Januar 12th, 2010 by Sabrina Panknin

Social Media Integration in Unternehmen ist ein Prozess und geschieht nicht von heute auf morgen.

In 2009 ist Social-Media-technisch viel passiert: Viel Gutes und viel Schlechtes nicht so Gutes. Immer mehr Unternehmen fanden ihren Weg in die sozialen Medien und starteten neben einer Präsenz diverse Kampagnen. Doch wie auch Brian Solis in seinem aktuellen Artikel „The 10 Stages of Social Media Business Integration“ anmerkt: Die Social Media (R)Evolution ist noch nicht vorbei, im Gegenteil – sie beginnt erst gerade.

Zu Beginn des neuen (Geschäfts-) Jahres soll an dieser Stelle noch einmal kurz und bündig die Möglichkeiten, wie Social Media im und für Unternehmen einzusetzen sind, angerissen werden. Anregungen und Ergänzungen in den Kommentaren sind herzlich willkommen. Der Artikel wird geteilt, Posts aus dieser Reihe werden mit diesem Corporate-Social-Media-Modell gekennzeichnet:

Corporate Social Media: Social Media im Unternehmen

Als erstes gilt es zwischen einer Präsenz in Social Media und die Durchführung von Social-Media-Kampagnen zu unterscheiden. Die entscheidenden Kriterien hierbei sind:

    1. Aktivität

Es ist nicht mehr nötig, die Vorteile einer Unternehmenspräsenz auf Plattformen zu erläutern und zu betonen. Diese Plattformen, wie z.B. Facebook, ein Corporate Twitter Account oder ein Corporate Blog, sind regelmäßig mit gehaltvollen Inhalten zu füllen, um den Nutzern einen Mehrwert und die Chance zum Dialog mit Unternehmen zu geben. Durch sie bewegt sich das Unternehmen dort, wo die heutigen potentiellen Kunden sind: im Netz. Wichtig dabei ist, Social Media nicht nur als hippes Buzzword zu verstehen, sondern seine Kernelemente – Zuhören, Dialog, Partizipation und Vernetzung – ernst zu nehmen.

Ein wertvoller Nebeneffekt: Die Gespräche der Nutzer über Marke und Kampagne liefern wertvolle Inputs für Marktforschung und in manchen Fällen sogar Anregungen und Verbesserung für die Produktentwicklung.

Jeder Channel, den man einbindet (Blog, Foren, Twitter, Videoplattformen etc.) hat seine spezifischen Stärken, die man für sich nutzen kann. Werden dann all diese Elemente auch noch verknüpft, erreicht man den höchstmöglichen Grad von Aufmerksamkeit und die Wahrscheinlichkeit eines Kampagnenerfolges ist sehr groß.

Wenn ein oder mehrere dieser Tools für eine aktuelle Social-Media-Kampagne genutzt werden, wird die Aktivität zuerst einmal von der Unternehmensseite, der Betreiber der Plattform, aber auch auf der Nutzerseite massiv ansteigen. Den Begriff „Kampagne“ nutze ich in diesem Zusammenhang, um einen Zeitraum zu beschreiben, der für die Bekanntmachung eines bestimmten Produkts oder einer Unternehmensaktion wie z.B. Gewinnspiel, steht.

Es ist sinnvoll, bei dieser Art von Aktivität zusätzliche Kanäle in Betracht zu ziehen wie z.B. ein eigens angelegter Twitter Account für Gewinnspiele. Das soll nicht heißen, dass Aktivitäten auf dem Unternehmens-Account während der Laufzeit der Kampagne eingeschränkt werden, es werden nur Nachrichten die Kampagne betreffend auf einen anderen Kanal umgeleitet, um Informationen gebündelt an Interessierte weiter zugeben und allgemeine Themen auf der dauerhaft aktiven Präsenz zu belassen.

2. Die Kontinuität

Die Kontinuität ist eine logische Schlussfolgerung aus der Aktivität. Die Unternehmenspräsenz in Social Media sollte unbedingt von Dauer sein, während einzelne Aktionen innerhalb einer Social-Media-Kampagne eher kurzweilig (also über einen gewissen Zeitraum), dafür aber konzentriert auf ein bestimmtes Thema sind. Bei der Kontinuität wie auch bei der Aktivität muss man ganz klar zwischen Unternehmenspräsenz und Social-Media-Kampagnen unterscheiden.

