Oktober 11th, 2011 by Stefan Reihl

Die größte Herausforderung beim Social Media Monitoring ist die automatische Tonalitätsanalyse der Nutzerbeiträge: spricht man über eine Marke, ein Produkt oder ein Thema überwiegend positiv oder negativ? Dominiert eher Kritik oder Lob unter den Nutzern?

Um diese Fragen beantworten zu können, benötigt es ein System, das zu einer solchen Analyse des Sentiments  – der sich immer weiter verbreitende Anglizismus für Tonalität – im Stande ist. Der gridmaster 2.0 bietet genau das: die technische Grundlage bildet dabei eine von uns erstellte und auf verschiedenen Korpora basierende Tonalitätsdatenbank, die für die Bewertung der nutzergenerierten Inhalte herangezogen wird. In diesen für die Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch und Mandarin bestehenden Datenbanken sind typische positive und negative Wörter hinterlegt, die je nach Semantik mit einem Score versehen werden: umso negativer ein Wort, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der komplette Post auch negativ gemeint ist.

Positiv, neutral, negativ? Über Tonalität im Social Media Monitoring.

Positiv, neutral, negativ? Über Tonalität im Social Media Monitoring.

Unabdingbar ist dabei allerdings die manuelle Überprüfung, da jedes noch so ausgereifte System Probleme mit rhetorischen Stilmitteln wie etwa Ironie hat: die in unsere Analysen mit einfließenden Smilies, sofern im Ursprungspost vorkommend, können dafür zwar einen Anhaltspunkt liefern, sind allerdings auch kein hundertprozentiger Garant für eine korrekte Einordnung. Das erfahrene Research-Team sorgt für eine korrekte Einordnung der Daten, so dass in unserem Dashboard sofort ein umfassender Überblick über die Wahrnehmung von beliebigen Marken oder Produkten enthalten ist.

Juli 18th, 2011 by Alexander Becker

Vor wenigen Monaten beschwerte ich mich noch, dass es nach dem damaligen Rivva-aus keinen anstänidgen Blog-Aggregaror mehr in Deutschland gäbe. Seitdem hat sich viel getan. Newshype hat versucht die Lücke zu füllen und auch Rivva selbst feierte gerade erst sein Comeback. Seit kurzen gib es nun auch noch buzzly.de.

Das Angebot will eine Übersicht über die Blog-Postings geben, über die das Web gerade spricht. Dazu überwacht das Angebot wie oft ein Posting von anderen Blogs verlinkt wurde, wie oft es via Twitter, Google oder Facebook geteilt wird.

Aktuell befindet sich buzzly in einer Beta-Phase. “In dieser werden ca. 500 Blogs für die Zusammenfassung berücksichtigt. Mittelfristig wird das Konzept eines Memetrackers weiter verfolgt, so dass Artikel aus möglichst vielen Blogs automatisch einsortiert (und ggf. bewertet) werden. Ziel ist es, eine breite Übersicht an Blog-Artikeln zu verschiedenen Themen zu schaffen”, zitiert Basic Thinking den Entwickler Dennis Ring.

In Sachen Design versucht buzzly noch minimalistischer zu sein als Rivva.de. Das geht kaum und gelingt auch nicht. Unterteilt ist der neue Dienst in die “Ressorts “Allgemein, Technik, Medien, Gesellschaft, Politik und Unterhaltung”.

Erstaunlich, was für unterschiedliche Ergebnisse die einzelnen Aggregatoren liefern. Dabei wollen alle einen Überblick über die aktuell diskutierten Themen geben. Sind die Resultate so unterschiedlich, dann lässt das latent doch an dem Leistungsversprechen der Dienste ankommen. Hier die Top-Meldungen von Sonntag 23:15 von Rivva.de und Buzzly.de im direkten Vergleich.
Neuer Blog Aggregator Buzzly
Rivva.de
Neuer Blog Aggregator Buzzly
Buzzly.de

Juli 12th, 2011 by Administrator

Thema: Buzz

„Ich denke, also bin ich“, stellte der französische Philosoph René Descartes fest. „Die Marke ist im Gespräch, also existiert sie“, das wäre die Interpretation des philosophischen Grundsatzes für die Kommunikationswirtschaft.

