März 1st, 2011 by Administrator
Immer wieder hört man von Agenturseite, aber auch von Unternehmensseite folgende Begründung für die Planung oder Umsetzung von Social Media Aktivitäten: “Unternehmen müssen dorthin gehen, wo die Konsumenten sich aufhalten.” Das klingt auch logisch. Immer möglichst nah auf Tuchfühlung mit den Kunden und potentiellen Kunden. Aber stimmt das wirklich? Oder haben wir es hier mit einem Social Media Mythos zu tun?
Was beim ersten Hinsehen schlüssig und selbstverständlich erscheint, entpuppt sich aber schnell als Mythos. Unternehmen müssen nicht überall dort sein, wo sich die Konsumenten aufhalten. Zum Beispiel nach Feierabend. Auch wenn ein beträchtlicher Teil der potentiellen Kunden eines Unternehmens am Abend um die Häuser zieht, erwartet niemand von den Unternehmen, es den Konsumenten gleich zu tun. Kaum jemand möchte an der Bar jedes Mal auch noch mit seiner Lebensversicherung, seinem Energieversorger und dem Hersteller seines Sportwagens anstoßen.
Aber in dem Spruch steckt trotzdem mehr als ein Körnchen Wahrheit. Man muss ihn nur umdrehen: “Unternehmen sollten keine Zeit damit verschwenden, über Kanäle zu kommunizieren, die von den Konsumenten nicht mehr genutzt werden.” Also: Wenn ich jüngere Zielgruppen ansprechen möchte, hat es mittelfristig keinen Sinn, in Zeitungen um sie zu werben. Der Trend geht in Richtung Online und insbesondere Social Media. Insofern ist es also durchaus sinnvoll, sich mit den Konsumenten mitzubewegen – allerdings eben nicht überall hin. Oder anders ausgedrückt: Man muss nicht auf jeden Zug aufspringen, sollte es aber mitbekommen, wenn eine Strecke stillgelegt wurde.
Januar 20th, 2009 by David Nelles
Starbucks macht es, Tchibo setzt es auch ein und nun auch der zukünftige 44. Präsident der Vereinigten Staaten. Crowd Sourcing heißt das Zauberwort und bei Barack Obama ist es die Plattform citizens briefing book. Auf dieser Plattform werden die Bürger der USA dazu aufgefordert Verbesserungsvorschläge in alle Politiktfelder einzubringen. Von wirtschaftspolitischen Themen über sozialpolitische Anliegen bis zur Außenpolitik – auf der präsidentiellen Crowdsourcing Plattform können Bürger ihre Reformvorschläge äußern und sie von anderen Usern bewerten lassen. Mittlerweile sind bereits über 44.000 Ideen von Usern auf dieser Plattform formuliert worden, auf die schon über 120.000 User mit ihrem Voting reflektiert haben.
Die momentan populärste Idee auf der Obama-Plattform ist die Forderung nach der Legalisierung von Marihuana. Auf Platz 2 der populärsten Ideen folgt die Forderung, dass die USA zum grünsten Land der Erde wird. Ob die populärste Idee nun wirklich die Politik der USA verbessern wird, wage ich zu bezweifeln. Die Entwicklung einer solchen Plattform passt trotzdem haargenau in die Kommunikationsstrategie von Barack Obama. Von Anfang an gehörte Social Media für das Beraterteam um Obama zu einem der zentralen Tools in der Ansprache von Wählern. Aus diesem Grund ist die Entwicklung der aktuellen Plattform nur der logische Schritt in der Social Media Strategie von Obama.
Nicht nur der neue amerikanische Präsident versucht seine Kundschaft in die Produktentwicklung und Serviceoptimierung zu integrieren. Die freie Wirtschaft entdeckt auch immer häufiger den Vorteil von Kundenfeedback bzw. von CRM im Bereich von Social Media. Natürlich stehen hier an erster Stelle Dell, aber auch Otto, Tchibo und Fiat kommunizieren mit ihren Usern um erfolgreiche um marktfähige Produkte zu generieren. Der Vorteil eines solchen Vorgehens ist in diesen Medien nur allzu naheliegend. Es gibt kaum ein besseres Umfeld, um auf direkte Art und Weise mit seiner Zielgruppe und Kunden zu kommunizieren. Ich bin überzeugt davon, dass Social Media und CRM in Zukunft Hand in Hand gehen werden.