Mit einer gezielten Aktivierung von Social-Media-Kanälen wie Blogs, Communities, Twitter oder Social Networks kann eine Social-Media-Kampagne zum einen zusätzliche Reichweite generieren. Noch viel wichtiger ist jedoch die Qualität dieser Kontakte, da es sich hierbei nicht um passive Rezipienten von Werbebotschaften handelt, sondern um engagierte, begeisterte Nutzer, die die Kampagne selbständig weiterverbreiten.

3. Intensität

Die Intensität, zum einen der Eifer und das Engagement in Social Media, zum anderen aber auch die Vorbereitung für ein Auftreten in Social Media bzw. das Generieren von Insights, ist sowohl bei einer Präsenz als auch bei Kampagnen bedeutend. Folgende Schritte (Urheber: Dr. Benedikt Köhler) zeigen die vier Intensitätsstufen einer grundlegenden Vorabrecherche:

1. Crawling/Screening: Wo wird gesprochen?

2. Monitoring: Was ist das Thema?

3. Tiefenanalyse: Was steckt dahinter?

4 . Netnographie: Was hält die Communities zusammen?

Weiterhin unterscheiden wir in unserem Modell zwischen internen und externen Aktivitäten. Die Beiträge der nächsten Tage behandeln inhaltlich, in wie vielen Bereichen Social Media ihren Sinn und Zweck für Unternehmen haben.

Oktober 15th, 2009 by Tobias Kärcher

Diese Reaktion kennen wir alle. Von Freunden, von Verwandten und nicht zuletzt von uns selbst. Es ist mitunter nicht einfach, Kunden zum Unternehmensdialog einzuladen. Doch wo liegen die Ursachen für diese Abwehrhaltung? Wo haben wir gelernt, dass uns Unternehmen mit Werbung zumüllen, sobald man nur kurz den Kopf hebt? Gehen wir ein paar Jahre zurück…

Vor ein paar Jahren noch lagen vielen Produkten Registrierkarten bei. Nur wenn man diese ausgefüllt zurücksendete, sollte man in den Genuss der “vollen Serviceleistung” kommen. Man trug also brav seine Adresse in meistens viel zu kleine Felder ein und beantwortete Fragen nach dem Alter, wo man das Produkt erstanden habe und wie man darauf aufmerksam wurde.  Die einzige Frage, die nie gestellt wurde, war die nach der Zufriedenheit des Kunden. Wozu auch? Wenn er die Registrierkarte in der Hand hält, hatte er ja bereits gekauft. Die “volle Serviceleistung” bekam man dann in den folgenden Wochen und Monaten zu spüren: Ein überfüllter Briefkasten und klingelnde Telefone machten uns “Exclusivangebote”, die “gerade für uns” von “besonderem Interesse” sein dürften. Warum also sollte man die alten Fehler nun über seine Online-Netzwerke wiederholen?

Wir sagen: Unternehmen sollen den Kontakt zum Kunden suchen. Sich mit diesem austauschen, in einen Dialog treten oder gar mit ihm diskutieren. Für den Nutzer, der sich in Social Media täglich und gerne bewegt, ist das schon mehr als ein nur ein Wunsch. Man fordert vielmehr die Teilnahme an sozialen Netzwerken. Ich möchte wissen, von wem ich etwas kaufe, was ich kaufe, wie es produziert wurde, wo, wann, warum – einfach alles. Ich möchte gefragt werden, ob ich mit der Nutzung zufrieden bin, ob ich Verbesserungsvorschläge habe. Ja, ich möchte sogar andere Nutzer kennen lernen und sehen, wie sie sich selbst beim ersten Öffnen der Verpackung filmen.

Die sollen mich in Ruhe lassen

Dass dies noch lange nicht den deutschen Normalverbraucher widerspiegelt ist klar, aber wie weit ist der Kunde eigentlich in Social Media? Die Zahl der Nutzer von Sozialen Netzwerken wächst stetig, aber wie viele wollen sich dort tatsächlich mit Brands und Produkten auseinandersetzen? Nur ein Bruchteil der User sind bis jetzt aus eigenem Antrieb mit einem Unternehmen in Kontakt getreten, geschweige denn in einen Dialog. Viele sträuben sich sogar explizit gegen Unternehmenskontakte, haben sie diese doch aus Offline-Zeiten in unguter Erinnerung.  Diese Kundengruppe möchte ihre Informationen, schnell und übersichtlich und auf Abruf.  Sie möchte sich nirgendwo anmelden und um Himmels Willen nichts einbringen oder gar hochladen.

