März 1st, 2011 by Administrator
Immer wieder hört man von Agenturseite, aber auch von Unternehmensseite folgende Begründung für die Planung oder Umsetzung von Social Media Aktivitäten: “Unternehmen müssen dorthin gehen, wo die Konsumenten sich aufhalten.” Das klingt auch logisch. Immer möglichst nah auf Tuchfühlung mit den Kunden und potentiellen Kunden. Aber stimmt das wirklich? Oder haben wir es hier mit einem Social Media Mythos zu tun?
Was beim ersten Hinsehen schlüssig und selbstverständlich erscheint, entpuppt sich aber schnell als Mythos. Unternehmen müssen nicht überall dort sein, wo sich die Konsumenten aufhalten. Zum Beispiel nach Feierabend. Auch wenn ein beträchtlicher Teil der potentiellen Kunden eines Unternehmens am Abend um die Häuser zieht, erwartet niemand von den Unternehmen, es den Konsumenten gleich zu tun. Kaum jemand möchte an der Bar jedes Mal auch noch mit seiner Lebensversicherung, seinem Energieversorger und dem Hersteller seines Sportwagens anstoßen.
Aber in dem Spruch steckt trotzdem mehr als ein Körnchen Wahrheit. Man muss ihn nur umdrehen: “Unternehmen sollten keine Zeit damit verschwenden, über Kanäle zu kommunizieren, die von den Konsumenten nicht mehr genutzt werden.” Also: Wenn ich jüngere Zielgruppen ansprechen möchte, hat es mittelfristig keinen Sinn, in Zeitungen um sie zu werben. Der Trend geht in Richtung Online und insbesondere Social Media. Insofern ist es also durchaus sinnvoll, sich mit den Konsumenten mitzubewegen – allerdings eben nicht überall hin. Oder anders ausgedrückt: Man muss nicht auf jeden Zug aufspringen, sollte es aber mitbekommen, wenn eine Strecke stillgelegt wurde.
Februar 28th, 2011 by Alexander Becker
Der längst fällige Paradigmen-Wechsel im Marketing vieler großer Unternehmen von einer Einweg-Kommunikation hin zu einer echten Kunden-Kommunikation nimmt immer mehr an Fahrt auf. Erster Indikator war das sich anbahnende Jobwunder. Jetzt veröffentlicht der eMarketer weitere positive Zahlen.
So berichtet der US-Branchendienst, dass das Verhältnis der Social Media-Angaben an den Gesamt-Marketing-Ausgaben in diesem Jahr kräftig steigen wird. Eine CMO-Befragung der American Marketing Association ergab, dass der SM-Anteil am Gesamt-Budget von jetzt 5,6 Prozent auf 9,8 Prozent steigen wird.
In den kommenden fünf Jahren soll sich der Social-Media-Anteil sogar auf 18,1 Prozent erhöhen.
Der eMarketer schreibt:
“Social media is no longer brand new, and many product companies have been experimenting in the space for some time. The current challenge for companies is to figure out the balance of marketing that works for them, and that includes a focus on product development and traditional advertising. Service companies are also realizing they must be on the cutting edge to gain clients, which includes being savvy when it comes to social media.”
Je schneller Social Media ein integraler Bestandteil des Marketing-Mixes in den meisten Companys wird, desto stärker rückt ein weiteres Problem in den Fokus: Die immer aufwändigeren Social Media-Aktivitäten müssen effektiv im gesamten Unternehmen und im Gesamt-Marketing integriert und gelebt werden.
Januar 20th, 2009 by David Nelles
Starbucks macht es, Tchibo setzt es auch ein und nun auch der zukünftige 44. Präsident der Vereinigten Staaten. Crowd Sourcing heißt das Zauberwort und bei Barack Obama ist es die Plattform citizens briefing book. Auf dieser Plattform werden die Bürger der USA dazu aufgefordert Verbesserungsvorschläge in alle Politiktfelder einzubringen. Von wirtschaftspolitischen Themen über sozialpolitische Anliegen bis zur Außenpolitik – auf der präsidentiellen Crowdsourcing Plattform können Bürger ihre Reformvorschläge äußern und sie von anderen Usern bewerten lassen. Mittlerweile sind bereits über 44.000 Ideen von Usern auf dieser Plattform formuliert worden, auf die schon über 120.000 User mit ihrem Voting reflektiert haben.
Die momentan populärste Idee auf der Obama-Plattform ist die Forderung nach der Legalisierung von Marihuana. Auf Platz 2 der populärsten Ideen folgt die Forderung, dass die USA zum grünsten Land der Erde wird. Ob die populärste Idee nun wirklich die Politik der USA verbessern wird, wage ich zu bezweifeln. Die Entwicklung einer solchen Plattform passt trotzdem haargenau in die Kommunikationsstrategie von Barack Obama. Von Anfang an gehörte Social Media für das Beraterteam um Obama zu einem der zentralen Tools in der Ansprache von Wählern. Aus diesem Grund ist die Entwicklung der aktuellen Plattform nur der logische Schritt in der Social Media Strategie von Obama.
