März 11th, 2009 by Nicole Pingel
Vielen Social Networking Plattformen fällt es – trotz hoher Nutzerzahlen – schwer, Gewinne zu erwirtschaften. Denn die meisten von ihnen waren von Beginn an kostenfrei nutzbar. Die Gefahr viele Stamm-User zu verlieren wäre sehr groß, wenn plötzlich versucht würde, das zu ändern. Und das Anbieten von Werbeflächen allein reicht nicht immer aus, um schwarze Zahlen zu schreiben.
Vor allem US Networks experimentieren jetzt mit einer alternativen Einkommensquelle: Digital Goods. Das ist Ware, die nicht physisch existiert, sondern auf die ausschließlich digital zugegriffen werden kann. Auf Facebook sind solche Digital Goods zum Beispiel kleine Geschenke in Form von virtuellen Bildchen, die man ab 1$ pro Stück einem Freund an die Pinnwand pinnen kann.

Problematisch ist allerdings oft die Abrechnung. Die Digital Goods können in der Regel nur via Kreditkarte bezahlt werden. Da aber ein nicht unerheblicher Teil der User – besonders in der Kernzielgruppe – keine eigenen Kreditkarten besitzen, stellen schon die Grundvoraussetzungen eine kaum überbrückbare Zugangsbarriere dar. Das schmälert mögliche Einnahmen.
Für dieses Problem hat jetzt das US-amerikanische Networking Portal Hi5 eine Lösung gefunden. Dieses ist kürzlich in Zusammenarbeit mit dem Bezahlsystem Paymo getreten. User müssen ihre Handy-Nummer, ihr Land und ihren Mobilfunkanbieter auf der Website von Hi5 eintragen und daraufhin erhalten sie eine SMS von Paymo, auf die geantwortet werden muss. Digital Goods, die sie jetzt kaufen, werden bequem über die Mobilfunkrechnung abgerechnet.
Dieses Beispiel könnte Schule machen, auf andere Dienste übertragen werden und eine lang angestrebte Entwicklung weitertreiben: User zahlen für Leistungen, die sie im Internet erhalten.
Januar 11th, 2009 by David Nelles
Ein großer Trend im Bereich der täglichen Nutzung von Social Media wird dieses Jahr sicherlich das Entfreunden sein. Burger King hat diesen Trend schon antizipiert – werde 10 Facebook Freunde los und bekomm ein Whooper gratis. Ich frage mich immer wieder, wenn ich auf xing etc. unterwegs bin: wer zum Teufel ist in der Lage bei über 1000 Businesskontakten wirklich von tatsächlichen Kontakten zu sprechen, oder, wie erfasst man einen Twitterstream, der mehr als 1000 Streams folgt? Vielleicht gilt in Social Media, wie auch in der Welt außerhalb von Social Media: Weniger ist manchmal mehr.
Für Charlene Li ist die Entschlackung von Followern und Facebook „Freunden“ daher ein Trend für das Jahr 2009:
Having thousands of friends becomes “so 2008″ and defriending becomes the hot new trend, driven by overwhelming rivers of newsfeeds. The movement is rooted in a desire to have quality, not quantity, as people cocoon in the face of the economic crisis. Facebook apps will emulate Twitter Grader, allowing you to prioritize your friends based on their overall social ranking — and prune safely to ensure the highest quality friends.
Auch Peter Blackshaw von consumergeneratedmedia.com sieht eine ganz ähnliche Entwicklung für das Jahr 2009:
Many of us will feel compelled to join the social media equivalent of Weight Watchers, eager to trim the excess and rediscover a modicum of don’t-follow-everything discipline.
Diese Entwicklung ist meiner Meinung nach völlig richtig. Ein Social Graph ist doch eigentlich nur dann wirklich funktional, wenn man mit seinen virtuellen Kontakten wenigstens im Ansatz kommuniziert. Eine solche Kommunikation muss natürlich weit über das bloße Betätigen des Bestätigungs-Buttons hinausgehen. Ich finde es schon schwer genug meinen vergleichsweise kompakten Twitterstream im Auge zu behalten oder zu all meinen facebook, xing, studiVZ, linkedin oder neuerdings HORIZONTpeople Kontakten in einem konstruktiven Dialog zu stehen. Mittlerweile entsteht eine alltägliche Informatiotsflut, welche zu einem großen Teil völlig irrelevant ist. Es sind wahrscheinlich Tools, wie das schon erwähnte TwitterGrader oder Benedikts Twitterfriends, nötig, um eine längst überfällige Netzwerkoptimierung durchzuführen. 2009 wird es also Zeit, sich der Social Graph Watcher-Bewegung anzuschließen, um seine Vernetzung wieder zu stärken.
Januar 7th, 2009 by Alexander Becker
Verglichen mit Marc Zuckerbergs-Global-Plattform ist die deutsche Web-Landschaft mit StudiVZ, Wer-kennt-wen, Lokalisten & Co. die reinste Zwergen-Welt. So verkündete Facebook gerade, dass man nun 150 Millionen Mitglieder habe.
Eine beeindrucke Zahl, die sich am besten mit andern Zahlen erklären und verstehen lässt:
- Facebook hat mehr Mitglieder, als Japan, Russland oder Nigeria Einwohner.
- Seit Sommer kamen rund 50 Millionen Nutzer hinzu.
- Seit Dezember meldeten sich alleine 20 Millionen Neukunden an.
- Pro Tag wird Facebook von 70 Millionen Besuchern angesteuert.
Was bedeuten diese Zahlen:
- In Sachen Social Media gibt es Global kaum noch eine Alternative zu Facebook. In jeder Kampagne gehört das Netzwerk mittlerweile zu den Schlüsselfaktoren.
- Lokal kommt Facebook aber immer noch nicht vom Fleck. Es gilt die Regel: Würde die Plattform auch in Deutschland so rasant wachsen, würden sich die Verantwortlichen allergrößte Mühe geben, dies auch zu kommunizieren. Heißt: Lokalisten, Wer-kennt-Wen oder gar die VZ-Gruppe sind noch weit außerhalb der Schlagdistanz. Ein Faktor, der deshalb eine besonders genaue und akribische Social Medina-Planung verlangt. Die Unterschiede zwischen einheimischen Plattformen sind groß und die Fallstricke mannigfaltig. Social Media-Kampagnen in Deutschen Netzwerken ist noch immer ein echter Experten-Job. Hier bestehen nur Kenner der Szene.