Brauchen die Nutzer also Nachhilfe? Gewiss nicht, aber mit attraktiveren Angeboten schaffen Marken die Möglichkeiten. Hin und wieder ist die Überlegung angebracht, ob man wirklich bei jedem Kunden an die Türe klopfen sollte. Oft erreicht man durch eine freundliche, aber unverbindliche Einladung mehr. Offene Konzepte und ein auf Freiwilligkeit basierendes System sind schließlich die größten Stärken, die Social Media zu bieten hat.

Pic: Rose DaviesCreative Commons Licence

August 26th, 2009 by Alexander Becker

Zusammen mit der Cologne Business School hat die Unternehmensberatung Brain Injection den „Social Media Company Monitor 2009“ druchgeführt. „Die Ergebnisse sind zum Teil niederschmetternd. Über die Hälfte haben kaum oder gar kein Wissen über Web 2.0“, fasst das Brain Injection-Blog die Ergebnisse zusammen.

Social Media Company Monitor 2009

Unter der Leitung von Prof. Dr. Klemens Skibicki wurden 350 deutsche Führungskräfte zu ihren Kenntnissen und Strategien im Social Web befragt. Zentrale Fragen an die Führungskräfte waren ihre Kenntnisse und Nutzung von Blogs und Communities in Unternehmen, Erzielte Vorteile von Social Media im Unternehmenseinsatz und die Zukünftige Planung von Social Media Aktivitäten.

Die wichtigsten Erkenntnisse und Details der Studie:
15 Prozent der Unternehmen steigern heute den Umsatz durch Einsatz von Social Media.
51 Prozent der Unternehmen planen auch in Zukunft keinen Einsatz von Social Media.
75 Prozent der Unternehmen haben kein Blog.
12 Prozent wissen nicht, was ein Blog ist.
40 Prozent der Entscheider haben kein Community Profil.

Die gesamte Studie gibt es hier

Februar 9th, 2009 by Benedikt Köhler

Vor kurzem gab es auf Mashable einen Artikel über die 40 besten Corporate Twitterer. Natürlich, wie so oft, sehr US-lastig. Da das Internet global ist und auch in Deutschland das ein oder andere Unternehmen twittert, habe ich mir gedacht, es könnte doch ganz interessant sein, ähnliche Fragen an die deutschen „Corporate-Twitterer“ zu richten. Hier die Antworten der interessantesten Unternehmenstwitterer in Deutschland.

Medien

Zu den Pionieren der deutschsprachigen Corporate-Twitterszene gehörten Medienmacher. Anfangs betrachteten viele Twitter allerdings als nur einen weiteren Kanal, um auf ihre Meldungen automatisiert hinzuweisen. Noch ein unproblematischer Abnehmer für die eigenen RSS-Feeds. Mit der Zeit entdeckten jedoch immer mehr von ihnen, dass man mit diesem Medium ganz anders umgehen kann und einen echten Dialog führen kann. Kurz: sie entdeckten das @-Zeichen.

Corporate Twitterer in Deutschland   ein Blick hinter die KulissenHannoversche Allgemeine Zeitung (@HAZde)

1. Wer steckt hinter dem Account HAZde?
Marcus Schwarze (HAZ-Redakteur, @homofaber) und Dirk Kirchberg (fester freier Mitarbeiter, @kirchberg)

2. Warum twittert die HAZ?
Weil dort ein Teil unserer Leser und Nichtleser zu Hause ist. Und weil wir große Lust darauf haben, mit Lesern Kontakt zu haben und Nichtleser zu Lesern zu machen. Und weil unsere Leser Lust auf die HAZ haben. Geben und Nehmen.

3. Was gibt es in den Tweets der HAZ Spannendes zu lesen?
Ausgewählte überprüfte Eilmeldungen, von denen wir glauben, dass sie die internetaffine Leserschaft besonders interessieren. Flapsig erzählte Kuriosa, die im Nachrichtenbetrieb manchmal untergehen, samt Link zur HAZ, aber auch zu anderen Angeboten, zum Beispiel die unten genannten. Antworten auf Fragen von Lesern, zum Beispiel die hier:

