Januar 27th, 2010 by Sabrina Panknin

Corporate Social Media

PR: Social Media wird von vielen als eine Art Teildisziplin der PR und Kommunikation verstanden. Diese Relation ist einfach nachzuvollziehen, denn die ursprüngliche Aufgabe der PR ist ein wichtiges Merkmal eines Engagement in Social Media: Das Kommunizieren.

Oft fällt die Pflege der Social-Media-Kanäle in den Bereich der PR, doch ein vollständiges Bild des Unternehmens ergibt sich nur dann, wenn das ein oder andere Mal auch Mitarbeiter außerhalb der PR integriert werden, z.B. zum Schreiben eines Blogposts.

PR 2.0 ist keine neue Art der der Kommunikation, sie bedeutet nur neue Tools und Möglichkeiten. Auch macht sie die PR, wie wir sie kennen, nicht überflüssig, sondern ergänzt sie nur. In einigen Jahren wird die PR sogar nicht mehr durch solche verschiedenen Begriffe „aufgeteilt“ werden müssen.

Was sich allerdings durch das Web 2.0 ändern wird: Nicht mehr nur Mitarbeiter der PR  repräsentieren und vertreten das Unternehmen, sondern alle Mitarbeiter, die im Netz mit dem Unternehmen in Verbindung gebracht werden können. Durch z.B. Social Network Profile wird eine Zuordnung sehr viel einfacher, also gilt:

die Mitarbeiter werden zu Botschaftern des Unternehmens!

Auch über diesen Bereich könnte man viel mehr und ausführlicher schreiben, wer aber auf der Stelle mehr über klassische PR und PR 2.0 erfahren möchte, ist bei PR-Doktor immer gut aufgehoben.

Marktforschung: Bei der Social-Media-Marktforschung werden authentische Gespräche im Internet identifiziert, erhoben und ausgewertet. Damit grenzt sich die Social-Media-Marktforschung von klassischen Onlinebefragungen im Internet ab. Social Media Research steht in einem ergänzenden Verhältnis zur klassischen qualitativen Marktforschung.

Ziel ist es,  vom Gesagten auf das tatsächlich Gemeinte zu schließen -  und das direkt anhand der relevanten Diskussionen der betroffenen Zielgruppe und nicht anhand einer Stichprobe.

Die klassische Zielgruppe existiert im Netz nicht mehr.

Vielmehr ist es mittels der Social-Media-Marktforschung möglich herauszufinden, wo sich Kunden aufhalten, worüber sie sich unterhalten, was ihnen gefällt oder eben nicht. Im Internet setzen sich Millionen von Verbrauchern täglich mit Produkten und Marken auseinander. Dabei bleiben sie nicht stumm, sondern denken laut über ihre Erfahrungen. Das Web 2.0 bietet unzählige Plattformen, auf denen sich Nutzer in Gruppen und Gemeinschaften zusammenfinden, um sich über bestimmte Unternehmen, Marken oder Produkte auszutauschen.

Sie sind betroffene Zielgruppen, da sie mit Produkten und Marken agieren.

Mit einem Social Media Monitoring ist es nun möglich, die Bedeutung der Gespräche zu analysieren. Einseitiges Monitoring reicht hier nicht aus, um adäquat die Bedingungen zu erfüllen, wichtig ist eine Betrachtung in Echtzeit. Die Nutzung isolierter Social Media Tools (nicht-vollerhebendes Monitoring und manuelle Recherche) können in ihrer Suche vieles nicht erfassen und schließen damit vieles aus.

Einen Überblick über die 12 wichtigsten Marktforschungstrends gibt es hier, verfasst von unserem Director Digital Strategy & Research Dr. Benedikt Köhler:

www.ethority.de

Fazit:

Es gibt grundsätzlich viele Möglichkeiten, Social Media für die externe Arbeit seines Unternehmens zu nutzen (Anregungen gerne in den Kommentaren). Im ersten Schritt ist die Bereitschaft, Social Media überhaupt einzusetzen, ein Schritt in die richtige Richtung. Mit professioneller Beratung, Anleitung und Engagement führt es mit Sicherheit auch zum gewünschten Erfolg.

Um es einmal mit Seth Godins treffenden Worten zu sagen:

„It’s a process, not an event.

Dating is a process. So is losing weight, being a public company and building a brand.

On the other hand, putting up a trade show booth is an event. So are going public and having surgery.

Events are easier to manage, pay for and get excited about. Processes build results for the long haul.”

September 1st, 2009 by Alexander Becker

Hintergrund:
Kai Pahl erklärt: „Mitte April veröffentlichte Trainer Baade einen Blogeintrag der sich mit dem neuen Logo von JAKO (Sportbekleidung) beschäftigte. Weil dieser Blogeintrag der Marke JAKO so offensichtlichen Schaden zufügte, dauerte es nur knapp vier Wochen, bis Iris Sanguinette von der Kanzlei Horn & Kollegen eine Abmahnung an Trainer Baade schickte. Die Abmahnung richtete sich gegen vier Formulierungen aus dem Blogeintrag. Es gab mehrere Vergleiche der Marke JAKO und eine Bewertung des Logos, die als “unzulässige Schmähkritik” gegen das Wirtschaftsunternehmen(!) bewertet wurden. Ein weiterer Vergleich wurde als unwahre Tatsachenbehauptung eingeschätzt, die JAKOs wirtschaftlichen Interessen gefährdet. Der Gegenstandswert der Auseinandersetzung wurde auf 25.000,- Euro veranschlagt.“
Blog Schau: JAKOs PR Desaster

Seit dem Blog-Eintrag von Kai Pahl hat sich – innerhalb eines Tages – für den Sportbekleidungs-Herrsteller ein wahres PR-Desaster entwickelt. Laut Rivva haben sich mittlerweile 33 Blogs mit dem Thema befasst. Sucht man via Google nach JAKO finden sich die Schmäh-Texte bereits innerhalb ersten zehn Treffer. Ob JAKO mit diesen Ergebnis zufrieden ist?

Blog Schau: JAKOs PR Desaster

Anschaulich beschreibt Marcel Weis, dass JAKO für einen sogenannten Streisand-Effekt sorgte: „2003 wollte Barbara Streisand verhindern, dass ihr Strandhaus in einem Buch eines Fotografen neben anderen Strandhäusern abgebildet wird. Ihr Rechtsstreit mit dem Verfasser des Buches führte zu mehr Aufmerksamkeit im Internet als es das Buch selbst je erregt hätte. Streisand hat das Gegenteil von dem erreicht, was sie wollte: Ihr Strandhaus möglichst aus der Öffentlichkeit heraushalten.“

Stefan Laurin konnte immerhin bereits mit JAKO reden: „Andrea Hay von der Jako-Pressestelle räumt im Gespräch mit den Ruhrbaronen ein, dass sie den Imageschaden den Jako durch die laufende Berichterstattung erlitten habe, nicht abschätzen könne und will auf Trainer Baade zugehen um mit einer gemeinsamen Erklärung die “Sache richtig zu stellen.” Für sie ist das alles ein Mißverständis. Für Trainer Baade allerdings einen finanzielle Belastung. Näher auf den Fall eingehen wollte Hay aber am Telefon nicht. Man wolle andere Wege der Kommunikation suchen. Ein solcher Weg wäre eine Erklärung, aus der hervorgeht, dass man sich eine andere Anwaltskanzlei nimmt und Baade in Ruhe lässt.“

Olaf Kolbrück macht auf einen PR- Kollateralschaden aufmerksam. Er fragt: „Und dann wäre da noch die Frage. Was sagen eigentlich Eintracht Frankfurt-Fans dazu? Jako ist dort Ausrüster.“

Passend dazu zitiert das Eintracht-Fan-Blog Blog-g.de aus einer Pressemitteilung des Clubs aus dem Dezember 2006: “Wir sind sehr froh, auch in Zukunft auf einen derart verlässlichen und engagierten Partner wie JAKO bauen zu können und hoffen, die Erfolgsgeschichte der letzten vier Jahre gemeinsam weiter schreiben zu können.”

