Juni 1st, 2011 by Sten Franke

Für kurze Zeit sprach niemand mehr im deutschen Web über Ehec. Am gestrigen Dienstag gab es kurz nach neun  nur noch ein Thema: den Freispruch für Jörg Kachelmann. Nach über einem Jahr ist die Frage, ob der Wettermoderator seine ehemalige Lebensgefährtin vergewaltigt hat, noch immer nicht beantwortet. Klar ist aber: die Beweise belegen dies nicht, also heißt es „im Zweifel für den Angeklagten“.

Studie: So redet das Social Web über das Kachelmann Urteil

Die meisten Prozess-Beobachter der klassischen Mainstream-Medien kommentierten das Urteil des Landgerichts Mannheim mit einer gewissen Befriedigung. Sie begrüßten den Richterspruch und hielten ihn für richtig. Das sahen die Zuschauer von n-tv genauso. In einer ersten Umfrage, eine Stunde nach Verkündung des Freispruchs, hielten 83 Prozent die Entscheidung für richtig.

Aber wie reagierte das Social Web? Ethority analysierte mit seinem Social Media Monitoring Tool „gridmaster“ das Gesprächsaufkommen. Das Ergebnis lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Das Web begrüßt den Freispruch von Kachelmann und Alice Schwarzer nervt.

Bei einem ersten Blick auf die Ergebnisse zeigt sich, dass aufgeschlüsselt nach Tonalität nur 14 Prozent aller Facebook- und Foren-Nutzer, Twitterer und Blogger positiv über den Kachelmann-Komplex sprechen. 66 Prozent sprechen in einem neutralen Ton und 20 Prozent äußern sich negativ. Die Personen, die sich ablehnend zu Wort melden, regen sich allerdings weniger über den Angeklagten auf, als vielmehr über Alice Schwarzer, die für die Bild die Verhandlungen beobachtete und sich bis zum Prozess-Schluss weniger mit der juristischen, sondern vielmehr mit der moralischen Schuldfrage beschäftigte.

Eine weitere Erkenntnis der Kurzstudie ist, dass der Fall Kachelmann bei Twitter mit 2513 zwar den größten Buzz erzeugte, die Reichweite mit 238.950 Kontakten aber hinter Facebook mit 276.012 anstehen musste. Der Facebook-Buzz lag bei 1259. Die mit Abstand höchste Reichweite erzielten allerdings die Blogs mit 301.007 Kontakten. Dagegen lag das Buzzvolumen in der Blogosphäre bei nur 1330.

Eine Analyse der am häufigsten verwendeten Wörter zeigt, dass neben den erwarteten Begriffen wie „Kachelmann“, „Mannheim“ oder „Prozess“ auch eine erstaunliche Häufung des Wortes „Verständnis“ zu finden ist.

Ob das Verständnis allerdings so weit reicht, dass der Meteorologe auch bald wieder als Wettermoderator im TV arbeiten kann, bleibt abzuwarten. Unsere Analyse zeigt allerdings, dass das Social Web relativ wenige Ressentiments gegen den Schweizer hegt. Für den Wiederaufbau der eigenen Reputation ist dies eine solide Ausgangsposition.

November 2nd, 2010 by Sabrina Panknin

Letzte Woche hat Uwe Knaus, Manager Corporate Blogging & Social Media Strategy bei Daimler, seine Präsentation „Online Reputationsmanagement – Image-Optimierung durch Einsatz von Social Media” auf slideshare veröffentlicht.  Die Folien beschreiben anschaulich die Vorteile der Nutzung von Social Media in der Unternehmenskommunikation und zeigen uns die Entwicklung und den Sinn des Daimler Blogs.

Wir sagen „gelungen“ und freuen uns besonders, das Social Media Prisma darin entdeckt zu haben:

Juli 8th, 2010 by Sabrina Panknin

Die Politiker und das Medium Twitter. Die einen sehen es gelassen, die anderen eher kritischund denken dabei an verfrühte Botschaften aus den Wahlkabinen. Benedikt Köhler verfolgt in dieser Hinsicht einen anderen Denkansatz:

„Politiker werden wie Wissenschaftler oder öffentlich-rechtliche Moderatoren von uns, den Steuerzahlern bezahlt, die im Gegenzug dafür das Recht haben, zu erfahren, was ihre Mandatsträger für ihr Wohl leisten. Man könnte es auch so formulieren: “No taxation without microblogging.”

Im bayrischen Landtag twittern 22 von 187 Abgeordneten und auch hier sind es nicht die Volksparteien (CSU), sondern die kleinen, allen voran die FDP:

Mir san Twitterer: Microblogging im bayrischen Landtag

Ein mäßiges Ergebnis, wenn man das hohe Potenzial betrachtet, was eigentlich dahinter steht:

„Politiker müssen sich von Zeit zu Zeit ihrer eigenen Karriereplanung widmen. Social Media,
zu denen auch Twitter gehört, sind ein hervorragend geeignetes Instrument, um Spuren zu
hinterlassen, die auch dann noch sichtbar sind, wenn die Mandate ausgelaufen sind“

Wer sie sind und wer ihnen folgen möchte, kann sie auf dieser Liste finden.