  • @ChristelWoeller: Grüne Laserstrahlen über Hannover verbinden Kirchtürme von Athanasius-, Nazareth + Pauluskirche #Fusion Südstadt-Gemeinden…
  • Sack-Reis-Meldung: Obama hat das erste Mal als Präsident mit Angie Merkel telefoniert. Na dann…
  • Kleinkind spielt mit Telefon und ruft die Polizei. Die entdeckt Papas Marihuana-Plantage #Techniktücken http://haz.de/784770 .
  • Oder, as it happened: Verhaspler mit Folgen: US-Präsident Obama hat den Eid auf die Verfassung ein zweites Mal geschworen – Quelle MSNBC http://tinyurl.com/d4735o…
  • Unglaublich: Zwei burmesische schiffbrüchige Fischer überleben 25 Tage in einer Kühlbox! http://HAZ.de/783910
  • Matthew Harding-Hoax als eigentlicher Hoax entlarvt: Kann mal bitte jemand die Wahrheit in Sachen “Matthew Harding ein Hoax!” als Hoax entlarven? Wir glauben dran! http://haz.de/703506
  • iTunes bannt Kopierschutz, Spotify startet, last.fm + blip.fm erfolgreich. Das Ende des Musikkopierschutzes? Erbitten Meinungen zwecks Text

4. Was war bisher euer kuriosestes oder faszinierendstes Erlebnis auf Twitter?
Faszinierend: Leser fragten uns per Handy-Tweet, warum die Züge am hannoverschen Bahnhof zwei, drei Stunden Verspätung hatten – und tatsächlich hatte es da einen Vorfall (Suizid) gegeben, über den natürlich angemessen sofort online und am Abend in der Zeitung berichtet wurde. Sonst wäre das Thema uns durchgegangen.
Im größeren Rahmen war natürlich das Foto aus dem Hudson-River faszinierend. Bis zur nächsten Weltnachricht. Übrigens bemerken wir, dass viele Twitterer in solchen Sitationen auf die klassischen Medien, vor allem das TV, verweisen. Die haben also weiterhin ihre Berechtigung, sogar in vielen Fällen eine gewachsene Bedeutung, sofern sie ihre Quellen überprüfen und nennen.

5. Lohnt sich Twittern für die HAZ?
Ja: Wir sammeln Erfahrung mit dem Getwitter. Das eine oder andere Thema haben wir dadurch schon entdeckt.

6. Wie sieht ein typischer an HAZ gerichteter Tweet aus?
@HAZde immer diese distanzlose Begeisterung … Schlimm.

7. Welche Zukunft hat Twitter in der Zeitungswelt?
Für einige Kollegen gehört es dazu, für andere weiterhin nicht. Beides ist okay.

Corporate Twitterer in Deutschland   ein Blick hinter die KulissenWelt Kompakt (@weltkompakt)

1. Wer steckt hinter @weltkompakt?
frank schmiechen;

2. Warum twittert die Welt Kompakt?
twittert aus spaß, neugier;

3. Was gibt es in den Tweets von @weltkompakt zu lesen?
meldungen, nebensachen, wichtiges, triviales;

4. Was war bisher euer kuriosestes oder faszinierendstes Erlebnis auf Twitter?
die welt der anderen live und gratis

Corporate Twitterer in Deutschland   ein Blick hinter die KulissenN24 (@N24_de)

1. Wer steckt hinter @N24_de?
Die Redaktion von N24.de. Anfangs nur der Teil, der selbst schon twittert.

2. Warum twittert N24?
Weil es uns gibt ;- ) Wir sind immer auf der Suche nach neuen Lesern und nutzen gerne auch neue Kanäle.

3. Was gibt es in euren Tweets Spannendes zu lesen?
Hinweise auf die wichtigen und kuriosen News des Tages als Video, Galerie oder Text und natürlich Links zu Videos von spannenden N24-Sendungen. Und natürlich ein wenig Flurfunk und Interna wie hier

4. Was war bisher euer kuriosestes oder faszinierendstes Erlebnis auf Twitter?
Faszinierend: wie wir einen Twitter-Nutzer, der lustvoll über das N24-TV-Programm herzog, durch eine locker-freundliche Antwort überzeugen konnten, @N24_de zu followen.

5. Lohnt sich das Twittern für N24?
Ja, denn wir sind ein moderner Nachrichtensender, der neue Kommunikationswege nutzt. Aber: Derzeit ist Twitter nur ein nettes Beiwerk. Damit es nicht so bleibt, möge bitte jetzt jeder Leser seinen Beitrag leisten: http://www.twitter.com/N24_de folgen!

6. Wie sieht ein typischer an @N24_de gerichteter Tweet aus?
“Übrigens Followertipp: @N24_de – die haben das mit dem Twittern verstanden.” (Na gut: Noch ein paar solche Empfehlungen mehr, und es gilt als typisch.)

7. Welches Potential hat das Zusammenspiel von Twitter und TV?
Viele wichtige Ereignisse kann man bei N24 TV live verfolgen. Etliche davon passieren sehr kurzfristig. Über Twitter erfahren unsere Follower von aktuellen Ereignissen und können sie live auf N24 oder im Stream auf N24.de mitverfolgen.