Das Blog Kommentiert: „Als ‚verlässlicher Partner’ hat sich die Firma Jako nunmehr auch gegenüber den Blogger Frank Baade gezeigt.

August 25th, 2009 by Sabrina Panknin

In seinem Blogartikel „Broadway-Musical dank Twitter und Social Media populärer als Paris Hilton” schreibt Sten, dass Social Media keine Art von Performance-Marketing sei und auch keine Spezial-Disziplin der PR und Kommunikation. Dieser Aussage stimme ich insofern zu, dass auch ich der Meinung bin, dass Social Media für das Marketing im Allgemeinen eine wichtige Rolle spielen und somit auch an die Unternehmen heran getragen werden sollte.

Für die PR sollte Social Media keine neue Disziplin, sondern ein ganz selbstverständlicher Bestandteil der täglichen Arbeit sein. Laut Wikipedia wird PR folgendermaßen definiert: [PR steht für] einen weit gefassten Begriff für die Gestaltung der öffentlichen Kommunikation von Organisationen, Unternehmen, Behörden, Ideen oder Einzelpersonen. Bei dieser Definition steht vor allem der Begriff „Kommunikation” im Vordergrund. Mag die Definition von Wikipedia vielleicht auch nicht die Treffendste sein, so sind wir uns wohl alle einig, dass Public Relations vornehmlich aus Kommunikation bestehen. Social Media gibt PRlern die wohl einfachste Gelegenheit, flächendeckend zu kommunizieren und hat durchaus weitere Vorteile:

1.Die Reichweite

Facebook hat in Deutschland über 6.200.000 Nutzer.

Twitter hat weltweit 44 Millionen Nutzer, in Deutschland belaufen sich die aktuellen Schätzungen der aktiven Nutzer auf 145.000.

Xing hat nach eigenen Angaben etwa 3,4 Millionen Nutzer, die im deutschsprachigen Raum auf der Plattform aktiv sind. 

Nutzen Sie diese und andere Dienste richtig, kann sich Ihre Reichweite enorm vergrößern. Zudem sind die dort publizierten Texte über Suchmaschinendienste leicht auffindbar.

2. Das Netzwerk

Durch Social Media kann sich Ihr Netzwerk stark vergrößern. Die Zeiten des Rolodex sind vorbei, einfacher und effektiver kann man seine Kontakte zum Beispiel auf XING sammeln und organisieren. Die Informationen über Ihre Kontakte, die Ihnen damit zugänglich sind, sind aussagefähiger als eine Visitenkarte jemals sein könnte. Es besteht außerdem die Möglichkeit, Ihre Kontakte mit Zusatzinformationen und Memos über Ort und Grund des Kennenlernens zu versehen. Auch ihr Gegenüber weiß sofort, wo er Sie einzuordnen hat, so dass es nicht zu einer Verwechslung kommen wird.

3.  Die Ansprechpartner

Über bestimmte Plattformen ist die Ansprache einfacher, schneller und effektiver geworden. Das Kontaktieren über XING ist persönlicher, ihr Gegenüber hat ihr Bild vor Augen und somit eine bessere Assoziation an der Hand. Beim Kontaktieren neuer Ansprechpartner kann die Ansprache über eine Business-Plattform persönlicher wirken und dafür sorgen, dass Ihr Anliegen z.B. nicht in einer E-Mail-Flut untergeht.

Auch im umgekehrten Fall ist die Kommunikation mit, durch und in Social Media für PRler ein Gewinn. Nicht nur, dass Kommunikation im eigentlichen Sinne (in Form von Dialog) nun möglich ist, man hat auch die Chance, ein Feedback zu bekommen und nicht nur einseitig etwas nach außen zu tragen, was in den meisten Fällen unkommentiert bleibt.

In diesem Sinne freue ich mich auf Kommentare und Anregungen!

Juli 28th, 2009 by Sabrina Panknin

Die in der letzten Woche gestartete Kampagne von PONS ist ein schönes und vor allem positives Beispiel für integrierte Social-Media-Elemente in PR und Marketing.Das Herausragende an der Kampagne ist die Kombination aus Social- Media-Elementen bzw. Nutzung von Social-Media-Kanälen und klassischer PR-Arbeit. Ausgewählten Bloggern wurden grüne Schulhefte per Post zugestellt, in denen handschriftlich die Orthographie einzelner Blogeinträge untersucht wurde und als Absender die Pressestelle von PONS trug. Je nach Fehler-Aufkommen wurden Noten verteilt, immer mit einem Verweis auf das neue Online-Rechtschreib-Portal.Es wurde ein Blog eingerichtet sowie Inhalte im Netz kostenlos zur Verfügung gestellt, aber ganz klassisch auf eine persönliche Ansprache (sogar im Login) geachtet. Verknüpft mit dem Tool „Grüne Schulhefte”, was in manch einem nostalgische Gefühle aufkommen ließ, ein gelungener Schachzug. Viele Blogger, die eine korrigierte Version ihrer Blogposts erhalten haben, waren begeistert und teilten dieses dann auch mit. Es zeigte sich, dass eine simple Idee und der richtige Einsatz von Social Media belohnt wird.

Es wird viel darüber gesprochen, dass die PR-Arbeit einen Wandel durchlebt und sich im Zuge von Web 2.0 ändern muss. Dem kann ich nur bedingt zustimmen. „Anpassen” wäre der bessere Begriff, „Offenheit” für die neuen Möglichkeiten, die sich einem erschließen, wäre eine passende Formulierung. Viele vergessen: das sinnvolle Nutzen von Social-Media-Kanälen erleichtert die Arbeit. Das Kerngeschäft der PR, nämlich das Kommunizieren in jegliche Richtung, wird dadurch einfacher und effektiver. Ein Unternehmen wird durch Web 2.0 transparenter, die PR muss sich darauf einstellen, was sicherlich ein gewisses Umdenken erfordert, aber auch einige Vorteile bietet. Mehr Präsenz in den (neuen) Medien bedeutet Aufmerksamkeit und Aktivität in Social-Media-Kanälen bietet die Chance für PRler direkt an der Front zu kommunizieren. Darüber hinaus gewinnt die PR im besten Fall viele Mitarbeiter dazu, die, wenn sie (noch) angenehm überrascht werden, Inhalte eigenständig flächendeckend verbreiten.

Nichtsdestotrotz sind die Tage der Instrumente der klassischen PR-Arbeit noch nicht gezählt, doch gerade jetzt ist eine Komposition beider Elemente essentiell. Und somit wird, auch am Beispiel von PONS, klar: Der Mix machts!

