Februar 4th, 2010 by Sabrina Panknin
Wie und wo man Social Media in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen nutzen kann, haben wir bereits hier, aber auch schon oft woanders gelesen. Aber es gibt durchaus auch „Tools“, die man für interne Zwecke benutzen kann und muss:
Corporate Blog: Eine eigene Website ist Standard für ein Unternehmen. Dort findet man Fakten über die Firma, das Produktportfolio, spezielle Angebote etc. und im besten Fall die richtigen Kontaktpersonen. Das Corporate Blog bietet ganz andere Möglichkeiten: Dort haben die Autoren (=Mitarbeiter) oder aber Gastautoren einen Raum, wo sie ihre eigenen Gedanken außerhalb eines spezifischen Produktportfolio mitteilen können. Durch ein Corporate Blog kann ein Unternehmen persönlicher auftreten und die Menschen, die dahinter stehen, zeigen. Mitarbeiter verschiedenster Abteilungen können an diesem Projekt teilnehmen, ihr Fachwissen teilen und somit zu einem qualitativen Blog beitragen. Und natürlich ist es auch immer ein gutes Mittel, um über die Kommentarfunktion Kunden und Interessierte mit einzubeziehen.
Social Media Newsroom: Ein Social Media Newsroom ist vergleichbar mit einer digitalen Pressemappe mit den gebündelten Aktivitäten eines Unternehmens im Web 2.0 auf einen Blick. Die Veränderungen, die das Web 2.0 mit sich bringt, schlagen sich auch in der PR nieder. Durch einen Pressebereich im Newsroom wird Pressearbeit transparent gemacht und erleichtert den Informationsfluss zu Journalisten, Bloggern und weiteren Influencern. Sie haben ständigen und öffentlichen Zugriff auf das Pressematerial und können frei wählen, welche Infos sie sich letztendlich heraus filtern. Ein Social Media Newsroom ist in jedem Fall ein nützliches Tool für die PR und wird als „Kommunikationstrend 2010“ gehandelt.
Social Media Guidelines: Beim Thema Social Media Guidelines muss man unterscheiden zwischen den Corporate Guidelines und Richtlinien für die privaten Accounts der Mitarbeiter, sofern eine Verbindung mit dem Unternehmen herzustellen ist. Mitarbeiter werden im Web 2.0 zu Botschaftern der eigenen Firma und sollten deshalb einige Dinge beachten. Denn dass einiges nicht immer selbstverständlich ist, hat der Fall der amerikanischen Fastfoodkette Domino’s gezeigt.
Zugegebenermaßen fehlte diesen Mitarbeitern der gesunde Menschenverstand, nichts desto Trotz ist es für alle Parteien hilfreich, wenn dementsprechende Guidelines zur Verfügung stehen.
Es sollten keine allzu einschränkenden Grenzen gesetzt, sondern eher allgemeine Richtlinien formuliert werden, an die es nicht schwer fällt, sich zu halten (z.B. keine unpassende Äußerungen über Bestands- und Neukunden).
In Corporate Guidelines dreht es sich weniger um Verhaltensregeln, als um Richtlinien, die die Tonalität betreffen. Welche Sprache spreche ich auf welchem Kanal? Wie reagiere ich auf Kritik? Vor allem, wenn mehrere Mitarbeiter in der Nutzung eines Accounts involviert sind, sollten diese Art von Fragen vorab geklärt und schriftlich fixiert werden.
Hier einige Beispiele Social Media Policies großer Unternehmen.
Intranet: Das Intranet ist nicht frei für jeden zugänglich und dient als organisations- und unternehmensinternes Netz, welches die Mitarbeiter nutzen, um auf die verschiedensten innerbetrieblichen Dinge faktischer und organisatorischer Weise zurückzugreifen. Das Intranet ist für die interne Kommunikation mehr als ideal zur Verständigung und Bündelung von Informationen. Regelmäßig gepflegt, bleiben keine Fragen offen. In vielen Fällen ist bereits ein Wiki im Intranet integriert.