Unternehmen und Marken haben viele Möglichkeiten herauszufinden, ob, wie, wo, was über sie gesprochen wird. Sie können die Menschen in ihrer Umgebung befragen, ein Panel aufsetzen oder einfach nur zuhören – im Netz, wo sich inzwischen eine repräsentative Mehrheit aufhält und über alles redet, bzw. postet, twittert, diskutiert, was ihr wichtig ist. Der Fachbegriff dafür: Social-Media-Monitoring.

Der gridmaster 2.0 durchsucht alle online verfügbaren Quellen, nach vorgegebenen Begriffswelten in über 70 Sprachen und sammelt O-Töne. Sie bestimmen, bei Bedarf zusammen mit erfahrenen Marktforschern, die Begriffe und Themen. Die O-Töne werden dann nach Ihren Vorgaben sortiert – z.B. nach Quellen, Zeitraum, Tonalität.

Diese O-Töne, auch Soundbites genannt, geben ein unverfälschtes Bild über Ihre Marke. Da die O-Töne verlinkt sind, können Sie direkt mit dem Absender ins Gespräch kommen.

Sie wollen wissen, wie wichtig Ihre Marke ist? Buzz misst das gesamte Gesprächsaufkommen und ist ein Indikator dafür, wie bedeutungsvoll Ihre Marke in den Unterhaltungen der Menschen ist, ob Sie im “Relevant Set” sind.

Juni 1st, 2011 by Sten Franke

Für kurze Zeit sprach niemand mehr im deutschen Web über Ehec. Am gestrigen Dienstag gab es kurz nach neun  nur noch ein Thema: den Freispruch für Jörg Kachelmann. Nach über einem Jahr ist die Frage, ob der Wettermoderator seine ehemalige Lebensgefährtin vergewaltigt hat, noch immer nicht beantwortet. Klar ist aber: die Beweise belegen dies nicht, also heißt es „im Zweifel für den Angeklagten“.

Studie: So redet das Social Web über das Kachelmann Urteil

Die meisten Prozess-Beobachter der klassischen Mainstream-Medien kommentierten das Urteil des Landgerichts Mannheim mit einer gewissen Befriedigung. Sie begrüßten den Richterspruch und hielten ihn für richtig. Das sahen die Zuschauer von n-tv genauso. In einer ersten Umfrage, eine Stunde nach Verkündung des Freispruchs, hielten 83 Prozent die Entscheidung für richtig.

Aber wie reagierte das Social Web? Ethority analysierte mit seinem Social Media Monitoring Tool „gridmaster“ das Gesprächsaufkommen. Das Ergebnis lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Das Web begrüßt den Freispruch von Kachelmann und Alice Schwarzer nervt.

Bei einem ersten Blick auf die Ergebnisse zeigt sich, dass aufgeschlüsselt nach Tonalität nur 14 Prozent aller Facebook- und Foren-Nutzer, Twitterer und Blogger positiv über den Kachelmann-Komplex sprechen. 66 Prozent sprechen in einem neutralen Ton und 20 Prozent äußern sich negativ. Die Personen, die sich ablehnend zu Wort melden, regen sich allerdings weniger über den Angeklagten auf, als vielmehr über Alice Schwarzer, die für die Bild die Verhandlungen beobachtete und sich bis zum Prozess-Schluss weniger mit der juristischen, sondern vielmehr mit der moralischen Schuldfrage beschäftigte.

Eine weitere Erkenntnis der Kurzstudie ist, dass der Fall Kachelmann bei Twitter mit 2513 zwar den größten Buzz erzeugte, die Reichweite mit 238.950 Kontakten aber hinter Facebook mit 276.012 anstehen musste. Der Facebook-Buzz lag bei 1259. Die mit Abstand höchste Reichweite erzielten allerdings die Blogs mit 301.007 Kontakten. Dagegen lag das Buzzvolumen in der Blogosphäre bei nur 1330.