Mai 17th, 2009 by David Nelles

Immer mehr Unternehmen bieten Kundenservice via Social Media an. Besonders Twitter tritt hier in den Vordergrund. Die Entwicklungen der gesellschaftlichen Mediennutzung zeigt, dass die konsumentengenerierten Plattformen sich zu einem wichtigen Kanal für den Dialog zwischen Unternehmen und Kunden entwickeln. So bieten US Firmen wie Comcast, Dell oder Netgear ihren Kunden schon sehr erfolgreich eine direkte Hilfe via Microblogging an. Lassen diese Entwicklungen die klassischen Servicekanäle etwa unwichtiger werden? Keinesfalls – sicherlich wird Social Media eine immer wichtigere Rolle auch in dieser Disziplin spielen, aber die klassischen Kommunikationskanäle werden immer noch ein wichtiges Medium im Bezug auf die Kundenbetreuung sein. Doch fast jeder kann ein Liedchen über seine Erfahrung mit Kundenhotlines großer Unternehmen singen: über ewige Wartezeiten, anstrengende Fahrstuhlmusik und oft schlecht geschultes und unfreundliches Servicepersonal. Dagegen wirken die Twitter Service Initiativen von Comcast & Co wirklich paradiesisch – 24/7 völlige Erreichbarkeit und dabei äußerst kompetentes Servicepersonal, fast wie in einem Service-Land, in dem Milch und Honig fließen. Stellt man die Social Media Betreuung und die Offline Kundenbetreuung nebeneinander, muss
man fast denken, dass zwitschernde Kunden – zumindest in den USA – Kunden der ersten Klasse sind:

However when the person treated like a STAR online is subsequently treated like a SCHMOE when they dial the #800 line, the “disconnect” is all the more egregious. …“Treat me like a STAR one day, and give me a nightmarish experience the next day, just because I’ve reached out via a different channel? F* you! I’m gonna tweet about this — you are a fraud!!

Todd trifft es auf den Punkt genau: Die Qualität des Online Kundenservice a la Dell oder Comcast hat oft nicht viel mit der Qualität der Offline Betreuung dieser Unternehmen zu tun. Ein solcher Umstand hilft weder dem Kunden noch dem Unternehmen. Die Unternehmen mit einem solchen Ungleichgewicht werden sich trotz ihrer intensiven Social Media Aktivitäten schwer tun, nachhaltig ein positives Brand Image bei den Usern aufzubauen. Denn sollte sich ein Social Media aktiver Kunde doch einmal in die Telefonserviceschleife einreihen müssen und dort Dinge erleben, die weit weg von seinen positiven Erfahrungen im Bereich des Social Media Kundenservice liegen, kann das unangenehme Folgen haben für das entsprechende Unternehmen auf den nutzergenerierten haben. Ein schönes Beispiel für solch eine Erfahrung kann Todd zum Besten geben:

So, I finally call the Netgear #800 line… After 30 minutes, I get a recording saying to leave my name & phone number and they’ll “call me back.” You made me wait 30 minutes to leave a vmail? FAIL… No call back. Two days go by… I tweeted angrily to my 10,000 tweeps: “Dear @netgear. Your cust. service sucks so far. Thx for not calling back, as had been promised (after 30 min holdtime). Kthxbye.”

Eigentlich kann man sich jetzt schon denken was passierte: Mr Defren bekam innerhalb von kürzester Zeit ein Direct Message auf sein Twitter Account mit der direkten Durchwahl für den zuständigen Mitarbeiter. Damit war das Problem innerhalb weniger Minuten gelöst.
Was für Schlüsse kann man aus dieser Erfahrung nun ziehen? Zum Einen, gibt es tatsächlich große Unterschiede zwischen dem Kundenservice Offline und Online und zum anderen hat ein schlechter Offline Kundenservice einen negativen Einfluss auf die Unternehmensreputation:

With consumers increasingly using social media to share feedback on their care experiences, it has become increasingly difficult for businesses to ignore or hide from bad experiences… One poor customer interaction can have a very significant impact on a public impression of a brand.

So eine zentrale Schlussfolgerung aus der aktuellen Studie der Society for New Communications Research. Die Ergebnisse der Studie belegen, dass die Kombination aus einem mit dem Service unzufriedenen Kunden und Social Media sich negativ auf das Image einer Marke auswirken kann. Dabei ist es natürlich völlig unerheblich mit welchem Servicekanal er schlechte Erfahrung gemacht hat.

Daher sollte bei aller Euphorie um das Thema Social Media Customer Care eines nicht vergessen werden: Social Media ist nur ein Kanal und es gibt Millionen von Kunden, die diesen Kanal noch nicht nutzen. Ja! Der Kundenservice auf Twitter macht Sinn, aber nur wenn der Service auf anderen Kanälen auch stimmt. Ansonsten kann sich sehr schnell eine Sisyphos Problematik für die Unternehmen einstellen. So kann ein Kunde mit schlechten Offline Service Erfahrung in den sozialen Medien die durch die Social CRM Aktivitäten mühsam aufgebaute Reputation wieder ins Wanken kommen. Daher werden Unternehmen auch in Zukunft nur dann bei ihren Kunden glänzen und ihre Reputation nachhaltig schützen, wenn sie die komplette Service Klaviatur beherrschen und nicht nur Twitter.

Mai 10th, 2009 by Alexander Becker

Respekt: Das war erfolgreiche Social Media der Spitzenklasse. Mit der Idee zum „Besten Jobs der Welt“ gelang dem Tourismusbüro von Queensland ein echter PR-Coup. Die Australier haben jemanden gesucht, der ein halbes Jahr auf Hamilton Island im Great Barrier Reef verbringt. Für die passende Stellenausschreibung wurde ein hervorragender Clip produziert. Mit der Folge, dass die Story schließlich um die ganze Welt ging. Nahezu jeder TV-Sender berichtete, dazu berichteten unzähligen Zeitungen und in vielen Blogs.

Die virale Kampagne war so erfolgreich, dass sich fast 35.000 Menschen beworben hatten. In einer ersten Runde kürzte die Tourismus-Zentrale die Bewerber auf 50. Unter ihnen war auch ein Deutscher, Armin aus Freiburg.

Doch jetzt ist klar. Armin hat es nicht geschafft. Den besten Job der Welt ergatterte der Brite Ben Southall. Er darf jetzt jeden Tag schwimmen und faulenzen und dazu noch ein Fix-Gehalt von 150.000 Australischen Dollars für sechs Monate kassieren. Bens einzige Aufgabe: Es soll via Blogs, Fotos, Video-Botschaften und Medien-Interviews regelmäßig über sein Leben und die Schönheit des Great Barrier Reef berichten.

Großartige PR Aktion für den besten Job der Welt
Bewerbungs-Video von Ben (Link)

Auch wenn sich in der Web-Gemeinde niemand mehr für Bens weitern Insel-Aufenthalt interessieren sollte, war die PR-Aktion ein voller Erfolg.

März 31st, 2009 by David Nelles

Unternehmen und Social Media ist immer noch eine Partnerschaft, die sich aneinander gewöhnen muss. Doch welche Fehler können Unternehmen im Bereich der nutzergenerierten Medien machen? Vor welchen Dingen sollten sich Verantwortliche in Unternehmen hüten. Vielleicht helfen uns einige Grundregeln des Katholizismus weiter. Steve Rubel formuliert die großen Todsünden für Kommunikatoren in Social Media. Hier folgen also die 7 Todsünden für Marketer und Kommunikatoren frei nach Steve Rubel:

Wolllust: Nutze nicht gleich jedes Social Network, das gerade in Mode ist. Orientiere dich an deiner Zielgruppe und nicht an einem Trend.