Wiki: Der Definition nach ist ein Wiki eine „im World Wide Web verfügbare Seitensammlung, die von Benutzern online geändert werden kann“. Praktisch bedeutet dies, dass ein Wiki für den innerbetrieblichen Gedankenaustausch genutzt werden kann, da gemeinschaftlich an Texten gearbeitet werden kann, sowie zur internen Organisation (Urlaubsanträge, Regelungen zum Corporate Design oder auch Benennungen von Dateien.)
Selbstverständlich gibt es noch eine Vielzahl von weiteren Möglichkeiten, wie man sich in der internen Kommunikationen den Social Media bedienen könnte, gerne nehme ich Anregungen und zusätzliche Punkte in den Kommentaren entgegen. Als passendes Schlusswort habe ich mich für ein Zitat von Carl-Eduard Meyer, Geschäftsführer von news aktuell, bei den F&H Kamingesprächen entschieden:
“Wer die neuen Social-Media-Werkzeuge Twitter, Blogs und soziale Netzwerke nicht beherrscht, wird sich morgen nicht ausreichend Gehör verschaffen können“.
Januar 27th, 2010 by Sabrina Panknin
PR: Social Media wird von vielen als eine Art Teildisziplin der PR und Kommunikation verstanden. Diese Relation ist einfach nachzuvollziehen, denn die ursprüngliche Aufgabe der PR ist ein wichtiges Merkmal eines Engagement in Social Media: Das Kommunizieren.
Oft fällt die Pflege der Social-Media-Kanäle in den Bereich der PR, doch ein vollständiges Bild des Unternehmens ergibt sich nur dann, wenn das ein oder andere Mal auch Mitarbeiter außerhalb der PR integriert werden, z.B. zum Schreiben eines Blogposts.
PR 2.0 ist keine neue Art der der Kommunikation, sie bedeutet nur neue Tools und Möglichkeiten. Auch macht sie die PR, wie wir sie kennen, nicht überflüssig, sondern ergänzt sie nur. In einigen Jahren wird die PR sogar nicht mehr durch solche verschiedenen Begriffe „aufgeteilt“ werden müssen.
Was sich allerdings durch das Web 2.0 ändern wird: Nicht mehr nur Mitarbeiter der PR repräsentieren und vertreten das Unternehmen, sondern alle Mitarbeiter, die im Netz mit dem Unternehmen in Verbindung gebracht werden können. Durch z.B. Social Network Profile wird eine Zuordnung sehr viel einfacher, also gilt:
die Mitarbeiter werden zu Botschaftern des Unternehmens!
Auch über diesen Bereich könnte man viel mehr und ausführlicher schreiben, wer aber auf der Stelle mehr über klassische PR und PR 2.0 erfahren möchte, ist bei PR-Doktor immer gut aufgehoben.
Marktforschung: Bei der Social-Media-Marktforschung werden authentische Gespräche im Internet identifiziert, erhoben und ausgewertet. Damit grenzt sich die Social-Media-Marktforschung von klassischen Onlinebefragungen im Internet ab. Social Media Research steht in einem ergänzenden Verhältnis zur klassischen qualitativen Marktforschung.
Ziel ist es, vom Gesagten auf das tatsächlich Gemeinte zu schließen - und das direkt anhand der relevanten Diskussionen der betroffenen Zielgruppe und nicht anhand einer Stichprobe.
Die klassische Zielgruppe existiert im Netz nicht mehr.
Vielmehr ist es mittels der Social-Media-Marktforschung möglich herauszufinden, wo sich Kunden aufhalten, worüber sie sich unterhalten, was ihnen gefällt oder eben nicht. Im Internet setzen sich Millionen von Verbrauchern täglich mit Produkten und Marken auseinander. Dabei bleiben sie nicht stumm, sondern denken laut über ihre Erfahrungen. Das Web 2.0 bietet unzählige Plattformen, auf denen sich Nutzer in Gruppen und Gemeinschaften zusammenfinden, um sich über bestimmte Unternehmen, Marken oder Produkte auszutauschen.
