Mai 25th, 2005 by Alexander Becker

Der Fall Manchester United: Teil IIMalcom Glazer zieht die Daumenschrauben an. Der neue Besitzer von Manchester United hat allen verbliebenen Aktionären eine Frist gesetzt, ihre Aktien bis zum 13. Juni anzudienen. Danach will Glazer ManU von der Börse nehmen. Ab einem Beteiligungs-Besitz von 75 Prozent ist das in Großbritannien möglich. Der US-Amerikaner hält mittlerweile 76,2 Prozent aller Club-Aktien.
Gegen die Pläne des US-Investors kämpft der Fan- und Aktionärsverband Sharholders United. Der Interessenverband kontrolliert noch rund 15 Prozent aller Anteile und macht sich große Sorgen um den Club: Das sieht noch sehr, sehr viel schlimmer aus als wir ursprünglich dachten.”
Shareholder United hat die Fans aufgerufen, keine Clubprodukte wie Manchester United-Kreditkarten oder Trikots mehr zu kaufen. Dazu hofft die Interessenvertretung das die ManU-Anhänger möglichste viele Produkte von Club-Sponsoren wie Nike, Pepsico und Fuji Photo Film boykottieren. Damit geht die Schlacht in die nächste Runde.

Mai 18th, 2005 by Alexander Becker

Der Fall Manchester United: Teil I Dem reichsten Fußballclub der Welt droht der Wegfall seiner wichtigsten Einnahmequelle: Den Verkauf von Fanartikeln an die Anhängerschaft. Grund: Die eigenen Fans fangen an ihren eigenen Verein zu boykottieren. Hätte man diese Entwicklung mit einem guten Issue-Managment-System erkennen können? Und wie entwickelt sich der Fall?
Die Vorgeschichte: Im Laufe der vergangenen zwei Jahren hat sich der US-amerikanische Sport-Tycoon Malcom Glazer für rund 1,2 Milliarden Dollar, mit über 75 Prozent, die absolute Mehrheit am reichsten Fußball-Club der Welt zusammengekauft. Das Problem war und ist dabei jedoch, dass fast alle Anhänger und restlichen Aktionäre gegen die Übernahme durch den US-Investor waren.
Die Folge: „Ich werde meine Jahreskarte nicht verlängern“, sagt Nick Towle von der Vereinigung der „United Aktionäre“. Er droht: „Wir werden auch keine Fanartikel mehr kaufen. ManU ist nicht mehr unser Klub, und wir wollen Glazer dort treffen, wo es ihm wehtut: in seinem Portmonee.“
Damit tritt der seltene Fall ein, dass die eigenen Aktionäre zum Boykott ihrer Produkte aufrufen.