Völlerei: Halte das richtige Maß im Bezug auf deine Aktivitäten im Bereich der nutzergenerierten Medien . Beginne in einem überschaubaren Rahmen und behalte dadurch die Übersicht – Viel hilft nicht immer viel.

Gier: Es geht nicht nur um Traffic und dein Produkt. Nutze Social Media vielmehr, um eine Beziehung zu deiner Zielgruppe herzustellen. Der direkte und authentische Dialog zwischen Marke und User steht im Mittelpunkt.

Müßiggang: Sei nicht zu träge, den Dialog mit den Kunden aufzubauen. Du wirst den Dialog und die Beziehungen früher oder später benötigen. Hast du im schlimmsten Fall keinen Kontakt zu deiner Zielgruppe, wirst du die Kontrolle ganz aus der Hand geben.

Neid: Schau nicht nach de Erfolg anderer Marken und versuche nicht diesen Erfolg zu kopieren. Verlass dich nicht auf den Erfolg anderer, werde lieber selbst kreativ und schreibe deine eigene Erfolgsgeschichte.

Zorn: Wenn es nicht so funktioniert, wie du es geplant hast, versuch nicht mit dem Kopf durch die Wand zu rennen. Rechne mit Problemen und plane schon im Vorfeld Lösungsstrategien und vermeide impulsive Reaktionen von deiner Seite.

Stolz: Sei gefasst auf Kritik und Seitenhiebe seitens deiner Zielgruppe. Dieser Umstand darf deinem Engagement in Social Media nicht im Wege stehen – starke Marken vertragen Kritik.

Februar 9th, 2009 by Benedikt Köhler

Vor kurzem gab es auf Mashable einen Artikel über die 40 besten Corporate Twitterer. Natürlich, wie so oft, sehr US-lastig. Da das Internet global ist und auch in Deutschland das ein oder andere Unternehmen twittert, habe ich mir gedacht, es könnte doch ganz interessant sein, ähnliche Fragen an die deutschen „Corporate-Twitterer“ zu richten. Hier die Antworten der interessantesten Unternehmenstwitterer in Deutschland.

Medien

Zu den Pionieren der deutschsprachigen Corporate-Twitterszene gehörten Medienmacher. Anfangs betrachteten viele Twitter allerdings als nur einen weiteren Kanal, um auf ihre Meldungen automatisiert hinzuweisen. Noch ein unproblematischer Abnehmer für die eigenen RSS-Feeds. Mit der Zeit entdeckten jedoch immer mehr von ihnen, dass man mit diesem Medium ganz anders umgehen kann und einen echten Dialog führen kann. Kurz: sie entdeckten das @-Zeichen.

Corporate Twitterer in Deutschland   ein Blick hinter die KulissenHannoversche Allgemeine Zeitung (@HAZde)

1. Wer steckt hinter dem Account HAZde?
Marcus Schwarze (HAZ-Redakteur, @homofaber) und Dirk Kirchberg (fester freier Mitarbeiter, @kirchberg)

2. Warum twittert die HAZ?
Weil dort ein Teil unserer Leser und Nichtleser zu Hause ist. Und weil wir große Lust darauf haben, mit Lesern Kontakt zu haben und Nichtleser zu Lesern zu machen. Und weil unsere Leser Lust auf die HAZ haben. Geben und Nehmen.

3. Was gibt es in den Tweets der HAZ Spannendes zu lesen?
Ausgewählte überprüfte Eilmeldungen, von denen wir glauben, dass sie die internetaffine Leserschaft besonders interessieren. Flapsig erzählte Kuriosa, die im Nachrichtenbetrieb manchmal untergehen, samt Link zur HAZ, aber auch zu anderen Angeboten, zum Beispiel die unten genannten. Antworten auf Fragen von Lesern, zum Beispiel die hier:

  • @ChristelWoeller: Grüne Laserstrahlen über Hannover verbinden Kirchtürme von Athanasius-, Nazareth + Pauluskirche #Fusion Südstadt-Gemeinden…
  • Sack-Reis-Meldung: Obama hat das erste Mal als Präsident mit Angie Merkel telefoniert. Na dann…
  • Kleinkind spielt mit Telefon und ruft die Polizei. Die entdeckt Papas Marihuana-Plantage #Techniktücken http://haz.de/784770 .
  • Oder, as it happened: Verhaspler mit Folgen: US-Präsident Obama hat den Eid auf die Verfassung ein zweites Mal geschworen – Quelle MSNBC http://tinyurl.com/d4735o…
  • Unglaublich: Zwei burmesische schiffbrüchige Fischer überleben 25 Tage in einer Kühlbox! http://HAZ.de/783910
  • Matthew Harding-Hoax als eigentlicher Hoax entlarvt: Kann mal bitte jemand die Wahrheit in Sachen “Matthew Harding ein Hoax!” als Hoax entlarven? Wir glauben dran! http://haz.de/703506
  • iTunes bannt Kopierschutz, Spotify startet, last.fm + blip.fm erfolgreich. Das Ende des Musikkopierschutzes? Erbitten Meinungen zwecks Text

4. Was war bisher euer kuriosestes oder faszinierendstes Erlebnis auf Twitter?
Faszinierend: Leser fragten uns per Handy-Tweet, warum die Züge am hannoverschen Bahnhof zwei, drei Stunden Verspätung hatten – und tatsächlich hatte es da einen Vorfall (Suizid) gegeben, über den natürlich angemessen sofort online und am Abend in der Zeitung berichtet wurde. Sonst wäre das Thema uns durchgegangen.
Im größeren Rahmen war natürlich das Foto aus dem Hudson-River faszinierend. Bis zur nächsten Weltnachricht. Übrigens bemerken wir, dass viele Twitterer in solchen Sitationen auf die klassischen Medien, vor allem das TV, verweisen. Die haben also weiterhin ihre Berechtigung, sogar in vielen Fällen eine gewachsene Bedeutung, sofern sie ihre Quellen überprüfen und nennen.

5. Lohnt sich Twittern für die HAZ?
Ja: Wir sammeln Erfahrung mit dem Getwitter. Das eine oder andere Thema haben wir dadurch schon entdeckt.

6. Wie sieht ein typischer an HAZ gerichteter Tweet aus?
@HAZde immer diese distanzlose Begeisterung … Schlimm.

7. Welche Zukunft hat Twitter in der Zeitungswelt?
Für einige Kollegen gehört es dazu, für andere weiterhin nicht. Beides ist okay.

Corporate Twitterer in Deutschland   ein Blick hinter die KulissenWelt Kompakt (@weltkompakt)

1. Wer steckt hinter @weltkompakt?
frank schmiechen;

2. Warum twittert die Welt Kompakt?
twittert aus spaß, neugier;

3. Was gibt es in den Tweets von @weltkompakt zu lesen?
meldungen, nebensachen, wichtiges, triviales;

4. Was war bisher euer kuriosestes oder faszinierendstes Erlebnis auf Twitter?
die welt der anderen live und gratis

Corporate Twitterer in Deutschland   ein Blick hinter die KulissenN24 (@N24_de)

1. Wer steckt hinter @N24_de?
Die Redaktion von N24.de. Anfangs nur der Teil, der selbst schon twittert.

2. Warum twittert N24?
Weil es uns gibt ;- ) Wir sind immer auf der Suche nach neuen Lesern und nutzen gerne auch neue Kanäle.