Die ausführliche Meinung zur bayrischen Landtagspolitik und Twitter findet man auf viralmythen.de

Februar 19th, 2010 by Katja Gutzeit

TOP 4 TWITTERLINKS

t3n.de

t3n.de veröffentlichte diese Woche die aktuellen Zahlen zu Social Networks in Deutschland. Wie nicht anders zu erwarten, führt Facebook seinen Aufwärtstrend fort, während studiVZ verliert.

spiegel.de

Welches sind die besten Karriereseiten deutscher Unternehmen? Dieser Frage widmete sich spiegel.de und berichtete über den Bewerberfang im Internet.

mashable.com

Die Nutzung von Applikationen auf dem Mobiltelefon stützt sich laut Flurry’s Januarreport auf 5 wesentliche Kategorien: Games, Entertainment, Social Networking, News und Lifestyle. Mehr dazu konntet ihr diese Woche bei mashable.de nachlesen.

off-the-record.de

Bilder sagen manchmal mehr als bloße Worte: Coke erklärt Social Media in einer sehr anschaulichen Powerpoint-Präsentation.

BLOGARTIKEL DER WOCHE

Kann die Freundesliste zum Reputationskiller werden?

Oder anders: Können Kontakte, Follower oder Freunde in diversen Social-Media-Netzwerken die eigene Online-Reputation nachteilig beeinflussen? Was Michael Reuter, Micheal Praetorius und Christoph Elzer in der Isarrunde dazu zu sagen haben, könnt ihr euch hier anschauen:

ZITAT DER WOCHE

“… on one end we’re leaving lights on when we’re going on a holiday, and on the other we’re telling everybody on the Internet we’re not home.”

pleaserobme.com

SOCIAL MEDIA FUNDSTÜCK DER WOCHE

Ein Maskottchen, das es faustdick hinter den Ohren hat. Da hat es doch einfach so mir nichts, dir nichts ein Cheerleader vernascht und das vor laufender Kamera:

Februar 15th, 2010 by Sabrina Panknin

So oder so ähnlich fragt sich die Isarrunde, diesmal in Person von Michael Reuter, Michael Praetorius und Christoph Elzer, ob Kontakte, Follower oder Freunde in diversen Social-Media-Netzwerken zur Beschädigung der eigenen Online-Reputation beitragen können?! Ich persönlich finde die Frage hoch interessant, wenn auch eher im positiven Umkehrschluss: Bin ich interessanter für die Menschen, wenn mir eine bestimmte Person auf Twitter folgt? Oder kontaktieren mich die Leute auf XING, weil ich durch viele hunderte Kontakte sehr gut vernetzt und bekannt wirke? Diese und andere Fragen in der Richtung sind diskussionswürdig, wenn auch von Netzwerk zu Netzwerk differenziert zu betrachten. Hier erst einmal die Meinung der Isarrunde:

April 20th, 2009 by David Nelles

Da scheint Twitter wirklich zu einem sehr relevanten PR Tool zu werden. So konnten innerhalb von ein paar Monaten gleich mehrere Brands erlaben, wie schnell sich eine Krise dank des 140 Zeichen Mediums ausbreiten kann. So bekam die amerikanische Schmerzmittelmarke Mortrin den Zorn einiger gut vernetzter Mütter zu spüren. Der E-Commerce Gigant Amazon verschlief über Ostern eine anscheinende Hackerattacke, welche die Löschung jeglicher Bücher/Exemplare ? des Literaturangebots mit lesbisch/schwulem Hintergrund. Und last but not least die Pizzakette Domino’s die mit einem Ekelfilmchen zweier Mitarbeiter zu kämpfen hatte. Die drei Fälle zeigen, dass gerade in den USA Twitter immer mehr auch in der Unternehmenskommunikation in den Fokus gerückt muss. Doch wie hätten die drei Unternehmen größeres Unheil für ihre Reputation schon im Vorfeld verhindern können. Vielleicht können die drei Tipps schon ein wenig helfen:

Zuhören allein reicht nicht.

Mindestens genauso wichtig ist, wer sich mit der Marke auf Twitter beschäftigt, wie schlecht er über die Marke und das Unternehmen spricht. Dabei sollten folgende Prioritäten im Mittelpunkt stehen:

Priority No. 1 has to be the people who make up the majority of your brand’s customers. And that will be the question for Domino’s as it plots the best plan of response: The pizza chain needs to know not only how many people saw the video but who those people are and how likely they are to be current customers.