Corporate Twitterer in Deutschland   ein Blick hinter die KulissenTuri2 (@turi2)

1. Wer steckt hinter @turi2?
Das komplette Team – die Kontrolle über den Account hat aber der jeweilige CvD. Angeschoben hat unser Kollege Peter Schwierz den Kanal. Er kann auch schwer die Finger davon lassen.

2. Warum twittert turi2?
Wir twittern, um am Puls der Zeit zu sein, was digitale Trends und Themen anbelangt. Die zweinulligen Wortführer sind allesamt im Twitterversum versammelt – da darf ein Branchendienst 2.0 nicht fehlen. Zudem erfrischt die unterhaltsame Mischung aus halbprivaten und ernsten Infos den Arbeitsalltag ungemein.

3. Was gibt es in den Tweets von @turi2 Spannendes zu lesen?
Aktuelle News, Links auf unsere Beiträge und manche Interna oder Kommentare.

4. Was war bisher euer kuriosestes oder faszinierendstes Erlebnis auf Twitter?
Manchmal kommen Insider-Infos per Direct Message rein. Das ist nicht zu unterschätzen! Über Twitter sind wir ohne Aufwand direkt ansprechbar. Da waren schon einige gute Tipps dabei, die sich beim Nachfassen immer bestätigt haben.

5. Lohnt sich Twittern für euch?
Finanziell sicher nicht, aber das spielt keine Rolle. Der Austausch zählt – und das digitale Ohr am Leser. Wir beobachten zwar fast 24 Stunden am Tag das Web und die Blogosphäre, merken via Twitter aber viel schneller, was die hippen Themen sind. Und wenn ab und zu eine exklusive Nachricht reinkommt, lohnt sich’s freilich besonders.

6. Wie sieht ein typischer an euch gerichteter Tweet aus?
Puh, den “typischen” gibt’s nicht. Aber der hier von @DWDL war nett: “Die größte Enttäuschung bei @turi2 heute: Das Aufmacher-Bild. Das wird doch einem Peter “Paint” Turi nicht gerecht.” Wir haben dann gleich mal den Tuschkasten bemüht und die Kollegen glücklich gemacht.

7. Wie lange wird es noch dauern, bis der erste deutsche Verleger twittert?
Hoffentlich nicht lange, wir tippen auf Dirk Ippen, ein Profil hat er immerhin schon eingerichtet: @dirk_ippen

Mode

Zum digitalen Lifestyle gehört Mode. Insofern überrascht es nicht, dass auch auf Twitter immer wieder darüber gesprochen wird. Es überrascht aber, wie wenige Unternehmen dieses Potential wahrnehmen und auf den vielen spannenden Gesprächen auf Twitter zuhören oder sich gar in diese Gespräche einschalten. Und zwar mit Inhalten, nicht mit Werbung. Spreadshirt hat bewiesen, dass so etwas geht.

Corporate Twitterer in Deutschland   ein Blick hinter die KulissenSpreadshirt (@yourownlabel)

1. Wer steckt hinter dem Account @yourownlabel?
Aktuell kümmern sich vor allem die Leute um den Twitter-Account, die auch die anderen Social Media-Kanäle wie die Blogs kümmern. Das sind Mitglieder des Brand & Communication-Teams wie z. B. wir, Andreas Milles und Tobias Huber. Andere Spreader, u. a. unsere CEO Jana Eggers (jeggers), twittern fleißig auf eigenen Accounts.

2. Warum twittert Spreadshirt?
Zum einen, weil´ss zu unserer Marke passt, die sich ja im Kern um das Selbstwertgefühl und die “Self Expression” dreht. Zum anderen: weil´s Spass macht und (noch) herrlich unkonventionell ist – Direktkontakt und offener Austausch mit Kunden fühlt sich immer gut an.

3. Was gibt es in den Tweets von @yourownlabel Interessantes zu lesen?
Tipps und Hilfe, genauso wie Neues aus dem Blog oder aus dem Hause Spreadshirt generell. Wir versuchen, die Aktio/Reaktio-Quote ausgeglichen zu halten, da wir unsere Follower nicht nur mit neuen Blogartikeln zuspammen, sondern v. a. für sie da sein und ihnen ggfs. helfen wollen. Zukünftig wollen wir unsere Follower auch verstärkt in Aktionen einbinden und sie z. B. zu Exklusiv-Testern von neuen Textilien machen.