3. Was gibt es in euren Tweets Spannendes zu lesen?
Hinweise auf die wichtigen und kuriosen News des Tages als Video, Galerie oder Text und natürlich Links zu Videos von spannenden N24-Sendungen. Und natürlich ein wenig Flurfunk und Interna wie hier

4. Was war bisher euer kuriosestes oder faszinierendstes Erlebnis auf Twitter?
Faszinierend: wie wir einen Twitter-Nutzer, der lustvoll über das N24-TV-Programm herzog, durch eine locker-freundliche Antwort überzeugen konnten, @N24_de zu followen.

5. Lohnt sich das Twittern für N24?
Ja, denn wir sind ein moderner Nachrichtensender, der neue Kommunikationswege nutzt. Aber: Derzeit ist Twitter nur ein nettes Beiwerk. Damit es nicht so bleibt, möge bitte jetzt jeder Leser seinen Beitrag leisten: http://www.twitter.com/N24_de folgen!

6. Wie sieht ein typischer an @N24_de gerichteter Tweet aus?
“Übrigens Followertipp: @N24_de – die haben das mit dem Twittern verstanden.” (Na gut: Noch ein paar solche Empfehlungen mehr, und es gilt als typisch.)

7. Welches Potential hat das Zusammenspiel von Twitter und TV?
Viele wichtige Ereignisse kann man bei N24 TV live verfolgen. Etliche davon passieren sehr kurzfristig. Über Twitter erfahren unsere Follower von aktuellen Ereignissen und können sie live auf N24 oder im Stream auf N24.de mitverfolgen.

Corporate Twitterer in Deutschland   ein Blick hinter die KulissenTuri2 (@turi2)

1. Wer steckt hinter @turi2?
Das komplette Team – die Kontrolle über den Account hat aber der jeweilige CvD. Angeschoben hat unser Kollege Peter Schwierz den Kanal. Er kann auch schwer die Finger davon lassen.

2. Warum twittert turi2?
Wir twittern, um am Puls der Zeit zu sein, was digitale Trends und Themen anbelangt. Die zweinulligen Wortführer sind allesamt im Twitterversum versammelt – da darf ein Branchendienst 2.0 nicht fehlen. Zudem erfrischt die unterhaltsame Mischung aus halbprivaten und ernsten Infos den Arbeitsalltag ungemein.

3. Was gibt es in den Tweets von @turi2 Spannendes zu lesen?
Aktuelle News, Links auf unsere Beiträge und manche Interna oder Kommentare.

4. Was war bisher euer kuriosestes oder faszinierendstes Erlebnis auf Twitter?
Manchmal kommen Insider-Infos per Direct Message rein. Das ist nicht zu unterschätzen! Über Twitter sind wir ohne Aufwand direkt ansprechbar. Da waren schon einige gute Tipps dabei, die sich beim Nachfassen immer bestätigt haben.

5. Lohnt sich Twittern für euch?
Finanziell sicher nicht, aber das spielt keine Rolle. Der Austausch zählt – und das digitale Ohr am Leser. Wir beobachten zwar fast 24 Stunden am Tag das Web und die Blogosphäre, merken via Twitter aber viel schneller, was die hippen Themen sind. Und wenn ab und zu eine exklusive Nachricht reinkommt, lohnt sich’s freilich besonders.

6. Wie sieht ein typischer an euch gerichteter Tweet aus?
Puh, den “typischen” gibt’s nicht. Aber der hier von @DWDL war nett: “Die größte Enttäuschung bei @turi2 heute: Das Aufmacher-Bild. Das wird doch einem Peter “Paint” Turi nicht gerecht.” Wir haben dann gleich mal den Tuschkasten bemüht und die Kollegen glücklich gemacht.

7. Wie lange wird es noch dauern, bis der erste deutsche Verleger twittert?
Hoffentlich nicht lange, wir tippen auf Dirk Ippen, ein Profil hat er immerhin schon eingerichtet: @dirk_ippen

Mode

Zum digitalen Lifestyle gehört Mode. Insofern überrascht es nicht, dass auch auf Twitter immer wieder darüber gesprochen wird. Es überrascht aber, wie wenige Unternehmen dieses Potential wahrnehmen und auf den vielen spannenden Gesprächen auf Twitter zuhören oder sich gar in diese Gespräche einschalten. Und zwar mit Inhalten, nicht mit Werbung. Spreadshirt hat bewiesen, dass so etwas geht.

Corporate Twitterer in Deutschland   ein Blick hinter die KulissenSpreadshirt (@yourownlabel)

1. Wer steckt hinter dem Account @yourownlabel?
Aktuell kümmern sich vor allem die Leute um den Twitter-Account, die auch die anderen Social Media-Kanäle wie die Blogs kümmern. Das sind Mitglieder des Brand & Communication-Teams wie z. B. wir, Andreas Milles und Tobias Huber. Andere Spreader, u. a. unsere CEO Jana Eggers (jeggers), twittern fleißig auf eigenen Accounts.

2. Warum twittert Spreadshirt?
Zum einen, weil´ss zu unserer Marke passt, die sich ja im Kern um das Selbstwertgefühl und die “Self Expression” dreht. Zum anderen: weil´s Spass macht und (noch) herrlich unkonventionell ist – Direktkontakt und offener Austausch mit Kunden fühlt sich immer gut an.

3. Was gibt es in den Tweets von @yourownlabel Interessantes zu lesen?
Tipps und Hilfe, genauso wie Neues aus dem Blog oder aus dem Hause Spreadshirt generell. Wir versuchen, die Aktio/Reaktio-Quote ausgeglichen zu halten, da wir unsere Follower nicht nur mit neuen Blogartikeln zuspammen, sondern v. a. für sie da sein und ihnen ggfs. helfen wollen. Zukünftig wollen wir unsere Follower auch verstärkt in Aktionen einbinden und sie z. B. zu Exklusiv-Testern von neuen Textilien machen.

4. Was war bisher euer kuriosestes, faszinierendstes oder tollstes Erlebnis auf Twitter?
Am faszinierendsten ist auch nach Ablauf der ui-das-ist-neu-und-nice-Zeit die Möglichkeit, in Echtzeit Gespräche über unsere Marke und Services zu beobachten und ggfs. an ihnen teilzunehmen.
Und Kuriositäten gibt es fast im Wochentakt. Aktuell ist z. B. über uns zu lesen: “diese arschgeigen von spreadshirt haben meine komplette bestellung verbummelt, weil sie scheinbar zu blöd sind, mit paypal umzugehen” (http://twitter.com/tiefenrausch/status/1152857510). Davor verstecken wir uns nicht (im Gegenteil, der Twitterfeed ist recht zentral ins Blog eingebunden). Wichtig ist es, solche Dinge ernst zu nehmen, mit den Leuten Kontakt aufzunehmen und ihr Anliegen im Unternehmen – in diesem Fall zu den Serviceleuten – weiterzutragen.
Auch spannend: wir hatten ein Ticket für die MBC09 abzugeben und konnten es via Twitter in gefühlten 5 Minuten an den Mann bringen.

5. Lohnt sich das Twittern für Spreadshirt?
Das wissen wir noch nicht, aber im Moment hält sich der Aufwand verglichen mit der Wirkung (dass wir zuhören und da sind) im Rahmen. Moment, vielleicht lohnt sich´s sogar doch schon – es gab schon Leute, die aufgrund unserer Tweets einen T-Shirt Shop bei uns eröffnet haben.