Sie sind betroffene Zielgruppen, da sie mit Produkten und Marken agieren.
Mit einem Social Media Monitoring ist es nun möglich, die Bedeutung der Gespräche zu analysieren. Einseitiges Monitoring reicht hier nicht aus, um adäquat die Bedingungen zu erfüllen, wichtig ist eine Betrachtung in Echtzeit. Die Nutzung isolierter Social Media Tools (nicht-vollerhebendes Monitoring und manuelle Recherche) können in ihrer Suche vieles nicht erfassen und schließen damit vieles aus.
Einen Überblick über die 12 wichtigsten Marktforschungstrends gibt es hier, verfasst von unserem Director Digital Strategy & Research Dr. Benedikt Köhler:
Fazit:
Es gibt grundsätzlich viele Möglichkeiten, Social Media für die externe Arbeit seines Unternehmens zu nutzen (Anregungen gerne in den Kommentaren). Im ersten Schritt ist die Bereitschaft, Social Media überhaupt einzusetzen, ein Schritt in die richtige Richtung. Mit professioneller Beratung, Anleitung und Engagement führt es mit Sicherheit auch zum gewünschten Erfolg.
Um es einmal mit Seth Godins treffenden Worten zu sagen:
„It’s a process, not an event.
Dating is a process. So is losing weight, being a public company and building a brand.
On the other hand, putting up a trade show booth is an event. So are going public and having surgery.
Events are easier to manage, pay for and get excited about. Processes build results for the long haul.”
Januar 20th, 2010 by Sabrina Panknin
HR: Für die Personalsuche 2.0 ist Social Media ein wichtiges Thema. Hier geht es in erster Linie um das Finden von qualifizierten Mitarbeitern, ob wir von der Personalabteilung eines Unternehmens oder einer selbstständigen Personalberatung reden. Sicherlich macht sich ein Unternehmen zusätzlich attraktiv, indem es eine Präsenz in Social Networks hat. Hier bekommt man auf einen Blick einen (guten) Eindruck von Unternehmen und alle Informationen, die man für eine Bewerbung braucht. Ein schönes Beispiel hierfür bietet die Siemens AG, die neben der Einführung eines Online-Bewerbungsverfahren mit unmittelbarem Feedback, eine Facebook Fanpage mit über 500 Fans und weitmehr Besuchern unterhält.
Für Unternehmen sind die Social Networks auf der Suche nach dem passenden Mitarbeiter sehr wichtig geworden (und auch ich habe z. B. meinen Job über Twitter gefunden).
Soziale Netzwerke bieten dem Personaler einen Eindruck vom potenziellen Arbeitnehmer, den eine „normale“ Bewerbung nie geben könnte.
Angefangen beim kompletten Lebenslauf bei XING (ggf. bereits mit Zeugnissen und Referenzen), über einen Eindruck von der Persönlichkeit des Bewerbers, vielleicht durch sein Engagement bei Twitter. Sollte der Bewerber auch noch sein eigenes Blog betreiben bzw. Forenartikel zu bestimmten Themen verfassen, hat das Unternehmen sofort einen Eindruck seines Könnens, sei es fachlicher oder rhetorischer Natur. Auch die Reichweite in und durch soziale Netzwerke ist enorm und kostengünstig. Ein beliebtes Tool ist hierbei auch Jobtweet, eine Echtzeitsuchmaschine, die Twitter nach Jobangeboten durchsucht, aber dementsprechend auch veröffentlicht.
CRM: Unter traditionellem CRM versteht man die systematische Gestaltung der Kundenbeziehungsprozesse, kurz: die Kundenpflege. Dazu nutzt man oft CRM Tools, die festhalten, wie, wo und warum man jemanden kennt. Der Unterschied zwischen CRM und Social CRM liegt in dem Wechsel von passiv zu aktiv. Während beim traditionellen CRM mit einer Menge an Daten gearbeitet wurde, ergänzt Social CRM um Beziehung und Konversation.
Die Passivität der reinen Datenpflege ist vorbei, nun beginnt der wirklich aktive Beziehungsaufbau und –Pflege.