4. Was war bisher euer kuriosestes, faszinierendstes oder tollstes Erlebnis auf Twitter?
Am faszinierendsten ist auch nach Ablauf der ui-das-ist-neu-und-nice-Zeit die Möglichkeit, in Echtzeit Gespräche über unsere Marke und Services zu beobachten und ggfs. an ihnen teilzunehmen.
Und Kuriositäten gibt es fast im Wochentakt. Aktuell ist z. B. über uns zu lesen: “diese arschgeigen von spreadshirt haben meine komplette bestellung verbummelt, weil sie scheinbar zu blöd sind, mit paypal umzugehen” (http://twitter.com/tiefenrausch/status/1152857510). Davor verstecken wir uns nicht (im Gegenteil, der Twitterfeed ist recht zentral ins Blog eingebunden). Wichtig ist es, solche Dinge ernst zu nehmen, mit den Leuten Kontakt aufzunehmen und ihr Anliegen im Unternehmen – in diesem Fall zu den Serviceleuten – weiterzutragen.
Auch spannend: wir hatten ein Ticket für die MBC09 abzugeben und konnten es via Twitter in gefühlten 5 Minuten an den Mann bringen.

5. Lohnt sich das Twittern für Spreadshirt?
Das wissen wir noch nicht, aber im Moment hält sich der Aufwand verglichen mit der Wirkung (dass wir zuhören und da sind) im Rahmen. Moment, vielleicht lohnt sich´s sogar doch schon – es gab schon Leute, die aufgrund unserer Tweets einen T-Shirt Shop bei uns eröffnet haben.

6. Wie sieht ein typischer an @yourownlabel gerichteter Tweet aus?
In etwa so: „was muss ich eigentlich machen um von euch einen pro-shop gesponsored zu bekommen?“, so: „der Bass-Shirt-Shop auf www.bassic.ch läuft zurzeit massiv viel besser als die Google AdSense-Einnahmen. Danke.“, so: „könnt ihr mir erklären, weshalb ich das Wort “Bass” nicht auf meinen Bass-Shirts verwenden darf? Macht doch keinen Sinn.“ oder so: „very happy about my spreadshirt xmas sales 2008.“

7. Wie wird man im Jahr 2020 twittern?
Noch mobiler, noch lokaler, noch automatisierter (GPS etc.). Und vielleicht mit live Tweets auf T-Shirts? Nur eins ist sicher: auch das Spam-Aufkommen wird zunehmen.

Banken

Warum sollten Banken twittern? Warum nicht. Schließlich kann es gerade in Zeiten, in denen das Vertrauen in das Finanzsystem erschüttert ist, wichtig sein, in einem authentischen Dialog mit anderen zu zeigen, dass es nicht nur um Derivate, Futures und Zinssätze geht, sondern um Menschen. Twittern als vertrauensbildende Maßnahme? Auf jeden Fall einen Versuch wert.

Corporate Twitterer in Deutschland   ein Blick hinter die KulissenGLS Gemeinschaftsbank (@glsbank)

1. Wer steckt hinter dem Account @glsbank?
Momentan stecken eine Mitarbeiterin und ich als Leiter Online-Vertrieb hinter dem GLS Bank-Account.

2. Warum twittert die GLS-Bank?
Weil Twittern ein schnelles, transparentes und zeitgemäßes Mittel der Kundenkommunikation ist. Wir suchen bewusst den Dialog und wollen natürlich auch unsere Reichweite in neuen, interessanten Zielgruppen damit ausbauen.

3. Was gibt es in den Tweets der GLS-Bank Spannendes zu entdecken?
Ob es bisher Spannendes zu entdecken gab, können nur die Follower beurteilen. Wir sollen über unsere Aktivtäten informieren, auf Entwicklungen am Finanzmarkt aufmerksam machen, Anfragen beanworten. Momentan ist das alles erst im Aufbau begriffen.

4. Was war bisher euer kuriosestes, faszinierendstes oder tollstes Erlebnis auf Twitter?
Besonders schön sind immer positive Reaktionen von Kunden, die uns via twitter erreichen. Aber auch Beschwerden konnten wir schon via twitter beantworten und lösen. Das ist genau die Art von Transparenz, die wir als nachhaltige, ökosoziale Bank wollen.

5. Lohnt sich das Twittern für euch?
Wir betrachten die Twitterei nicht unter ROI-Gesichtspunkten. Schnelle, offene und ehrliche Kundenkommunikation lohnt sich unseres Erachtens immer.

6. Wie sieht ein typischer an @glsbank gerichteter Tweet aus?
In erster Linie sind es Fragen zu Angeboten, zu Prozessen oder zur Bank ganz allgemein, die uns erreichen. Bisher ist das aber noch relativ verhalten.