6. Wie sieht ein typischer an @yourownlabel gerichteter Tweet aus?
In etwa so: „was muss ich eigentlich machen um von euch einen pro-shop gesponsored zu bekommen?“, so: „der Bass-Shirt-Shop auf www.bassic.ch läuft zurzeit massiv viel besser als die Google AdSense-Einnahmen. Danke.“, so: „könnt ihr mir erklären, weshalb ich das Wort “Bass” nicht auf meinen Bass-Shirts verwenden darf? Macht doch keinen Sinn.“ oder so: „very happy about my spreadshirt xmas sales 2008.“

7. Wie wird man im Jahr 2020 twittern?
Noch mobiler, noch lokaler, noch automatisierter (GPS etc.). Und vielleicht mit live Tweets auf T-Shirts? Nur eins ist sicher: auch das Spam-Aufkommen wird zunehmen.

Banken

Warum sollten Banken twittern? Warum nicht. Schließlich kann es gerade in Zeiten, in denen das Vertrauen in das Finanzsystem erschüttert ist, wichtig sein, in einem authentischen Dialog mit anderen zu zeigen, dass es nicht nur um Derivate, Futures und Zinssätze geht, sondern um Menschen. Twittern als vertrauensbildende Maßnahme? Auf jeden Fall einen Versuch wert.

Corporate Twitterer in Deutschland   ein Blick hinter die KulissenGLS Gemeinschaftsbank (@glsbank)

1. Wer steckt hinter dem Account @glsbank?
Momentan stecken eine Mitarbeiterin und ich als Leiter Online-Vertrieb hinter dem GLS Bank-Account.

2. Warum twittert die GLS-Bank?
Weil Twittern ein schnelles, transparentes und zeitgemäßes Mittel der Kundenkommunikation ist. Wir suchen bewusst den Dialog und wollen natürlich auch unsere Reichweite in neuen, interessanten Zielgruppen damit ausbauen.

3. Was gibt es in den Tweets der GLS-Bank Spannendes zu entdecken?
Ob es bisher Spannendes zu entdecken gab, können nur die Follower beurteilen. Wir sollen über unsere Aktivtäten informieren, auf Entwicklungen am Finanzmarkt aufmerksam machen, Anfragen beanworten. Momentan ist das alles erst im Aufbau begriffen.

4. Was war bisher euer kuriosestes, faszinierendstes oder tollstes Erlebnis auf Twitter?
Besonders schön sind immer positive Reaktionen von Kunden, die uns via twitter erreichen. Aber auch Beschwerden konnten wir schon via twitter beantworten und lösen. Das ist genau die Art von Transparenz, die wir als nachhaltige, ökosoziale Bank wollen.

5. Lohnt sich das Twittern für euch?
Wir betrachten die Twitterei nicht unter ROI-Gesichtspunkten. Schnelle, offene und ehrliche Kundenkommunikation lohnt sich unseres Erachtens immer.

6. Wie sieht ein typischer an @glsbank gerichteter Tweet aus?
In erster Linie sind es Fragen zu Angeboten, zu Prozessen oder zur Bank ganz allgemein, die uns erreichen. Bisher ist das aber noch relativ verhalten.

7. Wie sieht die Zukunft von Twitter in der Bankenwelt aus?
In diese Glaskugel lässt sich nur schwerlich schauen. Für uns mit unserem ganz besonderen Verständnis von Bankarbeit bietet Twitter gute Möglichkeiten, unser Transparenzversprechen einzulösen. Ob andere Banken auf diesen Zug aufspringen wird sich zeigen. Ich könnte mir vorstellen, dass Twitter vor allem für regional aufgestellte Institute ein Mittel der Kundenkommunikation und -bindung wird. Inwieweit Großbanken auf den Zug aufspringen, wage ich nicht zu prognostizieren.

Internetunternehmen

Etwas verwundert bin ich darüber, dass angestammte Internetunternehmen wie eBay sich erst relativ spät in dieses Medium gewagt haben. Zwar gibt es viele Mitarbeitertweets aus der Web 2.0-Szene, aber echte Corporate Twitteraccounts sind immer noch sehr selten. Umso spannender, dass sich mit eBay Deutschland jetzt auch hier Bewegung ins Feld zu kommen scheint.

Corporate Twitterer in Deutschland   ein Blick hinter die KulisseneBay Deutschland (@eBayDE)

1. Wer steckt hinter dem Account @eBayDE?
Hinter @eBayDE steckt die Kommunikationsabteilung von eBay in Deutschland. Initiiert wurde der Twitter-Stream in Zusammenarbeit mit der für eBay arbeitenden Agentur achtung! kommunikation. Der aktive Twitterer ist Bastian Scherbeck, zuständig bei achtung! für den Bereich Social Media. Er steht in engem und permanentem Kontakt mit den Zuständigen bei eBay.

2. Was war der Auslöser für eBay zu twittern?
Auslöser sich aktiv in den Social Media einzubringen, war vor allem die immer noch aktuelle Entwicklung und Verschiebung in der deutschen Medienlandschaft. Für Twitter haben wir uns aufgrund der steigenden Wahrnehmung und Popularität entschieden. Und die Entscheidung wirklich zu starten, fiel natürlich in dem Moment, in dem die Aufmerksamkeit für eBay auf Twitter am Größten war: Bei der Versteigerung von Robert Basics Blog.

3. Was gibt es in den Tweets von @eBayDE Interessantes zu lesen?
Die Tweets von @eBayDE werden natürlich immer um eBay in Deutschland kreisen: Kurioses, Lustiges, Spannendes, Interessantes und Wichtiges rund um eBay wird damit zu den Themen gehören. Im Vordergrund steht aber das Gespräch mit unseren Followern – welche damit den Themenkreis erweitern und aktiv unsere Agenda beeinflussen können. Beispielsweise planen wir auch Umfragen unter unseren Followern.

4. Was war bisher euer kuriosestes, faszinierendstes oder tollstes Erlebnis auf Twitter?
Wir haben ja gerade erst losgelegt – insofern werden wir sicher noch einiges erleben. Kurios und interessant war aber insbesondere die Reaktion einiger Twitterer an unserem ersten Tag. Einige von Ihnen waren so überzeugt davon, dass es sich bei uns um einen Fake handelt, dass wir echt einige Mühe hatten das auszuräumen. Wir sehen das als unvermeidliche Nachwehen der vielen echten Fakes auf Twitter an – und konnten die Bedenken mittlerweile ausräumen.

5. Was erhofft sich eBay vom Twitter?
Wir erhoffen uns vor allem einen spannenden und direkten Kontakt und Dialog mit unseren Kunden und Followern – und natürlich und nicht zuletzt einen persönlicheren Eindruck von eBay für alle, die uns lesen.

6. Wird man irgendwann per Tweet mitsteigern können?
Eine reine Twitter-Auktion wäre sicherlich mal eine spannende Sache über die man nachdenken könnte. Das reguläre Mitsteigern per Tweet ist nicht geplant.

NGOs

Eigentlich macht einem die Lektüre von Howard Rheingolds Smart Mobs oder Clay Shirkys Here Comes Everybody deutlich, welches Potential das Medium Twitter für die Mobilisierung von Protest besitzt. Merkwürdig, dass die Bewegungen in Deutschland ziemlich lange brauchen, um Twitter zu entdecken. Greenpeace gehört hier auf jeden Fall zu den Pionieren.

Corporate Twitterer in Deutschland   ein Blick hinter die KulissenGreenpeace Hamburg (@greenpeacehh)

1. Wer steckt hinter dem Account GreenpeaceHH?
Birte Oldenburg, Journalistin in Hamburg, die die Online-Aktivitäten der Greenpeace-Gruppe Hamburg ehrenamtlich aufbaut mit einem Webteam.