Eine Analyse der am häufigsten verwendeten Wörter zeigt, dass neben den erwarteten Begriffen wie „Kachelmann“, „Mannheim“ oder „Prozess“ auch eine erstaunliche Häufung des Wortes „Verständnis“ zu finden ist.

Ob das Verständnis allerdings so weit reicht, dass der Meteorologe auch bald wieder als Wettermoderator im TV arbeiten kann, bleibt abzuwarten. Unsere Analyse zeigt allerdings, dass das Social Web relativ wenige Ressentiments gegen den Schweizer hegt. Für den Wiederaufbau der eigenen Reputation ist dies eine solide Ausgangsposition.

Oktober 6th, 2008 by David Nelles

Das neue Angebot des amerikanischen Netzwerkriesen MySpace und der Musikindustrie scheint ordentlich zu brummen. Letzte Woche erreichte das Online Music Joint Venture mit seinem Angebot MySpace Music Zugriffszahlen im Milliarden-Bereich. Seit dem 25. September wurden über das neue Musikportal über eine Milliarde Songs mittels Streams durch die User abgerufen.

Beeindruckende Zahlen für einen Service, der eigentlich erst seit 14 Tagen im Netz steht. Für dieses Portal holten sich die MySpace Verantwortlichen wichtige Partner an Bord. MySpace bleibt wohl bei MySpace Music mit 60 % Hauptanteilseigener der Online Jukebox, doch die restlichen 40 % liegen in den Händen der wichtigsten Musiclabels, wie zum Beispiel EMI, Sony BMG Music Entertainment, Universal Music Group, Warner Music Group und The Orchard.

Das Businessmodell sieht wie folgt aus:
Labels make more money every time a song is streamed. 20 billion or so song streams are initiated per month on MySpace today (many of them from auto-plays when profiles are loaded). That number is going to go way, way up. Streams are calculated based on complicated contracts that look at full plays and partial plays, so it’s nearly impossible to determine fees that will be paid to labels. But it’s certainly likely to be in the tens of millions of dollars annually, and possibly a lot more.
Labels also get a cut of ad revenue brought in to the joint venture, and when ringtones and downloads are sold they get a piece of that, too.
Some of this money may even make its way to the artists.
Indie labels are in a great position, too. They don’t have equity but they get paid for streams and downloads. And they have all the tools and promotion features that the big labels have. It appears to be an even playing field, and I’m already finding some great music from artists I’ve never heard of.

Was die Vermarktung von Online Marketing Angeboten betrifft, waren die Verantwortlichen sehr fleißig. MySpace Music konnte bisher McDonalds, Sony Pictures, State Farm und Toyota als Werbepartner gewinnen und dabei wird es sicherlich nicht bleiben. Die ersten Zugriffszahlen und das zukunftsweisende Geschäftsmodell werden sicherlich noch mehr Markenartikler dazu bewegen auf dem neuen Musikportal aktiv zu werden. Möglichkeiten gibt es sehr viele, z.B. von der einfachen Display Werbung bis zu gesponserten Gratisdownloads.

Das Fundament dieses Joint Ventures ist beeindruckend, denn MySpace Music vereint das reichweitenstärkste Social Network, das gleichzeitig eines der beliebtesten Music- Communities weltweit ist, mit den wichtigsten Major Labeln. Diese Marktmacht wird itunes in Zukunft sicherlich seine momentane Marktposition streitbar machen.

Leider ist dieses neue Angebot bisher nur in den USA voll nutzbar. In der ersten Stufe können die Nutzer via Stream ihre Lieblingstücke kostenlos anhören und in Playlists zusammenstellen. Diese Playlisten können die User dann mit Mediaplayern auf ihre Websites stellen oder in MySpace Profile integrieren. Im zweiten Schritt können die User dann DRM freie MP3 Dateien über Amazon kaufen und schließlich auch Konzerttickets und Merchandising der jeweiligen Künstler erstehen.