Wer sich ausführlicher über Social CRM informieren möchte, der schaue bitte hier:
Januar 15th, 2010 by Sabrina Panknin
TOP 4 TWITTERLINKS
1. Internet-Weltrangliste: Google baut Vorsprung aus, Facebook rückt auf Platz 4 vor
Retweetet von Autor Holger Schmidt, der in seinem Artikel ausführlich die Internet-Weltrangliste bespricht
2. Mit diesen Social Media Marketing Maßnahmen ködert man Frauen
10 Dinge, die man zu beachten hat, wenn man Frauen als Zielgruppe hat. Liest sich zuweilen wie ein Beziehungsratgeber
3. Coke & Unilever shifting digital focus away from traditional campaign sites towards community platforms like YouTube
So wie Pepsi es letzte Woche vorgemacht hat, ziehen die Großkonzerne Coca-Cola und Unilever nach und schichten ihr Budget um, in dem sie vermehrt in Social Media investieren
4. 10 Stages of Social Media Business Integration
Brain Solis beschreibt anschaulich die zehn Stadien, die Unternehmen bei der Social Media Integration durchläuft.
Der Blogartikel der Woche
Corporate Social Media: Social Media im Unternehmen
Der erste Teil einer Reihe von Artikeln, die sich mit den Einsatzmöglichkeiten von Social Media im Unternehmen beschäftigen. Hier dreht sich alles um die drei Kriterien, die erfüllt sein müssen, um sich in SM zu engagieren.
Social-Media-Fundstück der Woche
Ein unterhaltsames Video von Coca-Cola, die Studenten auf dem Campus eine kleine Freude (und ihr Produkt) bringen wollten. Enjoy:
Coca-Cola „Happiness Machine“
Zitat der Woche:
The thing about social media is that it’s always new, and as such, these stages represent a moment in time. They will continue to evolve and expand with new technologies and experiences.
Brian Solis in sinem Artikel “The 10 Stages of Social Media Business Integration” für mashable
Januar 14th, 2010 by Sabrina Panknin
Die Voraussetzungen für ein Social Media Engagement wurden bereits am Mittwoch besprochen. Nun folgt der erste Teil der externen Aktivitäten in Social Media mit den Bereichen Marketing, Vertrieb und Business Development. Zugegebenermaßen sehr reduziert, muten die Ausführungen etwas formelartig an, sind aber zur Diskussion und Ergänzungen in den Kommentaren frei gegeben.
Marketing: Seine Marke und sein Produkt im Web 2.0 (wirkungsvoll) zu platzieren und den Usern näher zu bringen, ist ein sinnvoller Schritt in Richtung
Kundendialog = Kundenzufriedenheit = Abverkauf.
Der Paradigmenwechsel in der Gesellschaft räumt Social Media einen gewichtigen Platz im Marketing ein:
1.) Die Akzeptanz von Social Media steigt – auf Seiten der Entscheider im Unternehmen.
2.) Die Partizipation steigt – auf Seiten der User.
Social-Media-Plattformen verzeichnen ständigen Zuwachs, die Facebook-Mitglieder-Zahl ist vor kurzem auf 350 Millionen angestiegen. Und dieser Zustand ist dauerhaft:
1) das Social Web stieg im letzten Jahr nicht wie ein „Phoenix aus der Asche“, sondern wächst seit vielen Jahren aus einer Entwicklung heraus und erreichte 2009 nur seinen vorläufigen Höhepunkt.
2) die Generation der Digital Natives ist damit aufgewachsen und hat keine „Berührungsängste“ wie vielleicht die Generationen zuvor. Es gehört für sie einfach dazu!
