle gemeinsam daran, dass es nicht so kommt.

Dezember 29th, 2009 by Sabrina Panknin

Vom twitternden US-Präsidenten Obama (eigentlich aber auch nicht) bis zur Machtübernahme von Facebook – das Video von Rob Cottingham zeigt einen Social-Media-Jahresrückblick in witzigen Bildern. Einfach ein bisschen Zeit nehmen und das Social-Jahr noch einmal Revue passieren lassen:

Dezember 16th, 2009 by Sabrina Panknin

Aufgrund der Bezahloffensive der Online-Inhalte des Hamburger Abendblatt und der Berliner Morgenpost sowie die Erläuterungen vom stellvertretenden Chefredakteur Matthias Idken kam gestern Schwung in die Runde. Stefan Niggemeier z.B. reagierte nicht allzu enthusiastisch auf die Paid Content Idee von Springer, nahm aber wohl eher Anstoß an der „eigenen Sache“ Idkens. Meedia fasst in einem Artikel von Stefan Winterbauer die Vorgänge noch einmal zusammen.

Die Frage „Paid Content: Ja oder nein?“ oder eben „Rettung oder Sargnagel?“ geistert schon einige Zeit im Raum. Auch die Isarrunde hat sich damit beschäftigt, ob sich bezahlbare Inhalte auf die Dauer durchsetzen werden:

Für alle Zeitknappen sind die wichtigsten Thesen zusammengefasst:

Paid Content ist ein Wunschdenken der Verlage

Interessanter Ansatz: Nicht der Inhalt, sondern ausschließlich das Nutzungsverhalten wird bezahlt: kostenpflichtige Mobile App

Fraglich ist, ob sich der Journalismus der Tageszeitungen und der Magazine überhaupt mit dem (Gedanken) des Netzes vereinbaren lässt, so dass man daraus Gewinn schlagen kann

Wie wird es weitergehen, wenn Online kein Geld in die Kassen bringt: Eine Konsolidierung des Nachrichtenmarktes in Deutschland steht noch bevor. Paid Content im Newsbereich wird sich nicht durchsetzen, zumal es bereits viele neue Kanäle gibt, über die man das Neueste erfährt

Wenn Content=Bild und Video ist, dann gibt es bereits jetzt Geschäftsmodelle, die funktionieren. Bei Content =Text wird es höchstens erstmal mit Speziellem, wie Lokalem, klappen bzw. mit Content einer Persönlichkeit, für die die Leute im Endeffekt zahlen. Das klassische Verlagsmodell kann diese Art von Micro Publishern aber nicht tragen

Das größte Problem: Ungeduld! Der Paid Content Prozess braucht Zeit, eine grobe und unbedachte Überstürzung verärgert die Nutzer

mögliche Lösung: verschiedenste Modelle für eine Monetarisierung müssen erdacht und aktiv probiert werden!!!!!!!

Die Isarrunde besteht aus Münchner Medienschaffenden, die über den Einfluss digitaler Entwicklungen auf unser tägliches Leben diskutieren. Zum Team gehören Christop Elzer, Redakteur des Online-Magazins Chip, Beneditk Köhler, Director Digital Strategy & Research der ethority GmbH, Anatol Locker, freier Journalist, Michael Praetorius, Leiter Online bei Antenne Bayern und Gesellschafter der NOEO GmbH sowie Michael Reuter, Gründer des Social News Networks Yigg. Die Isarrunde steht mit den Arbeit- und Auftraggebern der Teammitglieder in keiner Verbindung. Die auftretenden Personen geben ihre persönliche Meinung wieder.

Dezember 14th, 2009 by Sabrina Panknin

Der ROI of Social Media ist ein viel diskutierter Punkt und ist zu einer Aufgabe für uns alle geworden, die es zu lösen gilt. Im folgenden Video hat sich der Socialnomics Blog an die Zusammenstellung der (messbaren) tatsächlichen Erfolge von Social Media gemacht und dies ist das Ergebnis:

Socialnomics ist ein Social Media Blog und bildet nach eigener Angabe die neuesten Trends in Social Media ab bzw. deren Bedeutung für User und Business.