2. Warum twittert Greenpeace Hamburg?
Wir wollen “Greenpeace zum Anfassen” machen, diskutieren und informieren, außerdem suchen wir Verstärkung für unser Webteam.

3. Was gibt es in den Tweets von GreenpeaceHH Spannendes zu lesen?
Dass wir gerade einen Mercedes zum Klimaschwein umrüsten. Dass der neue Fischführer da ist. Oder wir stellen Kampagnen von Greenpeace vor.

4. Was war bisher dein kuriosestes, faszinierendstes oder tollstes Erlebnis auf Twitter?
Die Frage: “Muss ich bei Greenpeace anrufen, wenn ich ne Ölpest auf dem Kaffee hab?” Die Antwort lautete: “Wir kommen immer gerne, weißt du doch ;)

5. Lohnt sich Twittern für Greenpeace Hamburg?
Auf jeden Fall, das zeigen die vielen Fragen und Antworten. Mit Greenpeace-Aktivisten über den Umweltschutz zu diskutieren, das wird rege genutzt.

6. Wie sieht ein typischer an GreenpeaceHH gerichteter Tweet aus?
Zum Beispiel eine Frage zu Ökostrom, eine Reaktion auf eine Aktion – oder die Sorge, ob Greenpeace sich mal um den Failwhale kümmern kann… *

7. Welche Anwendung verwendest du zum Twittern?
Am Schreibtisch Twhirl, weil es Zweit-Accounts unterstützt und bei Fragen klingelt. Unterwegs die Summize-Suche nach “greenpeacehh” oder Twibble.

Und warum twittert Ihr Unternehmen? Weiter geht’s in den Kommentaren.

Februar 5th, 2009 by David Nelles

Welche Bedeutung hat eigentlich die Veränderung der Mediennutzung  in den Industrienationen  für professionelle Kommunikatoren. Der britische Online Dienstleister RealWire stellt in einem Clip (via bad pitch blog) sehr anschaulich dar, wie sich die berufliche Wirklichkeit für PR Agenturen und Unternehmenskommunikation durch Social Networks, Foren und Weblogs verändert hat.


The Online Media from RealWire on Vimeo.

Dezember 3rd, 2008 by David Nelles

Dass sich in Deutschland viele PR Agenturen, Unternehmens- und Verbandskommunikationen sowie die klassischen Medien mit Social Media schwer tun, ist ja unlängst bekannt. So wirken hierzulande die Ideen der Branchengrößen aus den USA, wie für Neandertaler eine Anleitung zu einer Mondlandung. Vielleicht ist das ein wenig überspitzt formuliert und gilt sicher auch nicht für jede deutsche PR Agentur, Unternehmenskommunikation oder Journalist. Doch was man sicherlich behaupten kann ist, dass die Mehrheit der Kommunikationsverantwortlichen Social Media zwar auf dem Schirm haben, aber nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Dabei folgt die Kommunikation in Social Media vier einfachen Grundsätzen: Transparenz, Dialog, Authentizität und Geschwindigkeit. Die nutzergenerierten Kommunikationskanäle versetzen Journalisten, Blogger aber auch den einfachen Nutzer in die Lage Informationen zu recherchieren, auszutauschen und zu verteilen. Besonders Twitter bietet die optimale Austauschplattform für Informationen

Diesen Umstand hat sich die amerikanischen Social Media Relation Spezialisten zu Nutzen gemacht. Nachdem aus dem Social Media Think Tank schon die Idee der 140 Zeichen Pressemitteilung kommt, wird die Idee PR und Twitter nun weitergeführt. Das Projekt heißt MicroPR und soll Unternehmen, Agenturen und Journalisten eine Austauschplattform auf Twitter bieten.

Dabei ist die Formel, die hinter dieser Idee von Brian Solis und Stowe Boyd steckt, denkbar einfach.

Medien+PR+Twitter = MicroPR

Dieser Service soll Medien und PR zugleich von Nutzen sein. Die Idee dahinter leuchtet ein: Medienschaffende sind ständig auf der Suche nach Antworten bei ihrer Recherche – seien es Unternehmenszahlen, Branchenstatistiken oder Expertenmeinungen zu ganz bestimmtem Themenfeldern. Auf dem Twitterstream MicroPR können Journalisten ihre Fragen twittern und stellen diese damit an einen Pool von Unternehmenssprechern, Experten und PR Manager.

Brian Solis zu dem neuen Twitterservice:

Through Twitter, MicroPR connects journalists and bloggers to qualified, targeted PR professionals who can help you with the stories you’re currently writing.

Und so funktioniert MicroPR dannin der Praxis:

MicroPR   Twitter als Forum für PR und Medien

Eigentlich keine schlechte Idee, wenn eine kritische Masse von PR Fachleuten und Journalisten auf Twitter aktiv ist. Ob diese kritische Masse in Deutschland schon aktiv ist, wage ich zu bezweifeln, aber wer weiß wie es in einem Jahr aussieht. Sicher eine Idee, die man in Deutschland in der Wiedervorlage ablegen sollte, oder nicht !?

