Oktober 22nd, 2008 by David Nelles

Krisen haben etwas Positives: Sie treiben Menschen an, neue Wege zu beschreiten, um zurück zum Erfolg zu finden. Es bieten sich Chancen. Dieses gilt auch für den aktuellen wirtschaftlichen Abschwung. Auch Lars Hinrichs meint dazu:

Einer anhaltenden Finanzmarktkrise folgen zwangsläufig auch weitere Krisen in anderen Branchen und die Medien werden deren Folgen natürlich spüren. Aber Krisen bieten immer auch Chancen, denn Veränderungen werden durch sie noch beschleunigt.

Diese beschleunigte Veränderung gilt sicherlich auch für die Werbebranche bzw. für die Marketing- Budgets. So merken die klassischen Medien, dass ihre Anzeigenkunden so langsam den Geldhahn zudrehen.

Denn die anhaltende Finanzmarktkrise dürfte sicher auch Auswirkung auf die Media-Budgets haben. Vor dem Hintergrund einer sich anbahnenden Rezession werden Werbekunden ihre Budgets noch gebündelter dort einsetzen, wo sie ihre Zielgruppen tatsächlich auch erreichen.

Hiermit hat Lars Hinrichs sicherlich recht. Marketer werden sich in Zeiten von knappen Budgets sicherlich genau überlegen, wie die jeweilige Zielgruppe mit möglichst geringem Streuverlust erreicht werden kann. Daher kann die erwartete wirtschaftliche Krise als Wachstumsförderer für den Bereich von Social Media Marketing werden.

In these difficult economic times, it is important for all companies to become more cost-efficient. One of the ways you can lower your marketing costs is by turning to social media marketing.Schreibt Blond 2.0über Vorteile von Social Media Marketing.

Doch ist der komperative Kostenvorteil gegenüber sehr kostspieligen TV- und Print- Kampagnen nur ein Vorteil. Social Media Marketing bietet zudem den großen Vorteil, seine Zielgruppe durch Social Media Monitoring ohne Streuverlust erreichen zu können. Ich bin mir sicher, dass die Marketing-Verantwortlichen von Unternehmen, Werbeagenturen und Netzwerke sowie Media Agenturen sich dem Thema Social Media Marketing, wenn sie es nicht schon getan haben, stärker zuwenden werden. In den Zeiten gestraffter Budgets werden neue Wegen benötigt, um das jeweilige Ziel zu erreichen. Eine wirtschaftliche Talfahrt bedeutet schließlich nicht, dass keine Marketingmaßnahmen mehr stattfinden werden. Vielmehr werden Lösungen bevorzugt, die einen effizienteren Weg zum Verkauf bilden. Hier bietet sich also die Chance für Social Media Marketing.
Finanzkrise   Ein Vorteil für Social Media Marketing

Oktober 21st, 2008 by David Nelles

Das Spiel zur Bankenkrise. Nie wieder Problem mit Fehlspekulationen, einfach über das Staatfeld gehen.

Oktober 10th, 2008 by David Nelles

Ich hatte mir eigentlich geschworen vorerst nicht in das Horn der Finanzkrise zu stoßen. Ich will ja schließlich keine irrationalen Marktbewegungen kommentieren, um damit der allgemeinen Hysterie noch mehr Futter zu geben. Nur ganz kurz: Es gibt einen Begriff aus der Sozialwissenschaft der mir zur momentanen Situation einfällt. 1948 führte der Soziologe Merton den Begriff der selbsterfüllenden Prophezeiung ein. Mit diesem Begriff lässt sich die jetzige Situation passend umschreiben. Wir und die Banken müssen nur weiter wie die Verrückten die Newsticker verfolgen, Experten-Runden im TV sehen, unpassende historische Vergleiche heranziehen und alle fest daran glauben, dass diese Krise eine tiefe Zäsur in der Weltgeschichte sein wird, die alles verändern wird – dann wird das schon mit der Krise.

Aber genug davon. Passend zum Finanzkrisenterror habe ich mich mal auf die Suche begeben, um zu diesen Themen News aus erster US-Hand zu bekommen. Ich habe dabei ein paar sehr informative US-Investment-Banker Blogs gefunden. Die Suche bestätigte wieder meine bisherigen Erfahrungen. In den USA sind die nutzergenerierten Kommunikationskanäle zu einem wirklich fest etablierten Medienkanal geworden. Daher gibt es in den USA auch zu solchen hochspezialisierten Themen Blogs. Hier ist nur ein kleiner Ausschnitt mit News aus dem Epizentrum der Krise:

http://www.bankersball.com/
http://blogmaverick.com/
http://blogs.marketwatch.com/greenberg/
http://rutledgecapital.com/rutledgeblog/
http://garyweiss.blogspot.com/
http://www.danielmarkharrison.blogs.com/
http://www.contrarianedge.com/
http://blogs.forbes.com/digitalrules/
http://www.dealbreaker.com/
http://ddo.typepad.com/ddo/
http://stocksbelowncav.blogspot.com/
http://nakedshorts.typepad.com/
http://www.rgemonitor.com/blog/setser/
http://jeffmatthewsisnotmakingthisup.blogspot.com/