Dezember 9th, 2009 by Sabrina Panknin

Auch wenn die Zahl der deutschsprachigen Tweets zurückgeht, heißt das nicht, das Twitter stirbt. Im Gegenteil, nach dem „Hype“ in den Sommermonaten, pendelt sich das Twitteraufkommen auf Personen ein, die wissen, wie sie ihren Account zu nutzen haben und dies auch sinnvoll tun. Und dazu kann man getrost auch Tweets über sein Mittagessen oder Gemütszustand hinzuzählen, denn wenn diese Tweets in Maßen erfolgen, machen sie den Avater zu einer Persönlichkeit. Doch wie immer gilt: Die Mischung machts! Denn – man kann es auch übertreiben:Twitter:Wenn man es übertreibt...

Dezember 8th, 2009 by Sabrina Panknin

Zu Weihnachten ist es doch jedes Jahr das Gleiche: Eine Menge Geschenke müssen besorgt werden, doch man findet keine Zeit dafür. Bestenfalls hat man die Geschenke bereits im Kopf, aber immer noch keine Zeit und wenn man ehrlich ist, auch keine besonders große Lust, sich in den Weihnachtswahnsinn am Samstag Nachmittag zu stürzen. Da wundern die Ergebnisse der repräsentativen Studie der Ebay Advertising Group gemeinsam mit Spring Research nicht. Die Studie ermittelte, dass der e-Commerce massiv weiter wächst: 78% der Deutschen kaufen mehr im Netz als vor 6 Monaten.

Online zu sein, und auch dort zu kaufen, wirkt sich auf alle Bereiche unseres Lebens aus, nicht nur zu besonderen Anlässen. Es ist stressfreier, spart Zeit, es gibt oft eine viel größere Produktauswahl, es ist einfach und bequem und auf der Couch sucht es sich sowieso immer besser als im Laden:

Der ganz normale Wahnsinn zu Weihnachten: E Commerce wächst

Zwar geht es in der Studie „Online-Shopping-Boom zu Weihnachten“ (The e-Buyer’s mind) nicht direkt um den Einfluss von Social Media, allerdings zeigt die Entwicklung im e-Commerce die Richtung für ein Engagement im Web 2.0.

Der User bewegt sich im Netz und stellt sich einer großen Auswahl an Produkten, viel größer als er es in jeder Einkaufspassage haben könnte. Der Kaufentscheidungsprozess ist nun durchdachter und abgewogener (man hat Zeit), und durch den Überfluss an Produkten und Marken (diesen Umstand haben wir auch beim Offline shoppen), entscheidet sich der Konsument wahrscheinlich für das Produkt, das ihm entweder empfohlen wird oder für das, was er besonders gut kennt, mit dem er sich auch ein Stück weit identifizieren kann. Da der Konsument sich immer mehr und länger im Netz aufhält, online lebt und am Web 2.0 teilnimmt, ist somit eine Präsenz der Unternehmen in Social Media unumgänglich.

Nachtrag: In den USA werden bereits 28% der Nutzer von Social Media bei ihren Weihnachtseinkäufen beinflusst. Näheres bei mokono.

November 19th, 2009 by Katja Gutzeit

“Yes we can”-Obama schockierte am vergangenen Wochenende mit dem Ausspruch: “I Have Never Used Twitter” (via @BreakingNews). Der amerikanische Präsident, der seinen US-Wahlkampf mit Hilfe von Social Media – sehr erfolgreich – bestritten hat, gab nun vor einer Gruppe chinesischer Studenten in Shanghai bekannt, keinen einzigen der mittlerweile über 400 Tweets auf seinem Twitter-Stream (2,7 Mio. Follower) geschrieben zu haben. Aber überraschen dürfte es nicht, dass andere mit den Social Media Aktivitäten beauftragt wurden, denn das Repertoire ist auch ein Jahr nach seinem Wahlkampf immer noch sehr umfangreich. So sind beispielsweise auch Accounts auf Facebook (knapp 7 Mio. Fans) und MySpace (knapp 1,9 Mio. Freunde) – um nur einige zu nennen – zu betreuen. Zudem lässt auch ein Großteil der Tweets auf ein delegiertes Twittern schließen, denn wer zitiert sich schon selbst?