November 23rd, 2008 by David Nelles

Erst aus Schaden wird man klug – das schreibt der influential marketing blog im Bezug auf Unternehmensnutzung von Social Media und liegt damit völlig richtig. Kommunikationskrisen von Marken können zu neuen Vorgehensweisen in der alltäglichen Arbeit  der Markenkommunikation führen. Dell und Comcast haben es gezeigt. Beide Brands sind schließlich nicht auf Grund  einer besonderen Kreativität  auf die Nutzung von Social Media als relevanten Kommunikationskanal gekommen. Comcast wie auch Dell mussten  erst zu spüren bekommen, was es bedeutet, Kommunikationskrisen in Social Media zu erleben. Ob es nun Clips von brennenden Laptops oder von im Einsatz schlafenden Monteuren von Comcast  auf YouTube waren – beide Brands sahen ihre Reputation durch diese Social Media Aktivitäten von Usern und Konsumenten nachhaltig in Gefahr. Daher waren diese beiden Brands gezwungen zu handeln. Sie wurden also erst durch den Schaden klug.
In Deutschland behandelt die Mehrheit der Kommunikationsverantwortlichen das Thema Reputationsmanagement in Social Media immer noch eher stiefmütterlich. Exemplarisch für diese Einschätzung waren meine Erfahrung auf der  PRofile 08 . Ein Schwerpunkt dieses Kongresses war der Umgang von PR mit Social Media. Das Ergebnis war schlicht weg ernüchternd. Gebetsmühlenartig wurde die fehlende Relevanz von Social Media für die PR und Unternehmenskommunikation der eingeladenen Sprecher betont. Besonders die Unternehmenssprecherin von Melitta Kaffee, Frau Anette Kahre tat sich meiner Meinung nach besonders hervor. Zwar würde Melitta schon Blogs beobachten, aber am Ende des Tages wäre Social Media ja eher ein Marketing Thema. Die Chefkommunikatorin des Kaffeerösters hat das Thema Social Media anscheinend noch nicht wirklich verstanden. Zuallererst sind Blogs nur ein Teil der nutzergenerierten Kommunikation und zweitens ist Social Media ein Marketing- und  Kommunikationsthema. Wie ich schon des Öfteren geschrieben habe sind PR und Marketing in den nutzergenerierten Kanälen zwei Seiten einer Medaille. Der Nutzer von Social Media Plattformen ist nämlich nicht nur Kunde und Zielgruppe des Marketingdepartments, sondern eben auch relevanter Multiplikator von Reputation und Issues.
Ich nehme an dieser Stelle mal Melitta als Beispiel für einen hypothetischen Krisenverlauf. Wie könnte sich nun eine Krisensituation, wie sie Comcast und Dell durchgestanden haben, auf das Verhalten und die Strategie der Melitta-Kommunikation auswirken?
Frau Kahre würde vielleicht merken, dass ihre klassischen Presseclipping bei Weitem nicht mehr ausreicht, um die Entwicklung von Issues auf allen relevanten Kommunikationsplattformen zu registrieren. Durch den erlittenen Reputationsschaden würde sie merken, dass sich Nachrichten in Social Media wie ein Flächenbrand innerhalb von Stunden ausbreiten und dabei immense Reichweite erreichen können. Aus diesem Grund wird sie auf ein Social Media Monitoringtool zurückgreifen, welches ihr ermöglicht in Echtzeit die Entstehung einer Kommunikationskrise zu antizipieren.
Sie würde merken, wie wichtig es ist, neben den Kontakten in den klassischen Medien, die Stakeholder für Melitta auf den Social Media Plattformen zu kennen. Wie bei dem Umgang mit den klassischen Medien, wüsste Frau Kahre, dass sie genauso den Kontakt zu den Influencern in den nutzergenerierten Medien pflegen muss. Nur durch die Pflege des Kontakts zu den entsprechenden Social Media Multiplikatoren wird Frau Kahre die Chance haben, dass man ihr bei einer aufkommenden Krise auch zuhört. Kennt man seine Influencer nicht, so vergrößert sich die Gefahr eines unkontrollierbaren Flächenbrands immens.
Eine solche Krise würde Melitta dafür sensibilisieren, dass der einzelne Blogger oder Forenposter der Anstoß sein kann,  den Stein ins Rollen zu bringen. Jede Äußerung muss daher ernstgenommen und beobachtet werden. Es sind halt nicht mehr länger die klassischen Medien die Krisen transportieren, sondern es können sehr wohl auch die eigenen Kunden sein. Qualitätsverlust hin oder her -  der Bürgerjournalismus wird zu einem relevanten Kommunikationskanal.
Ich habe den Eindruck, dass die Trauer um die Umwälzung im gesellschaftlichen Medienkonsum, mit dem angeblich einhergehenden Qualitätsverlust, eine Schutzbehauptung von vielen professionellen Kommunikatoren ist. Vielmehr handelt es sich hierbei um fehlende Strategien vieler PR Agenturen und Unternehmenskommunikatoren, die aus  Unwissenheit Rund um das Thema Social Media resultieren. Dabei sollten sie sich im eigenen Interesse  mit dem Thema auseinander setzen, bevor es sie kalt erwischt.
Da halte ich es wie Brian Solis: Engage or Die.
Die Mehrheit der Kommunikationsverantwortlichen wird sicherlich auch in Deutschland erst dann aktiv werden, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.

November 12th, 2008 by David Nelles

Am gestrigen Abend machte ich mich auf, um der Einladung des Hamburger PR Clubs zu folgen. Der PR Club lud zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Web 2.0 / Web X.0? wohin geht die Reise und wie (re)agiert die PR? statt. Zu Gast waren Faktor3 Gründer und Inhaber Volker Martens, der Geschäftsführer von achtung! kommunikation Mirko Kaminski, Sebastian Moleski von Wikipedia, Sven Starke von der Neteye GmbH und Klaus Ebert, der Geschäftsführer von Axel Springer Digital. Moderiert wurde die Veranstaltung von Stefan Keuchel, dem Google Pressesprecher für Deutschland. Wie die Besetzung des Podiums schon erahnen lässt, wurde die PR an diesem Abend in Bezug auf Social Media nicht neu erfunden. Doch war aber der Gedankengang von Volker Martens interessant. In der zukünftigen Arbeit mit Kommunikation sind keine Spezialisten mehr gefragt, sondern vielmehr werden Generalisten im Mittelpunkt stehen. Mit dieser Äußerung trifft Martens den Nagel auf den Kopf. Ich denke auch, dass PR im Zeitalter von Social Media einen interdisziplinären Ansatz verfolgen muss. Zukünftig muss die Profession der PR sich auch Marketingthemen widmen. So sind Marketing und PR in Social Media zwei Seiten einer Medaille

Die Zeiten, in denen sich die PR-Leute mit den Journalisten beschäftigt haben, während die Marketingleute Produktangebote und Werbung entworfen haben, sind bald vorbei. Denn ein Großteil der relevanten Kommunikation, welche einen Einfluss auf die Markenwahrnehmung und damit dann auch auf den Umsatz hat, findet im informellen Spannungsfeld zwischen Kneipengespräch, Empfehlungen von Freunden, Google-tauglichem Blogeintrag, Presseartikel und YouTube-Video statt.

Auch die Aussage, dass an erster Stelle jeglicher Kommunikationsaktivität in Social Media das Zuhören stehen muss, kann ich an dieser Stelle nur unterstreichen. Demnach werden die PR Agenturen und Unternehmenskommunikationen nicht umher kommen, als Grundalge ihres Schaffens ein Social Media Monitoring zu installieren. Brian Solis sieht in dieser Strategie nur Vorteile:

Listening is also instrumental in the creation of new communications and service initiatives as well unearthing the specific conversations that matter to your brand – for gathering data and also discovering opportunities to respond.

Auch Solis scheint den engen Zusammenhang zwischen Marketing und Public Relation zu sehen.

Doch ein Gast versetzte mich mit seiner Präsenz doch in großes Erstaunen – Klaus Ebert. Der Ex-Programmchef von RTL Nord mit dem Hang zu hübschen Mitarbeiterinnen und der neue Geschäftsführer von Axel Springer Digital TV saß auch auf dem Podium. Ich frage mich, wieso die Organisatoren zum Thema Bewegtbild in Social Media niemanden eingeladen haben, der im Bereich von Videoplattformen ein wenig mehr vorzuweisen hat. Wie wäre es denn zum Beispiel mit Ibrahim Evsan oder Manuel Uhlitzsch gewesen? Diese beiden hätten doch sicher interessanteren Input geben können als das Ebertsche Schulhof Gleichnis. Social Media Plattformen sind Schulhöfe… und Marketer die Eisverkäufer… und irgendwo in der Ecke stehen die coolen Jungs mit dem Kamm in der Hosenhintertasche. Herr Ebert, die coolen Jungs kenne ich aus Grease Sie kennen doch den Film mit John Travolta und den speckigen Haaren. Diese Zeiten sind aber schon mindestens 50 Jahre her.

Zumindest hatte Herr Ebert als einziger Diskutant einen Laptop vor sich aufgeschlagen. Ich frage mich eigentlich wofür. In dem Veranstaltungsraum gab es weder Wifi noch ordentlichen Handyempfang. Herr Ebert konnte aber wenigstens seine Affinität gegenüber der Social-Media-Szene mit seinem augeklappten schwarzen Macbook präsentieren. Sieht man schließlich ja auch auf so Web 2.0 Treffen.

Ich hoffe, dass die Ideen für Axel Springer frischer sind als die coolen Jungs mit dem Kamm in der Tasche.
Klaus Ebert ist mit aller Sicherheit ein sehr erfahrener Fernsehmensch, aber macht ihn das gleich zu einem guten und relevanten Vertreter des Bewegtbilds in Social Media? Ich hätte mir da etwas mehr gewünscht.