Ein Monitoring ist halt nicht nur die quantitative Analyse der markenrelevanten Nennungen, sondern auch die qualitative Analyse wie die Segmentierung und die Erstellung von Nutzertypologien. Nur die qualitative Analyse gewährleistet eine wirksame Krisenpotential Analyse. So ist es nicht nur kriegsentscheidend, wie oft einem Tweet ein Retweet folgt, sondern es ist genauso wichtig, ob dieser Tweet in meine Zielgruppe hineinreicht oder nicht.

Unwissenheit nicht verstecken – Transparenz entschleunigt.

Unternehmen sollten sich bei aufkommenden Krisen auf Twitter & Co in jedem Fall schnell in die Diskussion einmischen, auch wenn das Unternehmen noch gar nicht so genau weiß, was passiert ist, wie zum Beispiel das Löschen ganzer Produktgruppen im Fall von Amazon. Knappe PR Statements würden nur Öl in das Feuer gießen. Hier hilft nur eine größtmögliche Transparenz der Markenkommunikatoren. Eine transparente Antwort im Fall Amazon wäre gewesen, den Usern mitzuteilen, dass der Fehler noch unbekannt sei, die Verantwortlichen sich aber darum kümmern. Durch ein solches Verhalten zeigt man den kritischen Stimmen auf Twitter, dass man auf die Kritik reagiert. Am besten beruhigen sich die Gemüter durch eine solche Strategie. Bestes Beispiel hierfür ist Monty Scott nach der Abmahnung einer Fan Community von Ford:

Monty logged onto Twitter and asked people to hold off: there was “more to the story.” That slowed down commentary. A little later he added, there was counterfeiting of Ford trademark properties involved. That froze the conversation and bought him some time.
“Some time,” in a PR crisis a few years ago used to translate into about four days. Times change. Monty figured he had bought Ford a few hours.

Dieses Beispiel zeigt, dass allein die Ankündigung der Marke, man kümmere sich um diesen Umstand, die Verbreitung einer Krise deutlich verlangsamen kann.

Betreibe Vorsorge und baue deine eigene Twitter Community.

Dieser Grundsatz trifft nicht nur für Twitter zu, sondern für den ganzen Bereich von Social Media. Eine starke Marken Community kann in einem Krisenfall eine Art Lebensversicherung für die eigene Marke sein.

Strong, emotional brands that have built up years of consumer goodwill seem to be more insulated from long-term hurt. Few consumers judged much-loved Whole Foods when its CEO was caught posting comments on financial sites under a fake name. Another consumer darling, JetBlue, has recovered valiantly from its Valentine’s Day massacre, which left passengers stranded on board on a runway for eight hours.

Es scheint sich für Marken schon allein aus der Perspektive der Krisenprävention zu lohnen, eine starke Community um ihren Brand aufzubauen. Ein authentischer und nachhaltiger Dialog mit Usern, der Kunden emotional auch an die Marke bindet, macht eine nachhaltige Schädigung der Markenreputation unwahrscheinlicher. Darüber hinaus gewährleistet eine große Brand Community bzw. ein großes Twitter Gefolge ein wirkliches Gehör bei der Zielgruppe in den nutzergenerierten Medien. Zumindestens hat es Dominos nun verstanden wie wichtig eine eigene Twitter Community sein kann.

Mai 30th, 2006 by Administrator

Reputation: Eine Studie untersucht die Boykottaufrufe gegen deutsche Marken
Der Ruf deutscher Marken im arabischen Web – „Boykott deutscher Firmen und Produkte nach Al-Qaida Aufruf. Im Zusammenhang mit den Mohammed-Karikaturen rief das Terrornetzwerk Al-Qaida im März die Moslems in aller Welt zu einem Wirtschaftsboykott der europäischen Länder namentlich Dänemark, Frankreich, Norwegen und Deutschland auf. Gridpatrol hat nun mit seinem Analysten-Team, zu dem auch Islam-Experten gehören, und seiner hoch entwickelten Web-Mining Technologie „Gridmaster“ das arabische Web, bzw. 103507 Dokumente des öffentlich zugänglichen Internets, nach Erwähnungen der bekanntesten deutschen Marken, Meinungsbildern und Nennungen im Zusammenhang mit Boykott untersucht.

Mit 222 Nennungen war Aspirin die Marke mit den meisten Boykottaufrufen, gefolgt von Adidas mit 164 Aufrufen und BMW mit 146 Aufrufen.