Obama, Schwarzenegger und Twitter

Auch Arnold Schwarzenegger hat einen sehr bekannten und reichweitenstarken Twitter-Account (1,4 Mio. Follower). Die auf TwitPic veröffentlichten Fotos sind zwar alles andere als Eigenporträts, aber aufgrund der oftmals unscharfen Aufnahmen dennoch relativ authentisch. Dass er den Twitter-Account vollständig selbst betreut, ist allerdings anzuzweifeln, zumindest wenn man davon ausgeht, dass er ebenfalls auf Facebook und MySpace aktiv ist. Was ihn aber von Obama unterscheidet, ist, dass die Tweets tendenziell aus seiner Perspektive geschrieben werden, womit der Twitter-Stream wesentlich realer erscheint.  Somit wäre die Aussage, keinen einzigen seiner Tweets selber geschrieben zu haben, aus dem Munde von Schwarzenegger sehr viel überraschender.

Dass Obama oder Schwarzenegger selbst twittern, ist aus Sicht der Follower vielleicht wünschenswert, aber wohl kaum der Grund für das Followen. Auch wenn die Tweets teilweise sehr interessant sind, wird das Mitlesen nicht das Hauptanliegen der User sein. Mit der Followerschaft derartiger Twitter-Streams werden eher politische Sichtweisen oder der Beitritt einer Bewegung verbunden, womit es relativ egal ist, wer nun twittert.

Oktober 28th, 2009 by Alexander Becker

Diese UK-Studie sorgt für aufsehen: Die IT-Beraterfirma Morse hat untersucht, wie viel Arbeitszeit für Social Networking bei Twitter, Facebook & Co. draufgeht. Die Experten kommen zu dem Schluss, dass diese ganze Web 2.0-Plattformen ein “Schwarzes Loch für die Produktivität” seien. Insgesamt sollen Angestellte durch ihre privaten Web-Aktivitäten pro Tag 40 Minuten ihrer Arbeitszeit verlieren. Auf das Jahr gerechnet geht also eine ganze Woche für Chaten, Posten und Twittern drauf.

Pro Social Media Guidelines: Twitter & Co. kosten 40 Minuten pro Tag

Die Briten befragten dazu 1460 Personen und konnten sogar genau berechnen, dass sich die Kosten für die britische Wirtschaft damit auf 1,5 Milliarden Euro belaufen würden. Morse empfiehlt deshalb, dass alle Arbeitgeber klare Angestellten-Regeln für den Umgang mit Social Media-Angeboten aufstellen sollen.

Ein ähnlich großes Problem konnte die Studie nur streifen: Die Kosten, die Unternehmen entstehen, wenn Angestellte aus versehen via Twitter oder Blogs Firmen-Internas veröffentlichen. Die so verursachten Schäden können die Experten noch nicht einmal Schätzen. Aber auch hier ist Ihre Empfehlung klar: Jedes Unternehmen braucht klare Social Media-Guidelines, die festlegen was, wann und wie ein Angestellter Zwitschern oder Posten darf.

Oktober 25th, 2009 by Alexander Becker

Dem Internet gelingt es immer wieder kleine feine Politik-Peinlichkeiten einer breiten Web-Öffentlichkeit zu erschließen. Die Wirkung kann für den betroffenen Politiker verheerend sein.

Ein gutes Beispiel dafür war Guido Westerwelle. Der kurze YouTube-Clip, in dem der FDP-Politiker einem britischen Journalisten, während einer offiziellen Pressekonferenz abkanzelte, weil dieser in Englisch statt in Deutsch eine Frage stellt, wurde zu einem viralen YouTube-Hit und begründet Westerwelles Ruf kein Englisch zu können.

Aktuelles Beispiel dafür ist nun dieser Clip aus der Pressekonferenz, auf der Angela Merkel die neue Koalition vorstellt. Ein Reporter der niederländischen Tageszeitung “De Telegraaf” spricht die Bundeskanzlerin auf die Rolle von Wolfgang Schäuble bei der CDU-Spendenaffäre von 1999/2000 an. Seine Frage: Wie kann es sein, dass ein Mann Finanzminister werden kann, der damals einfach 100.000 DM vergessen hat. „Ganz großes Lob an den Journalisten (bei dem man die Berufsbezeichnung nicht in Anführungszeichen schreiben muss) – solch beißend sarkastisches Nachbohren ist Merkel sichtlich nicht gewohnt“, kommentiert der Einsteller des Clips.

Ich wage die Spekulation: Dieser kurze Film und die daraus resultierende Web-Öffentlichkeit wird Schäuble und Merkel weit mehr Ärger bereiten, als so manch ein kritischer Pressebericht in einer der etablierten Qualitätsmedien.