7. Wie sieht die Zukunft von Twitter in der Bankenwelt aus?
In diese Glaskugel lässt sich nur schwerlich schauen. Für uns mit unserem ganz besonderen Verständnis von Bankarbeit bietet Twitter gute Möglichkeiten, unser Transparenzversprechen einzulösen. Ob andere Banken auf diesen Zug aufspringen wird sich zeigen. Ich könnte mir vorstellen, dass Twitter vor allem für regional aufgestellte Institute ein Mittel der Kundenkommunikation und -bindung wird. Inwieweit Großbanken auf den Zug aufspringen, wage ich nicht zu prognostizieren.

Internetunternehmen

Etwas verwundert bin ich darüber, dass angestammte Internetunternehmen wie eBay sich erst relativ spät in dieses Medium gewagt haben. Zwar gibt es viele Mitarbeitertweets aus der Web 2.0-Szene, aber echte Corporate Twitteraccounts sind immer noch sehr selten. Umso spannender, dass sich mit eBay Deutschland jetzt auch hier Bewegung ins Feld zu kommen scheint.

Corporate Twitterer in Deutschland   ein Blick hinter die KulisseneBay Deutschland (@eBayDE)

1. Wer steckt hinter dem Account @eBayDE?
Hinter @eBayDE steckt die Kommunikationsabteilung von eBay in Deutschland. Initiiert wurde der Twitter-Stream in Zusammenarbeit mit der für eBay arbeitenden Agentur achtung! kommunikation. Der aktive Twitterer ist Bastian Scherbeck, zuständig bei achtung! für den Bereich Social Media. Er steht in engem und permanentem Kontakt mit den Zuständigen bei eBay.

2. Was war der Auslöser für eBay zu twittern?
Auslöser sich aktiv in den Social Media einzubringen, war vor allem die immer noch aktuelle Entwicklung und Verschiebung in der deutschen Medienlandschaft. Für Twitter haben wir uns aufgrund der steigenden Wahrnehmung und Popularität entschieden. Und die Entscheidung wirklich zu starten, fiel natürlich in dem Moment, in dem die Aufmerksamkeit für eBay auf Twitter am Größten war: Bei der Versteigerung von Robert Basics Blog.

3. Was gibt es in den Tweets von @eBayDE Interessantes zu lesen?
Die Tweets von @eBayDE werden natürlich immer um eBay in Deutschland kreisen: Kurioses, Lustiges, Spannendes, Interessantes und Wichtiges rund um eBay wird damit zu den Themen gehören. Im Vordergrund steht aber das Gespräch mit unseren Followern – welche damit den Themenkreis erweitern und aktiv unsere Agenda beeinflussen können. Beispielsweise planen wir auch Umfragen unter unseren Followern.

4. Was war bisher euer kuriosestes, faszinierendstes oder tollstes Erlebnis auf Twitter?
Wir haben ja gerade erst losgelegt – insofern werden wir sicher noch einiges erleben. Kurios und interessant war aber insbesondere die Reaktion einiger Twitterer an unserem ersten Tag. Einige von Ihnen waren so überzeugt davon, dass es sich bei uns um einen Fake handelt, dass wir echt einige Mühe hatten das auszuräumen. Wir sehen das als unvermeidliche Nachwehen der vielen echten Fakes auf Twitter an – und konnten die Bedenken mittlerweile ausräumen.

5. Was erhofft sich eBay vom Twitter?
Wir erhoffen uns vor allem einen spannenden und direkten Kontakt und Dialog mit unseren Kunden und Followern – und natürlich und nicht zuletzt einen persönlicheren Eindruck von eBay für alle, die uns lesen.

6. Wird man irgendwann per Tweet mitsteigern können?
Eine reine Twitter-Auktion wäre sicherlich mal eine spannende Sache über die man nachdenken könnte. Das reguläre Mitsteigern per Tweet ist nicht geplant.

NGOs

Eigentlich macht einem die Lektüre von Howard Rheingolds Smart Mobs oder Clay Shirkys Here Comes Everybody deutlich, welches Potential das Medium Twitter für die Mobilisierung von Protest besitzt. Merkwürdig, dass die Bewegungen in Deutschland ziemlich lange brauchen, um Twitter zu entdecken. Greenpeace gehört hier auf jeden Fall zu den Pionieren.