Dieses neue Angebot scheint für alle teilnehmenden Parteien eine WinWin Situation zu sein. MySpace schafft mit diesem Projekt eine aussichtsreiche Möglichkeit seine Community stärker zu monetarisieren und scheint auf den ersten Blick einen Weg gefunden zu haben seine Reichweite aus ökonomischer Sicht umzusetzen.

Die Majorlabels haben die Möglichkeit ihre Produkte der größten Music- Community weltweit vorzustellen und dabei eine gewaltige Menge an potentiellen Buzz für ihre Künstler zu generieren. Das produzierte Word of Mouth Marketing zahlt sich für die Musikindustrie in direkter Weise aus, denn die Musiclabels verdienen an jedem abgespielten Stream. Zur Abrechnung von Streams gesellt sich dann noch ein Anteil an den Werbeeinahmen von Myspace Music. Scheint also ein lohnendes Geschäft für die Labels zu sein.

Schließlich hat der User die Möglichkeit völlig kostenfrei seine Musik zu genießen. Der Musikfan greift mit MySpace Music sicherlich auf die größte gratis Musikbibliothek zurück, die es momentan im Netz gibt.

MySpace Music ist einer der spannendsten und vielversprechensten Business Ideen im Bereich der Social Media. Es scheint so, als hätten sich zwei Notwendigkeiten gefunden, um ihre gemeinsame Chance zu nutzen.

Ein Social Network, welches nach Wegen sucht seine immense Reichweite in bare Münze umzusetzen, und eine Industrie die nach neuen Wegen sucht mit ihrem Produkt wieder Geld zu verdienen. Diese beiden Notwendigkeiten bündeln sich schließlich in dem viel versprechenden Projekt MySpace Music. Die Idee klingt spannend und innovativ. Ich bin wirklich gespannt wann man dieses Angebot auch in Deutschland nutzen kann. Bis dahin bleibe ich wohl noch ein treuer itunes Kunde.

September 8th, 2008 by David Nelles

DaWanda aus Berlin schneidet in Bezug auf das Image bei Internetnutzern am besten ab. Yigg, das Nachrichtenportal zum Mitmachen schnitt dagegen beim Vergleich der Imagewerte am schlechtesten ab. Das ist das Ergebnis des ersten deutschsprachigen Startup-Monitors des Hamburger Social-Media-Spezialisten ethority. StudiVZ und Xing liegen in Bezug auf die Quantität der Äußerungen im Internet ganz weit vorne. Neben den Networks sind unter anderem auch der Blogvermarkter Trigami und der T-Shirt Bedrucker Spreadshirt in den Top Ten des deutschen Buzz vertreten.

Die ethority GmbH & Co. KG hat in Kooperation mit der Wirtschaftwoche diese junge Branche näher analysiert. Das Ergebnis ist ein Buzz-Monitor der deutschen digitalen Gründer. Für diesen Monitor werden in Echtzeit Äußerungen aus Newssites, Foren- und Weblogbeiträgen im deutschsprachigen Internet durch die gridmaster Internetsuchtechnologie vollautomatisch registriert und klassifiziert.

Unternehmensgründungen im Online-Bereich sind im besonderen Maße abhängig von Gesprächen und Empfehlungen der Nutzer im Internet. Die Menge der Gesprächsaufkommen in den Online-Kanälen  über das jeweilige Startup und seine Produkte können ein wichtiger Indikator für seinen wirtschaftlichen Erfolg sein. Die Online-Kommunikation zwischen Nutzern über das jeweilige Startup stellt eine wichtige Basis für das Kundenwachstum dar. Damit steht der Buzz in einem direkten Einfluss auf den finanziellen Erfolg der Gründung. Diese jungen Online-Unternehmen, wie zum Beispiel StudiVZ, zeigen auf eindrucksvolle Weise, wie effektiv das digitale Word of Mouth Marketing für den Geschäftserfolg sein kann.

Der ethority Startup Monitor

Der ethority Startup Monitor