Februar 10th, 2009 by David Nelles

Interessante Dinge tun sich bei Facebook. Nachdem die Übernahmeverhandlungen mit Twitter in den letzten Monaten für Facebook erfolglos ausgegangen sind, scheint Herr Zuckerberg nun eigene Microblogging-Ambitionen zu haben. Seit Freitag gibt es für Facebook-Developer die Möglichkeit über eine API auf die Statusmeldungen der Facebook User zuzugreifen.

We’re launching several new APIs for Facebook Platform today. These new interfaces open up access to the content and methods for sharing through several Facebook Applications — including Facebook Status, Notes, Links (what we used to call Posted Items), and Video — to go along with the APIs already available for uploading and viewing through Facebook Photos. We’ve seen increasing engagement with over 15 million users updating their status each day and sharing over 24 million links per month. We wanted to make sure this content and the ability to share this content was available through our standard APIs.

Die Schaffung dieser Schnittstellen scheint keine schlechte Idee zu sein, schaut man sich den immensen Erfolg von Twitter an. Nicht jeder Social Media User möchte sich durch Fotoalben durchklicken, Videos hochladen oder ständig auf den Netzwerken spielen. Twitter bricht den Sinn eines Social Networks auf das Wesentliche herunter, denn es geht in Social Media um den schlichten Dialog und das Teilen von Informationen. „Schlicht“ heißt im diesem Zusammenhang nicht minderwertig, sondern vielmehr auf das Wesentliche, auf die Information, reduziert. Der Erfolg gibt Twitter Recht und den großen Netzwerken ist der Erfolg der komprimierten Nachrichtenübermittlung sicherlich auch nicht entgangen. Daher ist es für die großen Netzwerke wie Facebook wichtig zu reagieren:

I believe Facebook’s recognition of status as the most important and most powerful social gesture seals the deal. Status is where it’s at in social networking. This is very good for Twitter and its also very good for the other social nets who recognize this and move quickly to provide status updating features and open them up to the social web.

Fred Wilson hat mit seiner Einschätzung völlig Recht. Die Statusmeldung ist der zentrale Punkt in Bezug auf Social Networking. Ein wichtiges Asset von Social Network ist schließlich die Vorbereitung von Informationen in Echtzeit. Der Erfolg von Twitter zeigt, wie sehr die User an der Verbreitung von Informationen über alle Kontinente hinweg interessiert sind. Daher spricht auch einiges dafür, dass Statusmeldungen ein wichtiges Erfolgskriterium für die Zukunft der Netzwerke sein können.

Ich denke aber nicht, dass diese Entwicklungen die Existenz von Twitter gefährden werden. Der Unterschied dieser beiden Ansätze ist schließlich offensichtlich. Bei Facebook wird eine Status-Veränderung nach einem Update nur dem jeweiligen Social Graph angezeigt, bei Twitter ist das aber etwas anderes:

A service like Facebook, with its emphasis on privacy and reciprocal following serves the user who values privacy and wants to have a smaller and more intimate social experience (the private party). A service like Twitter with its default to public and one-way follow serves the user who wants to reach the broadest audience (the man on the soapbox)

Genau wegen des Unterschiedes „Privat / Öffentlich“ werden sich Twitter und die kommenden Facebook-Applikationen nicht wirklich ins Gehege kommen.

Januar 7th, 2009 by Alexander Becker

Verglichen mit Marc Zuckerbergs-Global-Plattform ist die deutsche Web-Landschaft mit StudiVZ, Wer-kennt-wen, Lokalisten & Co. die reinste Zwergen-Welt. So verkündete Facebook gerade, dass man nun 150 Millionen Mitglieder habe.

150 Millionen Mitglieder: Facebook ist der globale Wachstums Gigant

Eine beeindrucke Zahl, die sich am besten mit andern Zahlen erklären und verstehen lässt:

- Facebook hat mehr Mitglieder, als Japan, Russland oder Nigeria Einwohner.
- Seit Sommer kamen rund 50 Millionen Nutzer hinzu.
- Seit Dezember meldeten sich alleine 20 Millionen Neukunden an.
- Pro Tag wird Facebook von 70 Millionen Besuchern angesteuert.

Was bedeuten diese Zahlen:
- In Sachen Social Media gibt es Global kaum noch eine Alternative zu Facebook. In jeder Kampagne gehört das Netzwerk mittlerweile zu den Schlüsselfaktoren.

- Lokal kommt Facebook aber immer noch nicht vom Fleck. Es gilt die Regel: Würde die Plattform auch in Deutschland so rasant wachsen, würden sich die Verantwortlichen allergrößte Mühe geben, dies auch zu kommunizieren. Heißt: Lokalisten, Wer-kennt-Wen oder gar die VZ-Gruppe sind noch weit außerhalb der Schlagdistanz. Ein Faktor, der deshalb eine besonders genaue und akribische Social Medina-Planung verlangt. Die Unterschiede zwischen einheimischen Plattformen sind groß und die Fallstricke mannigfaltig. Social Media-Kampagnen in Deutschen Netzwerken ist noch immer ein echter Experten-Job. Hier bestehen nur Kenner der Szene.