Corporate Twitterer in Deutschland   ein Blick hinter die KulissenGreenpeace Hamburg (@greenpeacehh)

1. Wer steckt hinter dem Account GreenpeaceHH?
Birte Oldenburg, Journalistin in Hamburg, die die Online-Aktivitäten der Greenpeace-Gruppe Hamburg ehrenamtlich aufbaut mit einem Webteam.

2. Warum twittert Greenpeace Hamburg?
Wir wollen “Greenpeace zum Anfassen” machen, diskutieren und informieren, außerdem suchen wir Verstärkung für unser Webteam.

3. Was gibt es in den Tweets von GreenpeaceHH Spannendes zu lesen?
Dass wir gerade einen Mercedes zum Klimaschwein umrüsten. Dass der neue Fischführer da ist. Oder wir stellen Kampagnen von Greenpeace vor.

4. Was war bisher dein kuriosestes, faszinierendstes oder tollstes Erlebnis auf Twitter?
Die Frage: “Muss ich bei Greenpeace anrufen, wenn ich ne Ölpest auf dem Kaffee hab?” Die Antwort lautete: “Wir kommen immer gerne, weißt du doch ;)

5. Lohnt sich Twittern für Greenpeace Hamburg?
Auf jeden Fall, das zeigen die vielen Fragen und Antworten. Mit Greenpeace-Aktivisten über den Umweltschutz zu diskutieren, das wird rege genutzt.

6. Wie sieht ein typischer an GreenpeaceHH gerichteter Tweet aus?
Zum Beispiel eine Frage zu Ökostrom, eine Reaktion auf eine Aktion – oder die Sorge, ob Greenpeace sich mal um den Failwhale kümmern kann… *

7. Welche Anwendung verwendest du zum Twittern?
Am Schreibtisch Twhirl, weil es Zweit-Accounts unterstützt und bei Fragen klingelt. Unterwegs die Summize-Suche nach “greenpeacehh” oder Twibble.

Und warum twittert Ihr Unternehmen? Weiter geht’s in den Kommentaren.

Februar 5th, 2009 by David Nelles

Unser Kollege Benedikt erklärt dem deutschen Buchhandel was Twitter ist, und welche Einsatzgebiete diese Kommunikationsplattform für Unternehmen haben kann.

Auf die Frage wie Twitter den Marketing Mix ergänzen kann antwortet Benedikt:

Twitter kann den Marketing-Mix an mindestens zwei Stellen sinnvoll ergänzen: Erstens lassen sich über Twitter viele Multiplikatoren erreichen, was ein guter Ausgangspunkt für Word-of-Mouth-Kampagnen ist. Zweitens ist dieser Kanal dazu geeignet, einen echten Dialog mit den Kunden zu führen. Hier werden nicht einseitig Marketingbotschaften ausgesendet, sondern man kann direkt auf Fragen antworten, Empfehlungen kommentieren oder Informationen anbieten.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Wer das komplette Interview lesen möchte – bitte hier entlang.

Januar 28th, 2009 by Alexander Becker

„Die Publikumsverlage im deutschsprachigen Raum, haben verglichen mit anderen Unternehmen diesbezüglich noch eine Menge Entwicklungspotenzial, auch wenn der Einsatz von entsprechenden Marketing-Instrumenten in letzter Zeit zugenommen hat, schreibt Leander Wattig in seinem Blog.

Da Wattig ein Mann der Tat ist, hat er sich gleich hingesetzt und eine Liste über die Social Media-Bemühungen der verschiedenen Verlage erstellt. Ihm fiel dabei auf, „dass selbst Branchengrößen die Möglichkeiten von “Social Media” nicht komplett nutzen. Die Verlage, insofern sie überhaupt aktiv sind, setzen bisher vor allem auf Foren, Blogs, Podcasts und Online-Videos (Buchtrailer). Profile bei Microblogging-Diensten wie Twitter oder Content-Aggregatoren wie FriendFeed konnte ich nicht entdecken. Andere Medienunternehmen sind da schon deutlich aktiver. Eine Nutzung von Social Media Newsrooms, Applikationen für Social Networks und dergleichen mehr ist mir ebenfalls nicht aufgefallen.“

Seine Liste ist noch lange nicht vollständig. Deshalb ist jeder Leser aufgerufen sie zu ergänzen und zu erweitern. Trotzdem beeindruckt die Übersicht bereits mit einer Vielzahl von Einträgen. Ihr Angebot reicht von Eichborn, Bild, derWesten, Emons Verlag, GU/Gräfe und Unzer, Herbert von Halem Verlag oder Focus und Heise.

Übersicht: Welche Verlage nutzen welche Social Media Tools