Falls es jemand interessiert, sollte er auf den der Investment Blogosphäre einmal nach Dick Fuld suchen. Der gescheiterte Lehmann CEO Fuld hat in diesem Bereich ein ausgewachsenes Reputationsproblem.

September 30th, 2008 by David Nelles

Nicht genug, dass momentan das internationale Finanzsystem ins Wanken gerät, Duncan Riley sieht in der aktuellen und globalen Finanzkernschmelze einen Untergangskatalysator für eine ganz bestimmte Branche. Für den Inquisitr Blogger beschleunigt die aktuelle Finanzkrise den Untergang der Print Medien, da die Marketer nicht mehr gewillt sind, ihre knappen Budgets für teure Printkampagnen zu belasten:

Newspapers suffered a 14% drop in revenue in the first half of 2008, continuing a downward trend starting in early 2006. The biggest contributor to the decline has been the rapid disappearance of advertising, down a whopping 35.2% for the first half of the year…and this is before the current financial crisis. All the external factors in the economy suggest that advertising spending will contract in the second half of the year at a rate higher than the first half of the year, and heritage media, and particularly newspapers will take a huge hit. Advertising doesn’t stop in a recession, but data shows that advertisers get smarter with their ad buys, and search advertising is the biggest beneficiary.

Sicherlich wird die aktuelle Finanzkrise auch tiefe Spuren bei den Anzeigenverkäufen im Bereich der Tageszeitungen hinterlassen. Ich sehe es ähnlich – Tageszeitungen werden es in der Zukunft schwer haben. Die Antriebsfeder des langsamen Niedergangs der Print Tagespresse liegt hauptsächlich an der sich verändernden Mediennutzung. Die abnehmenden Auflagen der Print Tageszeitungen sprechen Bände. Die IVW Zahlen zeigen für Tageszeitungen in Deutschland in den letzten 10 Jahren ständig sinkende Auflagenzahlen. Dagegen haben sich die Zugriffe auf die durch die IVW untersuchten Onlinemedien in dem letzten Jahr in Deutschland verdoppelt.

Die Nachrichten Tageszeitungen sind im Onlinezeitalter immer von Gestern. Das liegt in der Natur der Dinge und wird sich auch im klassischen Konzept der Tageszeitung nicht ändern lassen. Das immer wieder gern angeführte Argument, dass Tageszeitungen besser recherchierte Hintergründe hätten, halte ich nicht für beständig. Die Informationstiefe im Internet reicht völlig aus, um mit dem Informationsgehalt einer klassischen Tageszeitung mitzuhalten. Darüber halte ich einen durchschnittlichen Tageszeitungsleser dazu befähigt, die Informationsflut für seine Zwecke zu verdichten.
Wenn Marketer ihre Printbudgets reduzieren und ihre Onlinebudgets aufstocken, liegt es also weniger an volkswirtschaftlichen Krisen, sondern eher daran, dass sie mit ihrer Markenbotschaft auch in Zukunft ihre Zielgruppe erreichen möchten.
Wenn Duncan aus der Krise heraus eine Chance für die Onlinemedien und Kommunikationsplattformen sieht, vergisst er einen entscheidenden Punkt Die Startups, von denen er in diesem Artikel spricht, sind zu einem großen Anteil von Venture Capital abhängig. Diese Kapitalgeber arbeiten mit großen Investmentbanken zusammen. Falls es die Investmentbanken noch gibt, werden jene, die nun Geschäftsbanken sind, in Zukunft sicherlich nicht mehr so spendabel im Bezug auf Venture Captial sein. Daher wird es fraglich sein, ob die so stark auf Fremdkapital angewiesenen Startups aus dieser Krise Kapital schlagen können.
Doch langfristig und ganz unabhängig von Finanzkrisen, die Mediennutzung verschiebt sich und damit auch die Marketingbudgets. Ob es Konzepte geben wird, die es Tageszeitungen ermöglichen, diesen Trend zu brechen, bleibt abzuwarten.

Finanzkrise   Untergang der Tageszeitung?

Finanzkrise   Untergang der Tageszeitung?