Die gesamten Studie gibt es hier
Die Pressemitteilung dazu gibt es hier
Die Süddeutsche Zeitung über Gridpatrol

Mai 24th, 2006 by Alexander Becker

Google Trends: Schnell Analyse Ihrer Reputation Das neue Google-Angebot Google-Trends vergleicht die Suchanfragen zu unterschiedlichen Suchbegriffen und bietet so ein kleines Tool für Kurz- und Schnell-Vergleiche. Überprüfen Sie z. B. Ihre Beliebtheit und somit auch Teile Ihrer Reputation ihrer Brands im Vergleich zur Konkurrenz. Natürlich ersetzt Goolge-Trends keine ausgereiften Monitoring- und Analyse-Lösungen wie Gridpatrol, aber für einen ersten Schnelltest lohnt Google-Trends. Gumia hat in seinem Blog das neue Tool zum Vergleich von Cafissimo, Tassimo, Senseo und Nespresso getestet. Das Ergebnis überzeugt.

April 21st, 2006 by Alexander Becker

Corporate Weblogs & Reputation: Podcast Interview mit Dr. Tim Fischer Beim fünften Ethority Podcast stand Dr. Tim Fischer, Vice President Global Marketing bei der Süd-Chemie AG und Buchautor, Rede und Antwort. Die zentralen Fragen: 1. Braucht heute jedes Unternehmen ein Corporate Weblog?
2. Wie lassen sich Weblogs in das Reputation Management einbinden? 3.
Welche Risiken verbergen sich hinter Weblogs und für das Reputation Management eines Unternehmens?

März 20th, 2006 by Alexander Becker

Die Süddeutsche Zeitung hat sich am 9. März des Themas Corporate Weblogs angenommen. In dem Artikel „Weblogs sind für viele Unternehmen eine Gefahr – sie bieten aber auch Chancen“ wird die Notwendigkeit erklärt, warum immer mehr Unternehmen auf die direkte Kommunikation mit ihren Kunden via Weblog setzten. Die Geschichte zitiert dazu sie Kommunikationsexperten Ulrich Nies und Klaus Eck. Nies kommt in dem Artikel zu Schluss „Blogmonitoring sollte ein wichtiges Thema bei der Medienbeobachtung von Unternehmen sein. (…) Unternehmen sollten sich frühzeitig mit der Blogosphäre, der Gesamtheit aller im Internet öffentlich zugänglichen Blogs, befassen und ständig mitverfolgen, worüber diskutiert wird. Wird über das eigene Produkt geschrieben, sollte das Unternehmen sofort reagieren”. Anbieter wie der Monitoring-Dienstleister Gridpatrol sind genau auf dieses beobachten und analysieren von potentiell gefährlichen Issues via Weblogs spezialisiert. Klaus Eck beschäftigt sich mit der Frage, wie eine negative Blg-Berichterstattung der Reputation eines Unternehmens schaden kann. „Mit einem male steht jeder mit seinem Geschäft in der Öffentlichkeit und muss damit rechnen, dass Dritte jederzeit darüber berichten können.“ Er kommt zu dem Ergebnis: „Die Macht der neuen Meinungsmacher sollte man nicht unterschätzen.“ Sowohl Klaus Eck, wie auch Ulrich Nies gehören zu den Referenten der Ethority-Konferenz: Reputation Management & Word of Mouth Marketing am 16. und 17. Mai 2006 in Hamburg.

März 5th, 2006 by Administrator

Ungenutzte Chancenpotenziale, Reputationsverlust und Unternehmenskrisen sind Teil des organisationalen Lebenszyklus. Doch ihnen kann mit Hilfe eines in der Unternehmenskommunikation angesiedelten und der strategischen Unternehmensplanung zuarbeitenden Reputation Managements wirksam vorgebeugt werden.

Die zunehmende Komplexität und Dynamik der Unternehmensumwelten verlangt nach einer Form der Früherkennung, die in der Lage ist, Informationen über strategierelevante aktuelle und künftige Entwicklungen im internen und externen Unternehmensumfeld zu erfassen. Für immer mehr führende Unternehmen ist das Reputation Management daher ein wesentliches Instrument zur strategischen Neuausrichtung und Zukunftssicherung geworden.

Vor allem in den USA gilt Reputation Management seit langem als eine eigenständige Managementdisziplin, die an namhaften Universitäten gelehrt wird und seit mehreren Jahrzehnten über eine international anerkannte berufsständische Vereinigung verfügt. Hierzulande haben einige Unternehmen bereits die Relevanz des Themas erkannt und sind dabei, unternehmensspezifische Lösungen zur gezielten Erkennung und Beeinflussung strategisch relevanten Stakeholderverhaltens umzusetzen.

Für die erfolgreiche Entwicklung und Optimierung eines unternehmensspezifischen Reputation Management Systems ist es notwendig, über neueste wissenschaftliche Erkenntnisse sowie internationale Entwicklungen informiert zu sein und den Austausch mit Experten und Kollegen aus anderen Unternehmen zu suchen.

Hierzu gibt Ihnen die Ethority Reputation Management Konferenz Gelegenheit.