Vertrieb: Einige beeindruckende Beispiele haben gezeigt, dass Social Media auch für den Vertrieb eine Rolle spielt. Das bekannteste Beispiel ist wohl DELL, denen es bis jetzt gelungenen ist, 3.000.000 US $ über den Vertriebsweg Twitter zu erwirtschaften. DELL folgt dabei einem einfachen Prinzip, dessen Strategie im Nachhinein nur eine logische Konsequenz aus dem Social Media Engagement ist:
Höre dem Kunden immer zu = Dialog auf Augenhöhe = biete ihm Angebote und Aktionen= Höre dem Kunden immer zu
Auch bei einem nationalen Beispiel zeigt sich Twitter als lukrative Vertriebsform: Dirk Würtz, auch bekannt als Winzer-Blogger , nutzt den Mircobloggingkanal als ergänzenden Verkaufskanal. Twitter ist hierbei natürlich nicht die einzige Alternative.
Allgemein gesprochen ist es für den Vertrieb eines Unternehmens ratsam, sich dort zu bewegen, wo der Kunde ist. Das bedeutet mittlerweile immer mehr, im Netz zu sein.
Business Development: Business Development im Allgemeinen kann von vorne herein nicht als Standardverfahren betrachtet werden, sondern erfordert eine hohes Maß an Kreativität und Fingerspitzengefühl. Doch die Möglichkeiten, die Social Media zu bieten haben, erleichtern den Business-Development-Prozess. Zum einen gibt es diverse Business-Plattformen (in Deutschland ist XING führend, Paradebeispiel aus den USA ist Linked In sowie Viadeo aus Frankreich), die speziell für (das Generieren von)Geschäftskontakte(n) zur Verfügung stehen und das Kontaktieren einfach machen. Das gilt genauso für weitere Social-Media-Netzwerke, die eine Plattform für Kontaktaufnahme, -Pflege und –Vertiefung bilden.
Zum anderen hilft die Social-Media-Präsenz eines Unternehmens, um Kontakte zu knüpfen, genauso wie die Präsenz einzelner Mitarbeiter, die dadurch dem Unternehmen ein Gesicht geben. Wie der Name schon sagt:
Social ist Sozial und Sozial ist Gespräch – auch mit geschäftlichen Kontakten.
Januar 12th, 2010 by Sabrina Panknin
Social Media Integration in Unternehmen ist ein Prozess und geschieht nicht von heute auf morgen.
In 2009 ist Social-Media-technisch viel passiert: Viel Gutes und viel Schlechtes nicht so Gutes. Immer mehr Unternehmen fanden ihren Weg in die sozialen Medien und starteten neben einer Präsenz diverse Kampagnen. Doch wie auch Brian Solis in seinem aktuellen Artikel „The 10 Stages of Social Media Business Integration“ anmerkt: Die Social Media (R)Evolution ist noch nicht vorbei, im Gegenteil – sie beginnt erst gerade.
Zu Beginn des neuen (Geschäfts-) Jahres soll an dieser Stelle noch einmal kurz und bündig die Möglichkeiten, wie Social Media im und für Unternehmen einzusetzen sind, angerissen werden. Anregungen und Ergänzungen in den Kommentaren sind herzlich willkommen. Der Artikel wird geteilt, Posts aus dieser Reihe werden mit diesem Corporate-Social-Media-Modell gekennzeichnet:
Als erstes gilt es zwischen einer Präsenz in Social Media und die Durchführung von Social-Media-Kampagnen zu unterscheiden. Die entscheidenden Kriterien hierbei sind:
- 1. Aktivität
Es ist nicht mehr nötig, die Vorteile einer Unternehmenspräsenz auf Plattformen zu erläutern und zu betonen. Diese Plattformen, wie z.B. Facebook, ein Corporate Twitter Account oder ein Corporate Blog, sind regelmäßig mit gehaltvollen Inhalten zu füllen, um den Nutzern einen Mehrwert und die Chance zum Dialog mit Unternehmen zu geben. Durch sie bewegt sich das Unternehmen dort, wo die heutigen potentiellen Kunden sind: im Netz. Wichtig dabei ist, Social Media nicht nur als hippes Buzzword zu verstehen, sondern seine Kernelemente – Zuhören, Dialog, Partizipation und Vernetzung – ernst zu nehmen.
Ein wertvoller Nebeneffekt: Die Gespräche der Nutzer über Marke und Kampagne liefern wertvolle Inputs für Marktforschung und in manchen Fällen sogar Anregungen und Verbesserung für die Produktentwicklung.
