November 2nd, 2009 by Alexander Becker
Das gab es noch nie.
Bislang galt beim Thema Twitter und Zeitungen: Jede vermeintlich moderne Zeitung hat einen offiziellen Twitter-Stream. Bei besonders fortschrittlichen Titeln gibt es sogar mehrere Zwitscher-Kanäle. Diese Redaktionen sind jedoch die absolute Ausnahme, anstatt die Regel. Dazu kommen bei jeder Zeitung ein paar Kollegen, die Privat twittern.
Springers „Weltkompakt“ geht jetzt einen Schritt weiter und hat weite Teile der Redaktion davon überzeugt selbst unter dem eigenen „Weltkompakt“-Kürzel „WK“ zu Zwitschern. So entsteht ein spannendes Experiment: Die erste twitternde Redaktion, der man beim Entstehungsprozess einer Ausgabe aus über 20 Perspektiven beim „Zeitungsmachen“ zusehen kann.

Die Liste wk_master umfasst bislang 29 Nutzer, die alle vor ihrem Nachnamen einen Unterstrich und die Abkürzung WK tragen. Einziges Manko an dem spannenden Experiment ist das Versäumnis, das bei den wenigsten WK-Zwitscheren zu erkennen ist, welchen Ressort sie angehören oder was ihr Job in der Redaktion ist.
Der Twitter-Angriff ist Teil der “Innovationsoffensive” (Eigenwerbung), die sich Springers Metropolen-Blatt gerade gönnt. Die kleine Tabloid-Schwester der “Welt” wird ab sofort auch in Frankfurt, Köln und Düsseldorf mit regionaler Berichterstattung präsent sein. Des weitern hat die Zeitung „Lifestyle“ und „Internet“ zwei neue Ressort. Zudem startet „heute“ – laut Werbeblogger – „eine groß angelegte, bundesweite Werbekampagne, um potenzielle Leser auf einen neuen thematischen Fokus aufmerksam zu machen“.



