September 7th, 2009 by Alexander Becker

Top-Thema des vergangenen Wahlsonntag waren die zwei Zwitscherer, die bereits 1,5 Stunden vor dem Schließen Wahllokale bereits eine fast zutreffende Prognose twitterten. Die Betonung liegt auf fast.

Denn jetzt ist klar: Woher auch immer die Beiden ihre Infos hatte, die Weisheit der Vielen wusste es besser. Oder genauer, die Leser der „Saarbrücker Zeitung“.

Stolz verkündet die Holtzbrinck-Zeitung via Pressemitteilung: „Bei der aktuellen Landtagswahl im Saarland lagen die Online-Nutzer von www.saarbruecker-zeitung.de über alle Parteien hinweg nur 7,6 Punkte neben dem amtlichen Endergebnis. Die ARD (Infratest Dimap) verfehlte das Ergebnis um 13 Punkte, die ZDF-Prognose der Forschungsgruppe Wahlen lag 9 Punkte abseits. Auch bei der Bundestagswahl 2002 hängte die SZ-Wahlwette die Profis ab – nur Forsa war
seinerzeit etwas besser.“

Weisheit der Vielen schlägt Twitter Prognose Verrat

Als Erklärung für das gute Gruppen-Ergebnis nennen die Saarbrücker die sogenante „Weisheit der Vielen“. Der Begriff basiert auf einem Buch von James Surowiecki. „Er argumentiert darin, dass die Kumulation von Informationen in Gruppen zu gemeinsamen Gruppenentscheidungen führen, die oft besser sind als Lösungsansätze einzelner Teilnehmer“, erklärt Wikipedia.

Im Fall der Landtagswahl funktionierte Surowieckis Theorie. Zur Bundestagswahl soll der Versuch wiederholt werden.

August 30th, 2009 by Alexander Becker

Es ist der Aufreger des Wahlsonntages: Fast 90 Minuten bevor die Wahllokale am gestrigen Sonntag schlossen, zwitscherten zwei Twitterer bereits eine relativ genaue Version der späteren Prognose von 18.00 Uhr. Vorab-Verraten der sogennanten Exit-Polls ist in Deutschland verboten, deshalb handelt es sich bei dem Vorfall auch nicht um ein Kavaliers-Delikt, sondern um eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 50.000 Euro bestraft werden kann.

Mittlerweile wurde als einer der beiden Zwitscherer Patrick Rudolph, CDU-Vorsitzender im Stadtverband Radebeul, identiviziert. Doch der Politiker streitet alles ab. Gegenüber Spiegel Online sagte er: “Ich weiß nicht, wer das geschrieben hat.”

Prognose Verrat: Die Macht von Twitter

Spannender als die Frage, ob Rudolph nun die Prognosen verriet und ob es ich um die Prognosen handelte oder nur um einen sehr guten Tipp, ist jedoch etwas ganz anderes:

Aus den Screenshots, die Spiegel Online veröffentlichte geht hervor, dass der eine Twitterer 21 Follower hatte und der andere vier.

Das zeigt: die Macht von Twitter liegt manchmal nicht in der Anzahl der Follower, sondern im setzten des richtigen Schlagworte bzw. in der Suchfunktion des Microblogging-Dienstes begründet. In Verbindung mit der Suche kann der richtige Tag zu einem unglaublichen Multiplikator werden.

Oktober 23rd, 2008 by David Nelles

Wahlkampf 2.0   Wie die Republicans das Web 2.0 nutzen

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August 27th, 2008 by David Nelles

ethority hat rund 90.000 User-Meinungen aus Weblogs, Online-Foren und Newssites über die beiden US-Präsidentschaftskandidaten analysiert. Bei dieser Analyse wurden Beiträge aus dem deutsch-, englisch- und spanischsprachigen Raum ausgewertet. Das Ergebnis zeigt, dass der demokratische Kandidat Barack Obama im prozentualen Anteil der Gesamtgesprächsaufkommen in diesen Medien vor seinem republikanischen Konkurrenten liegt. Doch schneidet der Republikaner McCain im Bezug auf die Tonalität im deutsch- und spanischsprachigen Raum nicht deutlich schlechter ab als Obama. Im englischsprachigen Raum werden die beiden Kandidaten dagegen deutlich positiver bewertet.

Selten wurde so ausgiebig und intensiv in Deutschland über eine US-Präsidentschaftswahl gesprochen, wie über den aktuellen Wahlkampf in den USA. Ein zentraler Grund hierfür liegt sicherlich in der intensiven Nutzung beider Wahlkampflager von Web 2.0 Angeboten wie Weblogs, Online-Foren und Social Networks. Doch welche Wahlkampfthemen werden im Web 2.0 häufig besprochen und wie reflektieren die Internetnutzer diese Themen? Wie hoch ist das Gesamtgesprächsaufkommen im Web 2.0 – der so genannte Buzz – im Bezug auf die beiden Kandidaten? Gibt es in verschiedenen Sprachräumen Unterschiede in der Wahrnehmung beider Kandidaten und deren politischen Visionen?
Diese Buzz-Analyse zeigt, dass die US-Wahlkampfmanager den im Umbruch befindlichen gesellschaftlichen Medienkonsum antizipieren. Die nutzergenerierten Kommunikationskanäle werden besonders in den USA, aber auch im deutsch- und spanischsprachigen Raum intensiv zu politischen Diskussionen rund um die bevorstehende US-Präsidentschaftswahl genutzt. Die veränderte Mediennutzung sollte auch deutsche Wahlkampfmanager auf den Plan rufen. Wollen die großen deutschen Parteien auch zukünftig ihre Wählergruppen erreichen, müssen sie den digitalen Kommunikationskanälen einen festen Platz in ihren Wahlkampfstrategien einräumen. Die digitale und nutzergenerierte Kommunikation bildet eine bisher noch nicht da gewesene Partizipationsmöglichkeit. Internetnutzer bewegen sich heute jenseits der Reichweitengrenzen klassischer Medien wie Print oder TV. War es in der Zeit vor dieser digitalen Kommunikation nur sehr schwer außerhalb klassischen Medien, Familie und Freundeskreis seine politische Meinung zu bilden, erweitert sich das willensbildende Forum durch YouTube & Co. exponentiell.

Barack Obama bekommt von deutschen Internetnutzern ein schlechtes Zeugnis – die ethority US Wahlkampfstudie 2.0

Barack Obama bekommt von deutschen Internetnutzern ein schlechtes Zeugnis – die ethority US Wahlkampfstudie 2.0