Jeder Channel, den man einbindet (Blog, Foren, Twitter, Videoplattformen etc.) hat seine spezifischen Stärken, die man für sich nutzen kann. Werden dann all diese Elemente auch noch verknüpft, erreicht man den höchstmöglichen Grad von Aufmerksamkeit und die Wahrscheinlichkeit eines Kampagnenerfolges ist sehr groß.
Wenn ein oder mehrere dieser Tools für eine aktuelle Social-Media-Kampagne genutzt werden, wird die Aktivität zuerst einmal von der Unternehmensseite, der Betreiber der Plattform, aber auch auf der Nutzerseite massiv ansteigen. Den Begriff „Kampagne“ nutze ich in diesem Zusammenhang, um einen Zeitraum zu beschreiben, der für die Bekanntmachung eines bestimmten Produkts oder einer Unternehmensaktion wie z.B. Gewinnspiel, steht.
Es ist sinnvoll, bei dieser Art von Aktivität zusätzliche Kanäle in Betracht zu ziehen wie z.B. ein eigens angelegter Twitter Account für Gewinnspiele. Das soll nicht heißen, dass Aktivitäten auf dem Unternehmens-Account während der Laufzeit der Kampagne eingeschränkt werden, es werden nur Nachrichten die Kampagne betreffend auf einen anderen Kanal umgeleitet, um Informationen gebündelt an Interessierte weiter zugeben und allgemeine Themen auf der dauerhaft aktiven Präsenz zu belassen.
2. Die Kontinuität
Die Kontinuität ist eine logische Schlussfolgerung aus der Aktivität. Die Unternehmenspräsenz in Social Media sollte unbedingt von Dauer sein, während einzelne Aktionen innerhalb einer Social-Media-Kampagne eher kurzweilig (also über einen gewissen Zeitraum), dafür aber konzentriert auf ein bestimmtes Thema sind. Bei der Kontinuität wie auch bei der Aktivität muss man ganz klar zwischen Unternehmenspräsenz und Social-Media-Kampagnen unterscheiden.
Mit einer gezielten Aktivierung von Social-Media-Kanälen wie Blogs, Communities, Twitter oder Social Networks kann eine Social-Media-Kampagne zum einen zusätzliche Reichweite generieren. Noch viel wichtiger ist jedoch die Qualität dieser Kontakte, da es sich hierbei nicht um passive Rezipienten von Werbebotschaften handelt, sondern um engagierte, begeisterte Nutzer, die die Kampagne selbständig weiterverbreiten.
3. Intensität
Die Intensität, zum einen der Eifer und das Engagement in Social Media, zum anderen aber auch die Vorbereitung für ein Auftreten in Social Media bzw. das Generieren von Insights, ist sowohl bei einer Präsenz als auch bei Kampagnen bedeutend. Folgende Schritte (Urheber: Dr. Benedikt Köhler) zeigen die vier Intensitätsstufen einer grundlegenden Vorabrecherche:
1. Crawling/Screening: Wo wird gesprochen?
2. Monitoring: Was ist das Thema?
3. Tiefenanalyse: Was steckt dahinter?
4 . Netnographie: Was hält die Communities zusammen?
Weiterhin unterscheiden wir in unserem Modell zwischen internen und externen Aktivitäten. Die Beiträge der nächsten Tage behandeln inhaltlich, in wie vielen Bereichen Social Media ihren Sinn und Zweck für Unternehmen haben.
November 2nd, 2009 by Alexander Becker
Das gab es noch nie.
Bislang galt beim Thema Twitter und Zeitungen: Jede vermeintlich moderne Zeitung hat einen offiziellen Twitter-Stream. Bei besonders fortschrittlichen Titeln gibt es sogar mehrere Zwitscher-Kanäle. Diese Redaktionen sind jedoch die absolute Ausnahme, anstatt die Regel. Dazu kommen bei jeder Zeitung ein paar Kollegen, die Privat twittern.
