April 23rd, 2006 by Alexander Becker

Blogdiplomat Patrick Breitenbach beschäftigt sich in seinem Blog ausgiebig mit dem Thema und antwortete dazu noch auf die Ethority-Umfrage:
1. Wie haben sich die Corporate Weblogs im vergangenen Jahr verändert? So langsam wächst das Verständnis für Weblogs bei Unternehmen. Daher gab es auch einige gelungene Umsetzungen von Corporate Weblogs im letzten Jahr. Allerdings begreift ein großer Anteil der Unternehmen Weblogs immer noch nicht als potenzielles Dialoginstrument . Sie sehen nur: “Weblogs bringen gute Googleplatzierungen, sie sind billig, also machen wir das auch.” Am Liebsten würden Unternehmen ihre bisherigen Werbemittel einfach in das Blog stellen und warten, dass sich das jemand
freiwillig anguckt und dann sagt: “Boah, das sind aber tolle Sachen. Die kauf ich mir gleich.” Doch so werden Corporate Weblogs nicht funktionieren.
2. Wie werden die Corporate Weblogs in einem Jahr aussehen? Hoffentlich viel mutiger und damit auch “blogiger”. Nun ist die Zeit langsam vorbei, in der man durch die bloße Ankündigung “Wir haben ab sofort ein Corporate Blog” Aufmerksamkeit erzielen kann. Jetzt sind interessante und durchdachte Konzepte gefragt, um Corporate Weblogs erfolgreich umzusetzen. Dabei zählt übrigens nicht die reine Klickrate, sondern die Tiefe
des daraus entstehenden Dialoges mit den Menschen. Wenn es ein Corporate Weblog schafft in der Blogosphäre nicht gleich als Fremdkörper ausgeschieden zu werden, dann wird es auch langfristig erfolgreich mit allen Menschen kommunizieren können. Langfristigkeit ist übrigens ein Mantra, dass sich viele Unternehmen verinnerlichen sollten, bevor sie ein Weblog starten.
3. Glauben Sie, daß sich Podcasts oder gar Vodcast als ernstzunehmendes Marketinginstrument durchsetzen werden? Was sind denn Pod- oder Vodcast im Grunde genommen? Eigentlich doch nur eine technische Möglichkeit, mit der man kostengünstig Audio- und Videodateien unter das Volk streuen kann. Jeder kann jetzt also Radio und TV spielen. Das ist im Grunde genommen ja nichts neues. Die Dialogmöglichkeiten sehe ich übrigens bei dieser Form nicht so reichhaltig wie bei geschriebenen Blogs. Es kommt also immer darauf an, ob ein Unternehmen ausschließlich über sich selbst sprechen, Menschen unterhalten oder mit ihnen kommunizieren möchte. Um also auf die Frage zurückzukommen: Pod-/Vodcasts sind bereits ein ernstzunehmendes Marketinginstrument, die jedoch, genau wie andere Blogs, zunächst richtig konzipiert werden müssen.

Desweiteren erreicht uns noch die nächste Umfrageantwort vom Excitingcommerce-Blogger Jochen Krisch. Seine Antworten:
1. Wie haben sich die Corporate Weblogs im vergangenen Jahr verändert? Zunächst einmal sind es erheblich mehr geworden. Vor allem kleine und
regionale Unternehmen erkennen zunehmend ihre Chance, mit einem Unternehmensblog überregional auf sich aufmerksam zu machen. Im Handelsbereich haben wir inzwischen mehrere Dutzend zum Teil hervorragender Händlerblogs. Viele sind im vergangenen Jahr entstanden.
2. Wie werden die Corporate Weblogs in einem Jahr aussehen? Hoffentlich viel vernetzter, viel dynamischer, viel abwechslungsreicher. Das Internet wird zum Live-Medium. Wir erwarten mehr Aktions- und Infotainment-Elemente. Auch Corporate Weblogs sollten sich dauerhaft
spannend lesen lassen.
3. Glauben Sie, daß sich Podcasts oder gar Vodcast als ernstzunehmendes Marketinginstrument durchsetzen werden? Nein, wenn sie vom Unternehmen kommen. Ja, wenn sie von den eigenen Kunden bzw. Fans kommen.

Machen auch Sie bei der Umfrage mit. Unter allen Teilnehmern Eintrittskarten zur 2. Ethoriy Konferenz – Reputation Management & Word of Mouth.

Die bisherigen Antworten auf den Ethority-Fragebogen gibt es hier und hier.