Nicht nur der neue amerikanische Präsident versucht seine Kundschaft in die Produktentwicklung und Serviceoptimierung zu integrieren. Die freie Wirtschaft entdeckt auch immer häufiger den Vorteil von Kundenfeedback bzw. von CRM im Bereich von Social Media. Natürlich stehen hier an erster Stelle Dell, aber auch Otto, Tchibo und Fiat kommunizieren mit ihren Usern um erfolgreiche um marktfähige Produkte zu generieren. Der Vorteil eines solchen Vorgehens ist in diesen Medien nur allzu naheliegend. Es gibt kaum ein besseres Umfeld, um auf direkte Art und Weise mit seiner Zielgruppe und Kunden zu kommunizieren. Ich bin überzeugt davon, dass Social Media und CRM in Zukunft Hand in Hand gehen werden.
Januar 5th, 2009 by David Nelles
Einer der viel versprechendsten Lösungen für Unternehmen in Social Media werden sicherlich die Kunden Communities werden.
Jaffe Juice sieht es in seiner Prognose für 2009 ganz ähnlich: Communtiy becomes the Killer App – At crayon, we’re seeing marketers really beginning to invest in community-related efforts
Der Grund hierfür ist eigentlich klar. Natürlich bietet sich Social Media auch für einzelne Kampagnen an, aber es sollte im besten Fall nicht bei einer einzelnen Kampagne bleiben. Wer als Verantwortlicher für seinen Brand einen nachhaltigen Effekt im Bereich Social Media erzielen möchte, wird dieses nur mit einer längerfristig angelegten und kampagnenübergreifenden Kommunikationslösung erreichen. Eine Brand Community ist für diesen Zweck genau das richtige Mittel und diese Community kann dabei weit über den bloßen Marketingnutzen hinausgehen. Für die Produktentwicklung, die Marktforschung und den Sales wird ein echter Mehrwert geschaffen.
Aus dieser Perspektive scheint es nur allzu logisch, weshalb die Community-Lösung im Bereich des Unternehmenseinsatzes von Social Media einer der aussichtsreichsten Herangehensweisen sein wird. Doch bei dem Einsatz einer solchen Kommunikationslösung, sollten die Verantwortlichen ein paar wichtige Spielregeln berücksichtigen.
Partizipation – den Kunden nicht alleine lassen
Wer aber meint, der Kunde und Community-User würde ganz von alleine die Kommunikation führen, der irrt. Das bloße Vorhandensein einer Plattform ist eben bei Weitem noch kein Garant für den Erfolg. User wollen auf einer solchen Plattform Informationen über die Marke finden, die sie sonst nirgends bekommen würden. Darüber hinaus wollen sie dort mit ihrer Lieblingsmarke bzw. mit den Menschen, die hinter ihr stehen, kommunizieren. Brandspezifische Communities bieten sich deshalb wie fast kein zweiter Ort dafür an eine intensive Kundenloyalität zu erzeugen.
Humanisierung – nicht die Marke, sondern der Mensch muss kommunizieren
Der User will auf Brand Communities gerade mit den Menschen hinter der Marke kommunizieren und nicht mit einer gesichtslosen Marke. Gerade die Diskussion zwischen Menschen macht in Social Media aus, dieser Umstand gilt daher auch für den Unternehmenseinsatz. Unternehmen die im Bereich im Bereich Social Media aktiv werden, müßen darauf achten das echte Mitarbeiter über diese Kanäle mit ihren Kunden kommunizieren.
Rückkanalnutzung – Reden und Zuhören
Social Media ist der richtige Ort dem Kunden zuzuhören, dabei sollte es aber möglichst nicht bleiben. Unternehmen, die den Bereich Social Media für ihre Zwecke nutzen, sollten auch mit ihren Kunden und Usern in Kommunikation treten. Das Zuhören alleine hat sicherlich einen hohen Wert, doch ist diese passive Herangehensweise nur die eine Seite der Medaille. Um den maximalen Nutzen aus einer Social Media Initiative zu ziehen, darf die aktive Kommunikation mit dem Kunden nicht vernachlässigt werden. Nur durch die direkte Kommunikation mit dem Kunden lassen sich zielgerichtete Diskussionen erzeugen. Solche Diskussion können von der Produktverbesserung bis zur Kampagnen-Optimierung durch Unternehmen genutzt werden.
Vielleicht sehen wir in Deutschland 2009 auch Lösungen wie die von Starbucks oder Dell. Aus welchem Grund sollten Kommunikationsverantwortliche in Deutschland mit der Initiierung von Social Media Kunden Communities warten? Der Mehrwert einer Brand Community ist nicht zu übersehen. Gerade in Zeiten angespannter Budgets sollten diese vergleichweise günstigen und dabei sehr effizienten Social Media Tools aktiver Bestandteil einer modernen Unternehmenskommunikation sein.