Springers „Weltkompakt“ geht jetzt einen Schritt weiter und hat weite Teile der Redaktion davon überzeugt selbst unter dem eigenen „Weltkompakt“-Kürzel „WK“ zu Zwitschern. So entsteht ein spannendes Experiment: Die erste twitternde Redaktion, der man beim Entstehungsprozess einer Ausgabe aus über 20 Perspektiven beim „Zeitungsmachen“ zusehen kann.

Die Liste wk_master umfasst bislang 29 Nutzer, die alle vor ihrem Nachnamen einen Unterstrich und die Abkürzung WK tragen. Einziges Manko an dem spannenden Experiment ist das Versäumnis, das bei den wenigsten WK-Zwitscheren zu erkennen ist, welchen Ressort sie angehören oder was ihr Job in der Redaktion ist.
Der Twitter-Angriff ist Teil der “Innovationsoffensive” (Eigenwerbung), die sich Springers Metropolen-Blatt gerade gönnt. Die kleine Tabloid-Schwester der “Welt” wird ab sofort auch in Frankfurt, Köln und Düsseldorf mit regionaler Berichterstattung präsent sein. Des weitern hat die Zeitung „Lifestyle“ und „Internet“ zwei neue Ressort. Zudem startet „heute“ – laut Werbeblogger – „eine groß angelegte, bundesweite Werbekampagne, um potenzielle Leser auf einen neuen thematischen Fokus aufmerksam zu machen“.
September 30th, 2009 by Tobias Kärcher
The Coca-Cola Company bietet seit einigen Monaten eines der Leuchtturmprojekte überhaupt, wenn es darum geht, Social Media in Großunternehmen zu integrieren. Als eines der weltweit umsatzstärksten Unternehmen im Food-Sektor hat es Coca-Cola geschafft, sich auf diversen Kanälen ansprechend zu präsentieren. Die User danken es mit reger Beteiligung: Der offizielle Facebook-Account ist heute laut Inside Facebook mit über 3,7 Millionen Fans die insgesammt zwölftgrößte Facebook-Fanpage überhaupt. Im Corporate-Blog Coca-Cola Conversations bietet Phil Mooney, Archivar und Unternehmenshistoriker, Spannendes und Kurioses aus über hundert Jahren Konzerngeschichte.
Und auch die einzelnen Markenprofile auf Twitter, Flickr etc. können sich sehen lassen. Verantwortlich für diese Entwicklung zeichnet sich Michael Donnelly, der letzte Woche bei Advertising Age vorgestellt wurde. Er war es, der sich mit den privaten Initiatoren der Coca-Cola Fanpage zusammengesetzt hat, um mit ihnen ein gemeinsames Konzept zur Weiterführung des Facebook-Accounts zu entwickeln. Im Herbst 2008 gegründet, wuchs dieser unter der Leitung von Dusty Sorg und Michael Jedrzejewski schnell auf zweieinhalb Millionen User an. Doch auch der offizelle Einstieg des Unternehmens tat dem Erfolg keinen Abbruch – die 4-Millionen-Marke steht an, um geknackt zu werden.
Was macht Coca-Cola also richtig? Donnelly dazu:
“For years brands built [web] pages and expected people to come to them. Then you had Second Life and brands went out and built islands and expected people to come to them. Well, people don’t actually do that. Whatever they’re doing on the web, they’re not there to be hijacked and taken to wherever you want to take them.”
Wenn also User zum Mitmachen animiert werden sollen, ist dieses Grundkonzept in Social Media entscheidend. Engagement will hier auf freiwilliger Basis geschehen, frei von Zwang und Bevormundung. So bekommt der User letztendlich wirklich das Gefühl, an einer Commmunity selbst gestaltend mitwirken zu können. Dabei entwickelt sich der Spieltrieb und somit auch Lust, die nötige Kreativität zu entwickeln und zu investieren. Völlig umsonst ist das Mitmach-Netz nämlich nicht. Es kostet Zeit.
In diesem Sinne:
(Pics: Facebook, Coca-Cola)




